Schweigen

Boone, 29. Juni 2012

Schweigen ist sehr hilfreich. Wenigstens zweimal jährlich sollten wir an einem Schweigekurs teilnehmen. Einmal jährlich ist ein Muss, zweimal jährlich ist sehr gut.

Schweigen reinigt unsere Sprache. Hast du schon einmal beobachtet, was geschieht, wenn wir sprechen? Du solltest es beobachten. Du musst beobachten, was für eine Wirkung es auf andere hat, wenn du sprichst. Oft machen wir uns nicht die Mühe, darauf zu achten. Wir plappern einfach weiter. Nein, es ist notwendig, zu sehen, welche Wirkung deine Rede auf andere Menschen hat.

Es gibt einen wunderbaren Vers in der Bhagavad Gita, der etwas darüber aussagt, welche Worte gesprochen werden sollten: Worte, die den Geist der Menschen nicht aufrütteln, und welche die Wahrheit ausdrücken, eine wohlwollende, angenehme Wahrheit. Das wird auch Bußübung der Sprache genannt.

Ähnlich ist es beim Körper: Mäßiges Essen, Mäßigkeit bei den Übungen, bei der Arbeit und bei der Ruhe sind wichtig. Hier handelt es sich um eine Bußübung für den Körper.

Tapas (Bußübung) für die Sprache besteht darin, nur diejenigen Worte auszusprechen, die den Geist anderer Menschen nicht aufrütteln. Manchmal denken wir, im Recht zu sein, und möglicherweise sind wir es auch. Das, was du sagst, mag die Wahrheit sein, es mag wohlwollend und sogar gut für die andere Person sein, wenn es aber nicht angenehm ist und den Geist der anderen Person durcheinanderbringt, dann ist es unvollkommen.

Es braucht also viel Geschick dazu, und es ist keine einfache Aufgabe: Niemandes Geist aufzurütteln und niemandem Leid zuzufügen.
Wenn du jemandem etwas sagst, und die Person dann den ganzen Tag weint oder sich aufregt, dann ist das nichts Gutes. Sprich also Worte, die angenehm, wahr und wohlwollend sind. Gleichzeitig solltest du aber auch keine Lügen aussprechen, die sehr angenehm sind. Wir müssen das sagen, was die Wahrheit, wohlwollend, angenehm und nicht aufrüttelnd ist. Zerstöre den Geist und das Herz anderer nicht durch deine unangenehmen Worte.

Nun, wie erreichen wir das?

Du magst sagen: „Ich habe nicht die Absicht, jemanden zu verletzen, aber verletzende Worte kommen einfach aus meinem Mund. Was soll ich tun?“ Schweigen wird dir dabei helfen. Bleibe im Schweigen. Meditation und Schweigen, diese Dinge werden helfen. Wenn es manchmal trotzdem geschieht, dann kannst du nichts dagegen tun. Bitte dann einfach um Vergebung.

Wenn du ins Schweigen gehst, ist es also gut, um Vergebung zu bitten.
„Wenn ich durch meine Gedanken, Worte oder Taten jemandem etwas getan oder jemandem auf irgendeine Weise eine Verletzung zugefügt habe, so bitte ich um Vergebung.“

Das erhebt uns vollkommen, sodass wir nicht steckenbleiben. Macht das Sinn? Ja!

Schau, du kannst im Leben nicht davon ausgehen, dass alles rosig sein wird. Es gibt im Leben auch Dornen. Es gibt auch unangenehme Momente, und sie werden alle kommen und gehen. Wir müssen einfach weitergehen, ohne irgendwo festzuhängen.

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Keine Erklärungen und keine Beschwerden


Holland, 17. Juni 2012

Wir müssen in Holland Wellen des Glücks erschaffen. Denkt ihr nicht so?
Wenn wir nur an uns selbst denken, schrumpft unser Leben zusammen. Wenn wir jedoch für die ganze Gesellschaft, für jedermann mitdenken, dann entsteht mehr Freude. Natürlich bedeutet das auch Herausforderungen.

Jedermann möchte glücklich sein, nicht wahr? Gibt es irgendjemanden hier, der nicht glücklich sein möchte? Jeder Mensch, jedes Tier, jede Kreatur strebt nach Glück. Nun, welcher Weg führt zum Glück? Glück entsteht dann, wenn wir Glück teilen. Wenn du Glück verbreitest, wächst es. Wenn du es nicht verbreitest, sondern es für dich selbst behältst, beginnt es nachzulassen und hört dann ganz auf. Das ist es, was die Menschen nicht wissen. Sie möchten glücklich sein, wissen aber nicht, wie sie ihr Glück mit jedermann teilen und wie sie ihre Familie erweitern können. Das ist es, worum Art of Living sich bemüht. Die Menschen sollen gebildet werden, sodass sie die Fähigkeit erlangen, das eigene Glück und die eigene Familie auszudehnen.

Können wir uns alle dafür einsetzen?

Ein altes Sprichwort in Sanskrit besagt, wirkliche Gottesverehrung, wirkliches Gebet bestehe darin, Glück in anderen Menschen zu erschaffen. Es besteht kein Zweifel, dass das Herausforderungen bedeuten kann. Jeder Einzelne wird mit Herausforderungen konfrontiert. Das kann die Arbeit, den Ehemann, die Ehefrau, die Kinder, den Bruder, die Schwester, die Mutter, den Vater, die Familie oder die Gesundheit betreffen. All diese Dinge gehören zu unserem Leben, nicht wahr? Es gibt niemanden, dessen Leben zu jeder Zeit davon frei gewesen wäre. Wenn es nicht die eigenen Probleme sind, sind es diejenigen deiner Freunde, die dich beschäftigen. Und wenn es nicht die Probleme deiner Freunde sind, wirst du dich um deine Verwandten und schlussendlich um die Welt sorgen!

In Griechenland finden heute Wahlen statt. Jedermann sitzt wie auf glühenden Kohlen und denkt: „Oh, wir wissen nicht, was geschehen wird.“ Wenn Griechenland untergeht, wird das enorme Auswirkungen auf den Euro und auf Europa haben. Die Angst davor ist vorhanden. Also hat jeder Mensch das eine oder andere, worüber er sich Sorgen machen kann, nicht wahr? Wenn wir nun trotz dieser schwierigen Situationen vorangehen, weitergehen, unsere Arme öffnen, unsere Flügel ausbreiten und uns für eine glückliche Welt einsetzen, so kann ich euch versichern, dass wir erfolgreich sein werden.

Als ich zum ersten Mal nach Holland kam, hielt ich einen Vortrag in einem kleinen Raum. Es waren ungefähr fünfzehn Menschen anwesend, darunter etwa fünf oder sechs Inder aus Surinam. Sie sagten: „Holland ist sehr schwierig. Die Menschen hier wollen nichts von Spiritualität wissen. Bitte verschwende deine Zeit nicht.“

Ich lächelte nur und hörte ihnen zu. Dann wurde ich zu einem kleinen Tempel ihrer Gemeinschaft gebracht. Sie baten mich, dort einen Vortrag zu halten. Am nächsten Tag erzählten sie von einem weiteren Tempel, den ich besuchen sollte.
Ich sagte: „In Ordnung, ich werde kommen, aber ich möchte alle Menschen erreichen, die ganze Bevölkerung.“

Sie sagten: „Die Menschen hier interessieren sich für nichts, was mit Indien zu tun hat. Sie werden es nicht mögen. Sie haben Vorurteile.” Ich antwortete: „Das spielt keine Rolle.” Ich lächelte einfach weiterhin und sagte: „Die ganze Welt ist meine Familie, jede Gemeinschaft gehört zu mir, nicht nur eine bestimmte, wie die holländische oder die indische Gemeinschaft oder diejenige aus Surinam.“

Es gab hier getrennte Tempel, einen für die indische Gemeinschaft der im Ausland lebenden Inder und einen für die Gemeinschaft der Menschen aus Surinam. Ich besuchte beide Tempel und anschließend auch eine Kirche. Es fand dort eine kleine Versammlung statt. Die Menschen genossen die Meditation. Also lehrte ich sie ein wenig Meditation, ein wenig Sudarshan Kriya und sagte : „Eines Tages wird es eine Menge Menschen in Holland geben, die die Sudarshan Kriya lernen werden.“

Und von da an bin ich überallhin gereist. Wäre ich in Bangalore geblieben, was alle Arten von Komfort, schönes Wetter und ein schöner Ort bedeutet hätte, so wäre ich in meiner Komfortzone geblieben.

In jenen Tagen war es sehr schwierig, außerhalb von Indien zu reisen. Es war sehr teuer. In jener Zeit, als ich herkam, war es auch sehr dunkel und kalt. Ich hatte eine kleine Wohnung mit nur einem Zimmer. Und wenn man aus dem Raum trat und durch ein enges Treppenhaus hinunterging, befand man sich vor einem Kanal. Ich war es gewohnt, mit offenem Fenster zu schlafen. Ich mag es nicht, wenn die Fenster geschlossen sind. Eine kalte Brise trat die ganze Nacht durch das Fenster ein, wenn ich es öffnete. Aber ich genoss alles, weil ich die Mission hatte, die Menschen in Holland zu erreichen. Ich wollte, dass sie alle dieses schöne Geschenk genießen und davon profitieren konnten.

Später bin ich noch mehrere Male hergekommen, und viele weitere Menschen haben sich uns angeschlossen. Dennoch haben wir noch nicht das notwendige Tempo erreicht. Denkt ihr nicht auch? Wir bewegen uns mit einem sehr langsamen Auto in kleinen Sträßchen voran. Wir müssen auf die schnellen Straßen wechseln, die Menschen überall in Holland erreichen und eine Welle des Glücks im Land erschaffen.
Wir können Menschen zusammenbringen und ihnen ein wenig Bhastrika und Meditation beibringen, damit sie es ausprobieren können.

Kommt, lasst uns singen, tanzen und miteinander teilen. Das Leben ist so kurz! Als wir in dieses Leben kamen, haben wir geweint, aber wir wollen nicht weinend von hier weggehen. Lasst uns wenigstens dann lächeln, wenn wir diesen Ort verlassen.

Ja, dieser Körper kann krank werden. Krankheit ist seit einer Ewigkeit ein Teil dieser Welt gewesen. Gib auf deinen Körper Acht. Wir sollten den Körper mit Nahrung, Schutz und allem Notwendigen versorgen. Sich aber hinzusetzen und sich Sorgen darüber zu machen ist ungerechtfertigt. Verstehst du das? Sorgen sind unnötig.

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Ein Leben ohne Liebe ist nichts wert

Holland, Haarlem, 17.6.2012, Abendveranstaltung

Nun, sagt mir, wie möchtet ihr diesen Abend verbringen? Was möchtet ihr heute Abend besprechen?

(Publikum: Sprich über Heilung. Wir wollen meditieren. Erzähle uns etwas über Ayurveda. Sprich über die Krise.)

Seht nur, wie das Wort Krise ein Lächeln in euer Gesicht zaubert. Das ist etwas wirklich Einzigartiges, nicht wahr? Gewöhnlich weinen die Menschen, wenn sie über eine Krise sprechen, aber hier ist das anders. Das ist es, was Art of Living ausmacht: Jede Krise zum eigenen Vorteil werden zu lassen. Das ist es, was wir der Welt vermitteln wollen: Jede Krise als Herausforderng, als Chance zu betrachten.

In der chineseischen Sprache gibt es nur ein Wort für die beiden Begriffe Krise und Chance! Wenn du von Krise sprichst, bedeutet das gleichzeitig auch Chance.

Was sollen wir sonst noch besprechen?

(Publikum: Freiheit; Liebe; Entscheidungsfindung; Chaos; Kindererziehung auf internationaler Ebene; Fussball.)

Nun, sagt mir, was ist nun, wenn ich nichts über diese Themen weiß? Ich weiß zum Beispiel nichts über Fussball. In Indien ist Fussball nicht sehr beliebt, sondern eher Cricket. Aber auch damit kenne ich mich nicht aus. Ich weiß also nichts über diese Themen.

(Publikum: Das macht nichts, es ist einfach nur schön, hier zu sein.)

Wir übermitteln mehr durch unsere Präsenz als durch unsere Worte. Unsere Präsenz übermittelt eine Menge. Worte sind zwar wesentlich, aber unsere Präsenz ist entscheidender.
Oft gebe ich folgendes Beispiel: Wenn du ein Flugzeug verlässt, wünscht dir die Flugbegleiterin einen schönen Tag. Sie meint es jedoch nicht wirklich. Es ist nur ein Lippenbekenntnis. Ihr Geist ist mit etwas anderem beschäftigt. Kommen die gleichen Worte aber von jemandem, der dir sehr nahe steht, von deiner Mutter, Gossmutter, deinem Onkel oder deiner Tante, tragen sie gewisse Schwingungen, gewisse Gefühle mit sich. Ist dir das schon aufgefallen?

Als Kind trugen wir diese Dimension in uns, die Dimension der Gefühle. Alles, was wir sagten oder taten, war sehr authentisch. Es kam direkt aus dem Herzen. Das Herz und der Geist waren vereint.

Aber als wir älter wurden, wurden die beiden irgendwo, irgendwie getrennt, ohne dass wir wissen, wie das geschehen konnte. Und so begannen wir Dinge zu sagen, die wir gar nicht meinten.

Manchmal sagen die Menschen: „Oh, vielen, vielen Dank!“ Man kann das vor allem in Amerika beobachten. Du gibst jemandem ein Glas Wasser und er ruft aus: „Oh, vielen, vielen Dank!“
Was gibt es da groß zu danken, wenn man ein Glas Wasser bekommt? Es ist ja nicht so, dass du dich in Saudi Arabien in der Wüste befindest und am verdursten bist. Dort wäre der Dank gerechtfertigt, wenn jemand dir Wasser geben würde, und es wäre angebracht zu sagen: „Vielen, vielen Dank! Du hast mein Leben gerettet!“ Ist es nicht so?

Damit will ich nicht sagen, dass du dich nicht bedanken sollst. Ich möchte nur, dass du deine Aufmerksamkeit auf eine mögliche Diskrepanz zwischen deinen Worten und deinen Gefühlen richtest. Denn dadurch entsteht ein Mangel an Authentizität. Wenn wir in unseren Handlungen nicht authentisch sind, wird das Leben so dumpf, trocken und langweilig.

Was wünschst du dir im Leben? Stelle dir vor, du hättest allen Komfort, ein schönes Bett, um zu schlafen und gutes Essen, aber keine Liebe, kein Gefühl der Zusammengehörigkeit und niemanden, der sich um dich kümmert. Niemanden, der sich dafür interessiert, wie du lebst, oder was dir gerade geschieht. Würdest du dann gerne auf diesem Planeten leben?

Das Leben ist nichts wert, wenn es keine Liebe und kein Gefühl der Zusammengehörigkeit gibt. Das ist das charakteristische Merkmal des menschlichen oder eines jeden Lebens. Selbst Hunde, Katzen, Kühe und Pferde haben solche Gefühle. Wenn du zu Hause ein Pferd hast und für einen Monat nicht da bist, drückt das Pferd seine Liebe aus, wenn du zurückkommst, nicht wahr? Menschlich zu sein, bedeutet, mit den eigenen Gefühlen in Verbindung zu stehen.

Das soll nicht heißen, dass du nun zu einem Blue Star werden sollst, wie wir es in Art of Living nennen. Ein Blue Star ist jemand, der nicht stabil ist, sich in Emotionen verliert und das Gehirn nicht gebraucht. Das ist auch nicht gut. Ein Gleichgewicht zwischen Emotionen und Intellekt ist gefragt, ein Gleichgewicht zwischen persönlichem und sozialem Leben.
Es gibt Menschen, die sich nur um sich selbst kümmern. Wieder andere kümmern sich überhaupt nicht um sich selbst. Sie arbeiten wie Maschinen und ertrinken darin. Sie schauen noch nicht einmal hin, was das Ziel des Lebens sein könnte, oder was sie sich vom Leben wünschen würden.
Art of Living fördert das Gleichgewicht zwischen diesen beiden, zwischen dem persönlichen und dem sozialen Leben. Du musst dich um dich selbst, deinen Geist, deinen Körper, deine Gefühle sowie auch um die Gesellschaft kümmern. Übernimm Verantwortung für die Gesellschaft und lasse gleichzeitig dein persönliches Wachstum und deine Selbstentfaltung nicht außer Acht.

Weder zu Hause noch in der Schule lehrt uns jemand, wie wir uns um den Aspekt, der die Schwingungen betrifft, kümmern sollen, den fühlenden Teil in uns, und wie wir unsere Emotionen rein, klar, weich, sanft, freundlich und fröhlich halten können. Niemand bringt uns bei, wie wir glücklich sein können. Wir nehmen es als selbstverständlich an, das ist unsere Natur. Sicherlich ist es unsere Natur, aber irgendwie haben wir es verloren, nicht wahr? Und ich sage euch, das hat nichts mit der Börse zu tun. Wenn du nach Bhutan oder Bangladesh gehst, Länder die sehr arm sind, wirst du feststellen, dass die Menschen dort sehr glücklich sind.

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Ein flüchtiger Einblick in die Seele

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Antwerpen, 16. Juni 2012

Das Leben muss aus einer breiteren Perspektive betrachtet werden.
Was ist Leben? Wie lange werden wir hier leben? Was ist die Wahrheit über das Leben? Wir sollten uns ein wenig mit diesen Dingen befassen. Wenn wir das tun, kommen wir zur Quintessenz, dass wir Meditation praktizieren sollten.
In allen unseren Tempeln sehen wir Gott mit geschlossenen Augen ruhig in Meditation sitzen. Meditation ist in unserem Leben von unschätzbarem Wert, weshalb wir alle meditieren sollten.
Buddha sagte: „Es gibt im Leben Sorgen und Traurigkeit, aber es gibt einen Weg, daraus herauszufinden.“
Mahavir sagte: „Ruhe im Selbt. Die Natur der Seele ist Freude.“
Die Antwort auf beide Botschaften ist dieselbe: Meditation.
Weniger Traurigkeit und Erlangen von Glück: Beides wird durch die Meditation geschehen.

(Ein Helfer bittet einige Leute aus dem Publikum, ihr Auto umzuparken.)

Das ist kein Problem. Das Leben ist voller Unterbrechungen, voller Störungen.
Und das ist es, was wir tun sollten: Uns immerzu weiterbewegen. Wir parken irgendwo, um dann wieder weiterzugehen.
Nun, wenn du an einer falschen Stelle parkst, musst du dein Auto früher wegbringen, während du mehr Freiheit hast, wenn du am richtigen Ort parkst.
Du kannst in diesem Fall wegfahren, wann es dir passt.
Deinen Geist musst du ebenfalls so parken, dass er sich an einem sicheren Ort befindet.
Wenn du deinen Geist in deiner eigenen Garage geparkt hast, kann niemand von dir verlangen, ihn zu entfernen. Hast du ihn jedoch in einer fremden Garage geparkt, dann wird der Besitzer hinter dir her sein. Und wenn du ihn dann nicht entfernst, wird die Polizei kommen.
Ebenso solltest du die Herrschaft über dein Leben niemals in die Hände einer anderen Person legen. Tust du es doch, so wirst du keine Freiheit mehr haben. Du wirst deine Freiheit verlieren. Und wenn du die Freiheit verlierst, verlierst du als Nächstes Liebe und Mitgefühl, denn jemand, der unterdrückt wird, kann weder Mitgefühl noch Liebe ausdrücken.
Pass also gut auf das Auto auf, auf den Geist, der dich lenkt.
Es ist notwendig, dass nicht der Geist dich, sondern du den Geist beherrschst. Was denkst du? Bist du einverstanden?
Was bewirkt die Weisheit? Sie befähigt dich, den Geist so zu lenken, wie du ihn lenken willst. Fehlt sie, so sitzt du nicht auf dem Fahrersitz, und der Geist übernimmt die Führung. Es fühlt sich an, als wäre es ein automatisches Auto, das von alleine fährt. Du sitzt da und möchtest eigentlich nach links abbiegen, während das Auto nach rechts abbiegt, und du fühlst dich hilflos.
Der größte Teil unseres Lebens spielt sich so ab. Wir wissen nicht, was wir tun, wir wissen nicht, was wir wollen, und wir wissen nicht, wohin wir gehen.
Wir haben es nicht in der Hand, sondern werden von irgendetwas außerhalb gesteuert. Wir müssen also einen Weg finden, um vom Rücksitz auf den Fahrersitz zu gelangen. Wie können wir diesen Sprung schaffen?
Das ist es, worum es in der Spiritualität geht. Und es ist auch die Essenz aller Schriften.
Wenn du die Bhagavad Gita liest, wirst du es verstehen.
Die Essenz – die Seele ist unvergänglich, ruhe im Selbst – wird im Laufe der Zeit für dich erkennbar.
Krishna spricht im zweiten Kapitel der Bhagavad Gita von der Unvergänglichkeit der Seele.
Möglicherweise sagst du nun: „Das ist ja alles gut, ich habe es gelesen und verstanden, aber Gurudev, das ist es genau das, was ich im Leben nicht anwenden kann.“
Ich richte diese Worte an alle älteren Menschen, die hier sitzen. Habt ihr jemals das Gefühl gehabt, älter geworden zu sein? Nein! Man hat nie das Gefühl, älter geworden zu sein.
Unsere kleinen Kinder sind erwachsen geworden, und doch haben wir das Gefühl, gleich geblieben zu sein.
Wir sind älter geworden, aber dennoch gleich geblieben: Wir erhalten einen flüchtigen Einblick in die Seele.
In unserem Inneren gibt es etwas, was sich nie verändert hat. Der Körper hat sich verändert, der Geist hat sich verändert, der Intellekt hat sich verändert, aber es gibt etwas im Geist, was sich nicht verändert hat.
Da und dort erhalten wir einen kleinen Einblick in diese Dinge.
Wenn wir jedoch in die Meditation eintauchen, können wir sie viel besser verstehen. Dann erscheint ein Lächeln auf unserem Gesicht, das von niemandem entfernt werden kann.
Dies ist nicht das erst Mal, dass wir hier sind.
Wir sind schon oft hier gewesen, haben uns schon oft getroffen. Wir wurden schon oft geboren.
Ich weiß es, vielleicht weißt du es jedoch nicht. Aber ob du es nun weißt oder nicht, ich weiß, dass wir uns schon vorher getroffen haben, dass wir schon vorher gekommen sind. Du kannst dich nicht daran erinnern, du hast es vergessen.
Unser Leben hat kein Ende, es endet nicht hier. Wir werden danach wiederkommen. Wir sind unbegrenzt, unendlich. Es gibt ein Element in uns, das unsterblich ist.
Ein flüchtiger Einblick wird dir gewährt, wenn du erkennst, dass nichts mit dir geschehen ist, dass nichts in dir sich verändert hat.
Tauche tief in die Meditation ein. Alles andere wird kommen und gehen.

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Zufriedenheit hat nichts mit Wohlstand zu tun

Breukelen, Niederlande, 15. Juni 2012

(Anlässlich einer beeindruckenden Zeremonie in der angesehenen Universität von Nyenrode, wurde Sri Sri Ravi heute der Titel eines Ehrendoktors verliehen.)

Der Rektor von Nyenrode, Dr. Maurits van Rooijen FRSA, betonte in seinem Vortrag, was für ein großes Privileg es sei, dass Sri Sri den Doktortitel angenommen habe. In den 65 Jahren seit ihrer Gründung, habe die Universität diesen Doktortitel nur wenigen Personen verliehen, unter anderen Nelson Mandela, A P J Abdul Kalam und Bill Gates.
Er fügte hinzu, Sri Sri´s Arbeit und Leben würden für wahre Führungseigenschaften, Unternehmensgeist und Verantwortungsbewusstsein stehen, welches die drei Grundwerte der Universität Nyenrode seien.

Sri Sri hielt dann folgende Rede vor der Versammlung:

Sehr geehrter Herr Rektor, sehr geehrter Herr Studiendekan, sehr geehrter Stiftungsrat un sehr geehrte hier anwesende Honoratioren

Ich fühle mich sehr geehrt, diesen Ehrendoktortitel der Universität Nyenrode zu erhalten. Ich schätze es wirklich sehr und empfinde Dankbarkeit, von Ihnen ausgewählt worden zu sein, Teil dieser Universität zu sein. Ohne hier studiert zu haben, bin ich heute zu einem Absolvent der Universität geworden.

Aus meiner Sicht gibt es drei wichtige Aspekte in der Erziehung: Information, Beobachtung und Intuition. Es macht mich glücklich zu hören, dass die Universität Nyenrode diese Aspekte alle berücksichtigt.

Wenn wir über Erziehung nachdenken, gehen wir oft davon aus, dass es nur um Information gehe. Das reicht jedoch nicht aus. Schärfe des Geistes ist gefragt, ein Geist, der wach und scharf genug ist, das, was um uns herum und auch in unserem Inneren geschieht, aufzunehmen. Ethik bedeutet, auf das Bewusstsein zu hören, das sich tief in unserem Inneren befindet und entsprechend zu handeln, wenn es um soziale Interaktionen geht. Wir müssen Verantwortung übernehmen für die Atmosphäre, in der wir uns befinden. Diese Haltung, Verantwortung für unsere Umgebung zu übernehmen, macht den ganzen Unterschied aus. Das kann einen sehr glücklich machen und einen motivieren, mehr Arbeit anzunehmen.

Beobachtung ist ein sehr wichtiger Aspekt der Erziehung, dem die Bildungsinstitutionen bisher nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Der dritte wichtige Aspekt ist die Intuition. Wenn wir zurückschauen, können wir feststellen, dass es in der Vergangenheit große Wissenschaftler gegeben hat, die nicht auf eine Universität gegangen sind und kein Diplom erworben haben. Sie haben intuitive Fähigkeiten entwickelt, die sie in ihrem Inneren genährt haben. Beispiele dafür sind Thomas Alva Edison oder sogar Albert Einstein. Für mich beginnt Spiritualität hier. Spiritualität ist das, was uns ermöglicht, in Kontakt mit unserer Beobachtungsgabe zu kommen und unsere intuitive Kapazität zu vergrößern. Wenn der Geist ruhig ist, kann er die Dinge besser wahrnehmen. Wenn der Geist gestört ist, ist auch unsere Wahrnehmung völlig gestört. Es ist also entscheidend, dass der Geist ruhig ist, damit die Wahrnehmung sich verbessert, die Beobachtungsgabe klarer und der Ausdruck verständlicher werden.

Wahrnehmung, Beobachtungsgabe und Ausdruck sind also drei Möglichkeiten, mit der Welt um uns herum in Kontakt zu treten.

Ein Unternehmen hängt stark von seiner Fähigkeit zur Kommunikation ab. Wenn die Kommunikation zusammenbricht, bricht auch das Unternehmen zusammen. Die Kommunikation kann nur dann besser werden, wenn ein Element des spirituellen Erwachens oder der spirituellen Kraft in jedem von uns vorhanden ist.

Wenn wir von Spiritualität sprechen, denken wir meist an jemanden, der dort draußen sitzt und etwas tut, aber das ist nicht der Fall. Wir alle bestehen aus Materie und Geist. Unser Körper besteht aus Kohlehydraten, Proteinen und Aminosäuren. Unser Geist besteht aus Wahrheit, Integrität, Ehrlichkeit, Schönheit, Kooperation und Kreativität. All diese Eigenschaften werden als Spiritualität betrachtet, sie sind Teil unseres Geistes.

In der heutigen Welt besteht eine enorme Bedrohung in Form von Depressionen: Mentale Depressionen, Mangel an Vertrauen oder Vertrauen, das zerstört wurde. Die Angst und die Unsicherheit, was finanzielle Aspekte und Beziehungsaspekte des Lebens betrifft nehmen ebenfalls zu. Also wird es immer lebenswichtiger, dass wir unseren Schwerpunkt auf die Spiritualität verlagern, indem wir innere Kraft aufbauen, Vertrauen in die Menschlichkeit unserer Gesellschaft zurückbringen und unseren Geist wieder auf Mitgefühl und Liebe ausrichten, die den Atem unserer Existenz darstellen. Wir müssen uns von einem mechanistisch gesteuerten Leben zu einem Leben voller Enthusiasmus, Kooperation und Menschlichkeit hinbewegen.

Ich bin froh, dass die Nyenrode Universität den ersten Schritt schon gemacht hat und sich dafür einsetzt.
Ich habe mich sehr gefreut zu hören, dass ein ganzes Departement für Unternehmenskultur und Ethik existiert. Das gibt unserer Gesellschaft Hoffnung. Wenn Narayana vorhanden ist, sollte auch Lakshmi vorhanden sein. Das bedeutet, dass wo Spiritualität besteht, auch Wohlstand bestehen sollte.

Das Durcheinander, mit dem wir gerade in Europa und in anderen Teilen der Welt konfrontiert sind, hat mit der Gier weniger Personen zu tun. Ist es nicht so? Ein Betrug nach dem anderen kommt uns zu Ohren, weil die Korruption in gewisser Weise akzeptiert wird, sowohl auf der sozialen als auch auf der politischen Ebene. Es gibt zwar immer wieder Stimmen dagegen, aber schließlich verstummen sie, und die Dinge sind wieder so, wie sie waren. Deshalb muss eine große Welle gegen Korruption stattfinden.
Meiner Ansicht nach beginnt die Korruption dort, wo das Zusammengehörigkeitsgefühl endet.
Wenn du ein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit bestimmten Menschen hast, wirst du dich ihnen gegenüber niemals korrupt verhalten. Du wirst Menschen, die zu dir gehören, weder Schmiergeld bezahlen noch welches von ihnen annehmen. Die Korruption endet dort, wo das Gefühl der Zusammengehörigkeit endet.

Die Technologie hat die heutige Welt zu einem globalen Dorf schrumpfen lassen. Wir können es uns nicht erlauben, einen sektiererischen Geist aufrechtzuerhalten, der uns denken lässt: „Das gehört zu mir und jenes gehört nicht zu mir.“
Wir müssen die weite Vision einer Welt haben, die eine Familie ist. Das Fehlen einer solchen Vision hat zu so viel Streit geführt. Ansonsten begeben wir uns zurück ins Mittelalter, als im Namen von Rassen, Religionen oder Sprachen ein Krieg nach dem anderen geführt wurde. Dadurch haben wir uns maßgeblich selbst zerstört.

Wie ich schon erwähnt habe, befand sich Indien auf dem Gipfel seines wirtschaftlichen Erfolges, als das spirituelle Erwachen sehr stark war. Zu dieser Zeit steuerte Indien 33% zum Bruttoinlandsprodukt der Welt bei. Als Lord Macaulay das ganze Land durchreiste, konnte er keine arme oder kranke Person finden. Das war die Lage der Geschäfte, als so viel Herz, so viel Dienst am Nächsten und so viel an Zusammengehörigkeitsgefühl vorhanden war. Als dies Dinge nachließen, nahmen Gier, Eifersucht und Hass in der Gesellschaft überhand, und der wirtschaftliche Abschwung ließ nicht lange auf sich warten.

Das ist die Lektion, die wir von der Geschichte lernen sollten. Wir müssen die Menschen aus diesem inneren Kern unserer Existenz heraus zusammenbringen. Um es einfach auszudrücken: Wir müssen wieder wie Kinder werden.

Wir müssen uns vom Erwachsenen, der sich wie ein Roboter verhält, wegbewegen und zu einer Position zurückfinden, bei der wir uns unsere Unschuld bewahren und gleichzeitig intelligent verhalten können.

Kurz ausgedrückt: Eine gewaltfreie Gesellschaft, ein Geist ohne Stress, ein Körper ohne Krankheiten, ein Intellekt ohne Einschränkungen, ein Gedächtnis ohne Traumen sind das Geburtsrecht eines jeden Menschen.

Wir sollten diesen großen Traum träumen und ihn realisieren.

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Die Wege des Karmas sind unergründlich

Bangalore, Indien, 4. Juni 2012

Hast du auch die Erfahrung gemacht, dass Menschen zu deinen Feinden geworden sind, obwohl du nichts Falsches und niemandem etwas Schlechtes getan hast? Und sind nicht wiederum andere Menschen zu deinen Freunden geworden, obwohl du ihnen keinen großen Gefallen erwiesen hast? Wie viele von euch haben solche Erfahrungen gemacht? (Viele heben die Hand.)

Die Wege des Karmas sind unergründlich.

Man sagt deshalb, die Wege des Karmas seien nicht zu verstehen. Unabhängig von deinen Handlungen treten die Dinge ein, die geschehen müssen. Deshalb sind die Wege des Karma unergründlich. Und deshalb sage ich dir auch: Lass all deine Freunde und Feinde beiseite und entspanne dich. Ruhe in deinem Selbst und richte deine Aufmerksamkeit auf das Göttliche.

Verliere nicht die Gelassenheit deines Geistes. Du weißt nicht, wann und wo was geschehen wird. Du weißt nicht, wann ein Freund zum Feind, und wann ein Feind zum Freund werden wird.

Wir wissen nichts auf dieser Welt. Richte deine Aufmerksamkeit deshalb auf die Wahrheit, erfülle aufrichtig all deine Pflichten und meditiere mit Hingabe.

F.: Wie werde ich so machtvoll, wie du es bist? Auf dieser Welt liebt jedermann Macht.
Sri Sri Ravi Shankar:
Die größte Macht liegt in der Ruhe. In tiefer Ruhe und in der Liebe. Wenn diese beiden Dinge im Leben gegenwärtig sind, wird alles andere folgen. Es wird geschehen. Schau, nun da du zu mir gehörst, und ich zu dir gehöre, solltest du dir der Fülle bewusst sein. Wisse, dass du alles hast, dass kein Mangel vorhanden ist. Und wenn du irgendeinen Makel oder irgendeine Unzulänglichkeit bei dir entdeckst, meditiere und mach deine Übungen. Durch deine spirituelle Praxis wirst du sie überwinden.

F.: Guruji, es heißt, es sei sehr gut, den Guru an einem Vollmondtag zu treffen.
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja. Weißt du, dass der Mond den Ozean beeinflusst? Am Vollmondtag sind die Wellen höher. Wir alle wissen, dass der Mond einen Einfluss auf das Wasser hat. Unser Körper besteht zu beinahe sechzig Prozent aus Wasser und enthält Salz, wie der Ozean. Unser Körper ist also eine Miniaturkapsel aus Ozeanwasser. Deshalb hat der Mond einen Einfluss auf den Körper, und alles, was den Körper beeinflusst, beeinflusst den Geist ebenfalls. Deshalb werden Menschen, die durchdrehen, auch lunatic/verrückt genannt. (Anm. d. Ü.: Im Wort lunatic ist das Wort Mond enthalten.)
Unsere Vorfahren empfahlen aus diesem Grund auch, am elften Tag nach Vollmond (hinduistischer Kalender) zu fasten. Wenn der magen leer bleibt, kann der Körper von Giftstoffen gereinigt werden. Fasten hat eine reinigende Wirkung auf den Körper, der von all der unverdauten Nahrung und den Giftstoffen befreit wird.
Es ist nicht notwendig, nach jedem Vollmond zu fasten, aber es wäre empfehlenswert, es während zwei oder drei Tagen jährlich zu tun.

F.: Guruji, es heißt, auf dem Pfad solle man alles loslassen und frei von Absichten und Zielen sein. Ich bin ein sehr beschäftigter leitender Angestellter. Wie kann ich ohne Absicht Verantwortung übernehmen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Es gibt zwei verschiedene Gesichtspunkte, die du nicht durcheinanderbringen darfst. Es gibt zwei Haltungen, die du beherzigen musst. Bei der einen gehst du nach innen und denkst, alles sei in Ordnung, und du wollest nichts. Das nennt sich Meditation.
Wenn du nach außen gehen und arbeiten musst, solltest du selbst in kleinen Einzelheiten Vollkommenheit suchen. Richte deine volle Aufmerksamkeit darauf und übernimm Verantwortung. Wann immer du Unvollkommenheiten bemerkst, musst du die Aufmerksamkeit darauf richten, wie du sie verbessern kannst. Wenn du dich zurückziehen willst, solltest du sagen: „Alles ist gut.“ Eine solche Haltung wird dir dabei helfen, tief in die Meditation einzutauchen.
Einen sattvischen Intellekt hat jemand, der diese beiden Haltungen unterscheiden kann. Eine solche Person kann als intelligent bezeichnet werden.
Ein weiteres Zeichen von Intelligenz ist die Fähigkeit, das Gute auch in einer schlechten Person, das Gute in jedermann sehen zu können.

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Es gibt drei Arten von Anhängern

Bangalore, 1. Juni 2012

Es gibt drei Arten von Anhängern.
1. Diejenigen, die Gott dauernd bitten: „Gott, gib mir dieses! Gott gib mir jenes!“
2. Diejenigen, die immer dankbar sind: „Danke, Gott, du hast mir dieses, du hast mir jenes gegeben!“ Es sind dies die emotionalen Anhänger, die oft beten und aufschreien vor Dankbarkeit.
3. Diejenigen, die immer fröhlich bleiben, lächeln, tanzen und singen – die fröhlichen Anhänger.

Alle drei Arten sind verschieden voneinander, und doch sind sie alle hochstehend. Keine Art ist einer anderen überlegen. Ein Anhänger, der aufschreit, ein Anhänger, der lacht, und ein Anhänger, der immerzu Fragen stellt: Du kannst selbst herausfinden, zu welcher Kategorie du gehörst. Es ist möglich, dass ein Anteil von allen in dir vorhanden ist. Das wäre dann die vierte Art Anhänger: Derjenige, der etwas von allen in sich trägt.

Ein Anhänger, der sich nur da und dort in Spaß verliert, ist nicht fähig, Tiefe zu erreichen, und Tiefe ist ebenfalls notwendig. Das Aufschreien der zweiten Art der Anhänger ist ein Aufschreien, das aus dem Lobpreisen, aus Dankbarkeit und Sehnsucht erfolgt. Es handelt sich nicht um ein Aufschreien, das aufgrund eines empfundenen Mangels geschieht: Dieses oder jenes fehlt, dieses oder jenes ist nicht geschehen. Es geht nicht um das Schreien nach weltlichen Dingen, sondern um das Aufschreien aus Glückseligkeit und Hingabe. Auch das ist notwendig. Es heißt aber auch, die fröhlichen Anhänger hätten mehr Zugang zum Wissen, weil sie wüssten, dass Gott genau jetzt hier sei, hier in ihrem Inneren und in genau diesem Augenblick gegenwärtig.

Die Menschen denken oft, Gott sei irgendwo anders, er habe irgendeinmal in der Vergangenheit gelebt, oder werde zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft erscheinen. Sie vergessen, dass Gott genau hier ist, genau jetzt, in jedem Menschen gegenwärtig, in mir selbst gegenwärtig. Diese Überzeugung sollte vorhanden sein. Die ganzen Übungen, die ihr praktiziert, haben nur den Zweck, das zu erreichen. Die Essenz all dieser Praktiken ist, zu wissen, dass Gott sich in unserem Inneren befindet, genau hier und genau jetzt.

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