Ein flüchtiger Einblick in die Seele

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Antwerpen, 16. Juni 2012

Das Leben muss aus einer breiteren Perspektive betrachtet werden.
Was ist Leben? Wie lange werden wir hier leben? Was ist die Wahrheit über das Leben? Wir sollten uns ein wenig mit diesen Dingen befassen. Wenn wir das tun, kommen wir zur Quintessenz, dass wir Meditation praktizieren sollten.
In allen unseren Tempeln sehen wir Gott mit geschlossenen Augen ruhig in Meditation sitzen. Meditation ist in unserem Leben von unschätzbarem Wert, weshalb wir alle meditieren sollten.
Buddha sagte: „Es gibt im Leben Sorgen und Traurigkeit, aber es gibt einen Weg, daraus herauszufinden.“
Mahavir sagte: „Ruhe im Selbt. Die Natur der Seele ist Freude.“
Die Antwort auf beide Botschaften ist dieselbe: Meditation.
Weniger Traurigkeit und Erlangen von Glück: Beides wird durch die Meditation geschehen.

(Ein Helfer bittet einige Leute aus dem Publikum, ihr Auto umzuparken.)

Das ist kein Problem. Das Leben ist voller Unterbrechungen, voller Störungen.
Und das ist es, was wir tun sollten: Uns immerzu weiterbewegen. Wir parken irgendwo, um dann wieder weiterzugehen.
Nun, wenn du an einer falschen Stelle parkst, musst du dein Auto früher wegbringen, während du mehr Freiheit hast, wenn du am richtigen Ort parkst.
Du kannst in diesem Fall wegfahren, wann es dir passt.
Deinen Geist musst du ebenfalls so parken, dass er sich an einem sicheren Ort befindet.
Wenn du deinen Geist in deiner eigenen Garage geparkt hast, kann niemand von dir verlangen, ihn zu entfernen. Hast du ihn jedoch in einer fremden Garage geparkt, dann wird der Besitzer hinter dir her sein. Und wenn du ihn dann nicht entfernst, wird die Polizei kommen.
Ebenso solltest du die Herrschaft über dein Leben niemals in die Hände einer anderen Person legen. Tust du es doch, so wirst du keine Freiheit mehr haben. Du wirst deine Freiheit verlieren. Und wenn du die Freiheit verlierst, verlierst du als Nächstes Liebe und Mitgefühl, denn jemand, der unterdrückt wird, kann weder Mitgefühl noch Liebe ausdrücken.
Pass also gut auf das Auto auf, auf den Geist, der dich lenkt.
Es ist notwendig, dass nicht der Geist dich, sondern du den Geist beherrschst. Was denkst du? Bist du einverstanden?
Was bewirkt die Weisheit? Sie befähigt dich, den Geist so zu lenken, wie du ihn lenken willst. Fehlt sie, so sitzt du nicht auf dem Fahrersitz, und der Geist übernimmt die Führung. Es fühlt sich an, als wäre es ein automatisches Auto, das von alleine fährt. Du sitzt da und möchtest eigentlich nach links abbiegen, während das Auto nach rechts abbiegt, und du fühlst dich hilflos.
Der größte Teil unseres Lebens spielt sich so ab. Wir wissen nicht, was wir tun, wir wissen nicht, was wir wollen, und wir wissen nicht, wohin wir gehen.
Wir haben es nicht in der Hand, sondern werden von irgendetwas außerhalb gesteuert. Wir müssen also einen Weg finden, um vom Rücksitz auf den Fahrersitz zu gelangen. Wie können wir diesen Sprung schaffen?
Das ist es, worum es in der Spiritualität geht. Und es ist auch die Essenz aller Schriften.
Wenn du die Bhagavad Gita liest, wirst du es verstehen.
Die Essenz – die Seele ist unvergänglich, ruhe im Selbst – wird im Laufe der Zeit für dich erkennbar.
Krishna spricht im zweiten Kapitel der Bhagavad Gita von der Unvergänglichkeit der Seele.
Möglicherweise sagst du nun: „Das ist ja alles gut, ich habe es gelesen und verstanden, aber Gurudev, das ist es genau das, was ich im Leben nicht anwenden kann.“
Ich richte diese Worte an alle älteren Menschen, die hier sitzen. Habt ihr jemals das Gefühl gehabt, älter geworden zu sein? Nein! Man hat nie das Gefühl, älter geworden zu sein.
Unsere kleinen Kinder sind erwachsen geworden, und doch haben wir das Gefühl, gleich geblieben zu sein.
Wir sind älter geworden, aber dennoch gleich geblieben: Wir erhalten einen flüchtigen Einblick in die Seele.
In unserem Inneren gibt es etwas, was sich nie verändert hat. Der Körper hat sich verändert, der Geist hat sich verändert, der Intellekt hat sich verändert, aber es gibt etwas im Geist, was sich nicht verändert hat.
Da und dort erhalten wir einen kleinen Einblick in diese Dinge.
Wenn wir jedoch in die Meditation eintauchen, können wir sie viel besser verstehen. Dann erscheint ein Lächeln auf unserem Gesicht, das von niemandem entfernt werden kann.
Dies ist nicht das erst Mal, dass wir hier sind.
Wir sind schon oft hier gewesen, haben uns schon oft getroffen. Wir wurden schon oft geboren.
Ich weiß es, vielleicht weißt du es jedoch nicht. Aber ob du es nun weißt oder nicht, ich weiß, dass wir uns schon vorher getroffen haben, dass wir schon vorher gekommen sind. Du kannst dich nicht daran erinnern, du hast es vergessen.
Unser Leben hat kein Ende, es endet nicht hier. Wir werden danach wiederkommen. Wir sind unbegrenzt, unendlich. Es gibt ein Element in uns, das unsterblich ist.
Ein flüchtiger Einblick wird dir gewährt, wenn du erkennst, dass nichts mit dir geschehen ist, dass nichts in dir sich verändert hat.
Tauche tief in die Meditation ein. Alles andere wird kommen und gehen.

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