Das Herz sollte weich, der Intellekt scharf und der Geist liebenswürdig sein

Bangalore, 29. Oktober 2012

F.: Wie kann man den Geist von einer Depression befreien?
Sri Sri Ravi Shankar:
Als Erstes solltest du aufwachen und erkennen, dass das Leben begrenzt ist. Wir werden noch für 15 oder 20 Jahre hier leben, dann müssen wir alle sterben. In diesen 15 bis 20 Jahren, in denen du lebst, solltest du daran denken, wie du anderen Glück bringen und wie du dich ihnen gegenüber liebevoll verhalten kannst. Wo bleibt da die Depression? Wir denken immerzu daran, was uns selbst geschehen könnte. Dadurch kommt es zur Depression. Solche Gedanken sind der beste Weg, um in einer Depression zu versinken.

F.: Depressionen tauchen dann auf, wenn jemand uns verletzt.
Sri Sri Ravi Shankar:
Wie kann jemand dich verletzen? Menschen, die andere verletzen, sind Dummköpfe. Willst du dich über jemanden beklagen, der wirklich dumm oder geisteskrank ist? Nein. Denk also einfach, diejenigen, die dich verletzen, seien dumm oder krank. Wenn du so denkst, wirst du dich nicht verletzt fühlen.
Wie kannst du denken, jedermann sei weise und müsse deshalb weise handeln? Jeder Mensch hat seinen eigenen kleinen Geist, seine eigenen Wünsche und Probleme, seine eigene Unwissenheit. Akzeptiere die Menschen einfach.
Niemand kann uns verletzen, wenn wir es nicht zulassen.

F.: Gurudev, ich fühle deine Liebe und Zuneigung in jedem Augenblick, aber manchmal bin ich einfach nicht fähig, das göttlich Wissen, das du an uns weitergibst, zu verstehen. Was soll ich tun, um sowohl deine Liebe als auch dein Wissen zu erhalten?
Sri Sri Ravi Shankar:
Wenn etwas für dich schwierig zu verstehen ist, ist es gar nicht zu verstehen. Wenn es dir über den Kopf wächst, solltest du es loslassen. Nimm nur das an, was du verstehen kannst.
Die Aufnahmefähigkeit für Wissen ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Wenn es jedoch um Gefühle der Hingabe geht, gibt es keine Einschränkungen. Jeder Mensch ist gleich und hat diesbezüglich die gleichen Fähigkeiten. Es gibt keine besondere Qualifikation dafür.
Bei der Aufnahmefähigkeit für das Wissen ist es so, dass manche Menschen mehr, manche weniger aufnehmen können. Es besteht jedoch keinerlei Unterschied, wenn du Hingabe und ein Gefühl der Einheit empfindest.
Denke nicht, Gott werde nur glücklich über dich sein oder dich nur dann lieben, wenn du viel Wissen aufnehmen kannst.
Das Wissen ist zu deiner eigenen Freude da.

Um deinen Intellekt zu reinigen, brauchst du Wissen.
Um dein Herz zu reinigen, brauchst du Liebe.
Um dein Karma zu reinigen, brauchst du Seva.
Die drei Dinge sollten Hand in Hand gehen.

F.: Gurudev, wenn wir nach außen schauen, empfinden wir Eifersucht. Kann das auch geschehen, wenn wir den Guru im Außen sehen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja. Wenn du denkst: „Schau, Gurudev hat ihm eine Girlande gegeben, mir aber nicht!“ oder: „Gurudev hat mit ihm gesprochen, mit mir aber nicht!“ oder: „Er ist an mir vorbeigegangen, hat mich aber nicht angelächelt. Ist er böse auf mich?“ Wenn du so denkst, projizierst du nur deinen eigenen Geist.
Warum sollte ich böse auf dich sein? Das wäre niemals der Fall, auch dann nicht, wenn du einen Fehler begangen hättest. Wenn jemand etwas Falsches getan hat, wird er automatisch selbst dafür bezahlen. Denke also nie, der Guru sei böse auf dich oder ignoriere dich. Es ist nicht so.
Schaue nicht auf den äußeren Schein, schaue nach innen und erkenne, dass du Gott ebenso lieb bist, wie alle anderen Menschen. Wenn dieser Gedanke sich in deinem Geist verdichtet, wird es keine Eifersucht mehr geben.

F.: Was für eine Sichtweise sollten wir haben, wenn wir auf den Guru schauen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Wir sollten davon ausgehen, dass jedermann zu ihm gehört und tolerant sein.
Wichtig sind Stabilität des Geistes, Schärfe des Intellekts und Weichheit des Herzens. Diese drei Dinge sind im Leben wichtig.
Das Herz sollte also weich, der Intellekt scharf und der Geist liebenswürdig sein. Verliere diese drei Dinge niemals.
Und wenn es einmal so aussieht, als seien sie verlorengegangen, denke, dass es nicht so sei, dass sie nur verborgen seien.

F.: Gurudev, hat es positive Auswirkungen auf die Menschen in unserer Umgebung, wenn wir meditieren? Profitieren auch unsere Vorfahren und die zukünftigen Generationen davon?
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja, wenn wir meditieren, beeinflusst das jedermann. Ermutige alle Menschen, die jetzt leben, zu meditieren. Rituale und Gottesdienste alleine reichen nicht aus.
Diejenigen, die gestorben und hinübergegangen sind, werden sich freuen, wenn du meditierst.

F.: Wie kann man Intelligenz und Unschuld im Gleichgewicht halten? Wir neigen dazu, unsere Unschuld zu verlieren.
Sri Sri Ravi Shankar:
Nein, nein, du kannst deine Unschuld nicht verlieren. Sie liegt in deiner Natur. Wenn es so aussieht, als hättest du sie verloren, solltest du darauf zurückkommen. Dazu ist nicht mehr als eine Minute erforderlich. Sobald du dir dessen bewusst bist, hast du sie schon zurückerlangt. Unschuld ist im gegenwärtigen Augenblick immer vorhanden. Wir sind im gegenwärtigen Augenblick unschuldig.

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