Meditation: Fragen und Antworten/Teil 3

F.: Wie kann ich die positive Energie des Ashrams in Zukunft aufrechterhalten?
Sri Sri:
Indem du meditierst, singst und chantest.

F.: Wenn ich in einer Gruppe bin, habe ich oft das Gefühl, nicht dazuzugehören. Wie kann ich das überwinden?
Sri Sri:
Das muss ein altes Muster sein. Mache einen Schritt, mache einen Sprung vorwärts. Sage zu dir selbst: „Ich werde mich zugehörig fühlen, was auch immer geschieht.“ Auf diese Weise kannst du deine Gefühle meistern. Lasse nicht zu, dass deine Gefühle dich beherrschen. Wenn du dich in einer Gruppe unwohl fühlst, geschieht das aufgrund von Schranken, aufgrund des Egos. Atme tief ein und beobachte das Unbehagen. Es wird verschwinden.

F.: Auf meinem spirituellen Pfad bin ich durch verschiedene Traditionen gegangen. Letztes Jahr begann ich Kriya Yoga zu praktizieren, und ich dachte, ich hätte meinen Weg gefunden. Nun praktiziere ich die Sudarshan Kriya. Kann ich beides tun oder sollte ich nur einen Weg wählen? Wie kann ich meditieren, ohne die Technik einer anderen Tradition zu benutzen, solange ich den Sahaj Samadhi Kurs noch nicht gemacht habe? Schließlich würde ich es wirklich schätzen, nicht mehr suchen und nicht mehr dauernd meine spirituelle Praxis wechseln zu müssen!
Sri Sri:
Alles, was du bisher praktiziert hast, hat dich hierher geführt. Vermische die Übungen nicht. Wenn du nun auf diesem Pfad bist, solltest du bleiben. Wenn du keine Fortschritte machst, werde ich dir persönlich nahelegen, weiterzugehen. Mache weiter. Hier hast du Stille und Musik, Seva und Spaß, Weisheit. Jeder Aspekt des Lebens wird berücksichtigt, und das ist so wunderbar.

F.: Ist es eine bewusste Entscheidung von dir, den Schwerpunkt auf die Jugend zu richten? Die Jugendlichen werden in großer Anzahl von dir angezogen.
Sri Sri:
Wir versuchen nicht, irgendjemanden zu beeinflussen und besonders die Jugend oder sonst irgendjemanden anzuziehen. Ich bin einfach das, was ich bin. Wenn du dich durch mich inspirieren lässt, schön und gut. Wenn nicht, dann kannst du mich inspirieren! Entweder wirst also du inspiriert, oder aber du inspirierst mich. Das ist unsere Haltung und die Haltung all derer, die zu uns kommen. Auch sie kommen gut an. Lächle oder bringe mich zum Lächeln. Inspiriere oder lasse dich inspirieren. Vergnügen und Feiern sind ein Teil deiner Persönlichkeit. Die Seele ist vollkommene Glückseligkeit, so steht es in den Upanishaden. Spiritualität ist nicht langweilig. Sie ist die Würze des Lebens. Mache kein ernsthaftes Thema daraus, sonst entsteht nur ein neues Fach. Spiritualität sollte wie Klatsch sein: Locker und vertraulich.

F.: Was ist besonders am gegenwärtigen Zeitalter, bei dem wir überall Zeichen einer Wiederbelebung der Spiritualität und der Meditation erkennen können?
Sri Sri:
Jede Periode ist immer dann etwas Besonderes, wenn Werte aufkommen. Menschliche Werte lassen eine Zeit speziell werden. Feierlichkeiten lassen eine Zeit speziell werden. Das ist das Besondere an Feierlichkeiten: Sie lassen alles speziell werden.

F.: Während des Art of Living Grundkurses wird großen Wert auf den Atem gelegt. Warum ist das so?
Sri Sri:
Der Atem spielt eine sehr wichtige Rolle in unserem Leben. Der Atem ist das Bindeglied zwischen der inneren Welt des Geistes und der äußeren Welt des Körpers und der Umgebung.
Es gibt sieben Ebenen der Existenz: Körper, Atem, Geist, Intellekt, Gedächtnis, Ego und Sein.
Meditation funktioniert so, dass sie eine Auswirkung auf den Geist hat, die aus der Ebene des Seins kommt. Durch den Atem wird diese Auswirkung auch auf die körperliche Ebene gebracht.

F.: Wie geht man mit Wünschen um?
Sri Sri:
Wo standest du, bevor der Wunsch auftauchte, und wo stehst du, nachdem der Wunsch erfüllt worden ist? Du wirst feststellen, dass es wie ein Karussell ist. Du verlässt es am selben Ort, wo du eingestiegen bist. Du wirst herausfinden, dass du derselbe bist, auch wenn der Wunsch erfüllt worden ist. Du bist die ganze Zeit herumgerannt… Wenn der Wunsch nicht erfüllt wird, dann wirst du etwas mehr Spannung und Steifheit in deinem Nervensystem verspüren. Schau, Meister sagen verschiedene Dinge zu verschiedenen Zeiten, um verschiedenen Zeitaltern, Situationen und Menschen gerecht zu werden. Sie alle erfüllen einen Sinn, haben ihre Zeit und ihren Ort. Menschen, die gar keine Wünsche haben, schlafen, essen und trinken, und das reicht ihnen. Sie werden noch nicht einmal meditieren oder das Leben und die Wahrheit hinterfragen.

F.: Mein geliebter Gurudev, ich denke, ich kann bei allem leidenschaftslos sein. Wie aber kann ich das schaffen, wenn es um dich geht?
Sri Sri:
Ein zerstreuter Geist kann einen Fokus haben! Wenn der Geist zu zerstreut ist, wenn er einen Fokus hat, dann wird die Natur sich automatisch als Nächstes darum kümmern. Es wird geschehen, und zwar auf natürliche Weise. Es geschieht ja schon, nicht wahr?
Der Geist zieht sich aus all diesen Erfahrungen zurück… Du kannst Körper und Geist nicht trennen. Der grobstoffliche Aspekt des Geistes ist der Körper, und der feinstoffliche Aspekt des Körpers ist der Geist. Sie ziehen sich zurück und ruhen und gelangen gleichzeitig in einen Zustand der Trägheit, bei dem das Wissen im Geist, im Bewusstsein in den Hintergrund gelangt, genauso, wie es beim Sonnenuntergang geschieht.
Was geschieht dort? Die Nacht kommt, aber die Sonne ist nicht verschwunden, sie „versteckt“ sich nur. Ähnlich ist es, wenn das Wissen, das Bewusstsein in diesem Leben sich zurückziehen und sich in eine andere Dimension begeben. Man wird dann vom Schlaf überwältigt. Deshalb wird dieser Zustand „Das Dunkle“ genannt: Die Trägheit nimmt überhand und braucht ihre Zeit… Und dann kommt der Wachzustand wieder zurück.
Am besten lassen sich die drei Bewusstseinszustände – wach, schlafend, träumend – mit der Natur vergleichen. Die Natur schläft, wacht auf und träumt. Das geschieht in einem großartigen Ausmaß in der Existenz und in einem geringeren Ausmaß im menschlichen Körper. Wachzustand und Schlaf entsprechen dem Sonnenaufgang und der Dunkelheit, der Traum dem Zwielicht dazwischen.

F.: Was ist deiner Meinung nach die beste Erziehung für die Seele?
Sri Sri:
Meditation und Mitgefühl.

F.: Immer wenn ich meditiere, verspüre ich eine gewisse Schwingung.
Sri Sri:
Das ist gut. Schwingungen oder Empfindungen sind normal. Beachte sie nicht allzu sehr. Erfahrungen verändern sich.

F.: Wie kann ich meinen Geist dazu bringen, sich auf Gott zu fokussieren?
Sri Sri:
Wenn Liebe vorhanden ist, ist keine Konzentration erforderlich. Geh einmal davon aus, dass du Astronomie liebst. Du musst dich in diesem Fall nicht anstrengen, um Astronomie zu studieren. Konzentration ist nur dann notwendig, wenn du etwas nicht liebst. Wenn du eine Fernsehsendung liebst oder sie dich interessiert, kostet es dich keine Anstrengung, sie dir anzusehen. Meditation, Atemübungen und Bhajans werden automatisch zu Zielstrebigkeit führen, und dazu, dass du dich auf Gott fokussierst.

F.: Wie kann ich den Geist kontrollieren, wenn es um schlechte Gewohnheiten geht?
Sri Sri:
Der Geist kann nicht direkt kontrolliert werden. Das kann nur durch Meditation und Atemübungen erreicht werden.

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