Jedes Individuum kann Vertrauen fördern oder Vertrauen zerstören

Montreal, Kanada, 13. Mai 2012

Die heutige Botschaft besagt, dass jeder von euch eine Führungspersönlichkeit ist. Du führst irgendjemanden irgendwohin. Entweder du führst ihn auf den richtigen Weg oder du führst ihn in die Irre. Mit Sicherheit ist jeder ein Führer. Wenn du jeden Menschen auf den richtigen Pfad bringen willst, muss dein Leben sehr rein, unbefleckt sein. Das ist hier der Fall. Wir sind hier fleckenlos rein. Sehr klar und sehr rein. Das ist nichts, was wir erreicht haben, sondern ein Geschenk.

Weißt du, in diesen 56 Jahren habe ich niemals auch nur ein einziges böses Wort zu irgendjemandem gesagt. Das Schlimmste, was ich gesagt habe, war Dummkopf, mehr ist nicht über meine Lippen gekommen. Aber ich kann mir das nicht als Verdienst anrechnen, denn andere Worte kommen mir gar nicht in den Sinn. Unfreundliche Worte tauchen gar nicht erst auf.

Was ich sagen will ist: Wenn du erkennst, dass selbst diese Reinheit im Leben nicht durch dich entstanden, sondern als Geschenk zu dir gekommen ist, wird die Bescheidenheit in deinem Leben aufrechterhalten. Es gibt keine Fallstricke. Fehlt die Bescheidenheit bei einer Person, dann kommt es zum Fall.

Nun, jedermann ist also ein Führer. Wenn du die Menschen auf den richtigen Pfad führen willst, ist es notwendig, dass du rein bist, rein von innen heraus. Und wie wirst du rein? Wenn du dich mit der Reinheit verbindest, wirst du rein. Reinheit kommt Hand in Hand mit dem Wissen, der Weisheit, den Atemübungen und all diesen Dingen.

Was macht das Wissen mit dir? Wissen reinigt dich ganz einfach. Es ist wie ein Reinigungsmittel. Es gibt nichts Besseres als Wissen, wenn es darum geht, dich zu reinigen.

Jedes Individuum ist im gegenwärtigen Augenblick rein. Es spielt dabei keine Rolle, wie die Vergangenheit gewesen ist. Stoße diese Dinge ab und lass los. Gib alles hin, denn wenn es das Wort hingeben überhaupt gibt, kann es nur die Vergangenheit betreffen. Wie auch immer die Vergangenheit gewesen ist, lass alles los. Im gegenwärtigen Augenblick bist du rein und unschuldig, daran musst du glauben. Es reicht, wenn du an deine Reinheit glaubst.

Vollkommenheit besteht gerade jetzt.

Wissen reinigt dich also. Wenn du aber denkst: „Oh, ich bin der reinste aller Menschen. Ich habe ein sehr gutes Herz und einen sehr guten Geist!“, dann kann ein solches Ego auch gefährlich sein. Es führt schnell dazu, dass du unrein wirst.

Es ist also wichtig, die Reinheit zu ehren, es aber nicht hervorzuheben. Bescheiden zu sein, aber nicht für sich in Anspruch zu nehmen, die bescheidenste Person auf dem Planeten zu sein. Das wäre lächerlich.

Wenn wir rein sind, können wir jeden Menschen anleiten, wir können die ganze Welt auf den richtigen Weg bringen.

Reinheit sollte in Gedanken, Worten und Taten bestehen.

Viele von euch werden sich die Frage stellen, wie sie ihre Gedanken rein halten können.

„Guruji, unsere Taten und selbst unsere Worte können wir kontrollieren, wie aber sollen wir das bei unseren Gedanken erreichen?”

Ich sage euch, das wird mit der Zeit automatisch geschehen. Wenn der Körper gereinigt wird, wird auch der Geist gereinigt, und es ist wichtig, in guter Gesellschaft zu sein.

Schau, wenn du mit Menschen zusammen bist, die sehr sattvisch sind, wenn du dich in der richtigen Atmosphäre befindest, tauchen solche Gedanken gar nicht erst auf. Wann erscheinen sie? Sie erscheinen dann, wenn du mit Menschen zusammen bist, die nervös, ärgerlich und erregt sind. Es sieht so aus, als würdest du ihre Schwingungen aufnehmen.

Mache nun aber nicht jedes Mal andere dafür verantwortlich, wenn ein negativer Gedanke bei dir auftaucht. Sage nicht: „Diese Person hat den Gedanken in meinen Kopf gebracht!” Der Geist ist so durchtrieben, dass er dir in jeder Situation eine Falle stellen kann.

Es gibt ein Sprichwort in Sanskrit, das besagt: Sobald du etwas aussprichst, sind die Dinge schon verzerrt. Atemübungen und Meditation werden die Gedanken reinigen.

Was die Worte betrifft: Deine Entschlossenheit, dein Wille, keine dieser unangenehmen Worte zu äußern, die nicht aus deinem Mund kommen sollten, werden dir helfen, sie nicht zu äußern.

Du solltest den Beschluss fassen, solche Worte nicht auszusprechen, weder dann, wenn du selbst einen Fehler begehst, noch dann, wenn eine andere Person es tut.

Wir müssen unsere Sprechweise kultivieren. Wenn wir Kindern gegenüber unfreundliche Worte äußern, werden sie es aufnehmen und dasselbe tun.

Die Taten sind weniger bedeutend. Am wichtigsten ist dein Geist.

Jedermann ist also ein Führer. Du führst die Menschen entweder ins Licht oder in die Dunkelheit. Du kannst ihnen entweder Dinge erzählen, die sie verwirren, sodass sie all die guten Dinge verlieren, die sie in ihrem Herzen und in ihrem Geist über das Gute oder über die Gesellschaft haben, paranoid werden und in die Irre gehen. Oder aber du führst sie zur Weisheit und zur Freude. Jedes Individuum kann Vertrauen fördern oder zerstören. Jeder Mensch besitzt diese Fähigkeit. Du kannst das Vertrauen eines Menschen jedoch nicht für immer zerstören, sondern nur vorübergehend. Während acht oder zehn Jahren dreht sich sein Geist dann im Kreis. Er glaubt nicht daran, dass es auf dem Planeten gute Menschen gibt, und denkt, alles sei schlecht, und alle Menschen seien unverbesserlich.

Es gibt drei Arten des Vertrauens:

1. Vertrauen in eine Macht, die jenseits aller Erklärungen, jenseits von Logik ist. Eine Macht, die das ganze Universum einhüllt.
Es gibt keinen Gott, der irgendwo sitzt und dich bestrafen will. Es gibt ein Gesetz, eine göttliche Energie. Du kannst sie als göttlich bezeichnen oder als Grundenergie der Schöpfung, die eine vollkommene Ordnung aufweist. Das ist die beste Definition von Gott. Gott ist das Energiefeld in perfekter Ordnung, das sehr einfühlsam und liebend ist.
Die erste Art von Vertrauen ist also das Vertrauen in die liebende Energie, die das Universum ausmacht.

2. Vertrauen in die Güte der Menschen. Es gibt auf diesem Planeten gute Menschen mit gutem Herzen. Es gibt unschuldige Menschen.

3. Vertrauen in dich selbst, also Selbstvertrauen.

Schlechte Gesellschaft zerstört alle drei Arten von Vertrauen.
„Was kannst du schon tun? Du kannst in dieser Welt nichts tun. Du bist in einer Illusion gefangen.“
Schlechte Gesellschaft führt dazu, dass du auf diese Weise dein Selbstvertrauen und das Vertrauen in das Gute der Menschen um dich herum zerstörst, und sie vermittelt dir, die Welt sei ein schrecklicher Ort.

Kürzlich kam ein Ehepaar zu mir und erzählte, ihr fünfzehnjähriger Sohn hätte Selbsmord begangen. In seinem Abschiedsbrief habe gestanden: „Die Welt ist ein schrecklicher Ort. Ich finde nirgendwo Hoffnung. Die Menschen kämpfen wegen Religionen, und überall gibt es Verbrechen.“
Ein junger, strahlender Junge empfand diese Welt als dunklen Ort und wollte hier nicht mehr leben.

Weißt du, dass man davon ausgeht, dass in Japan dreißig Tausend Jugendliche jährlich Selbstmord begehen? Warum? Nicht wegen der Armut, sondern weil das Vertrauen in die Güte der Menschen und in die Gesellschaft verloren gegangen ist. Verstehst du, was ich sagen will?

In unserer Gesellschaft wird folgende Art von Unsicherheit erschaffen: Jedermann wird als Betrüger, als egoistisch und als nicht gut betrachtet. So trennen Menschen selbst nach der Heirat noch ihre Dinge, weil sie Angst haben, beim Zusammenleben im gleichen Haus könne jederzeit irgendetwas geschehen.
Das bedeutet, dass du noch nicht einmal an die Rechtschaffenheit deiner eigenen Ehefrau oder deiner eigenen Kinder glaubst, ganz zu schweigen von derjenigen der Nachbarn.

Schlechte Gesellschaft zerstört also dein Vertrauen in die Rechtschaffenheit der Menschen und in die Gesellschaft, und schließlich auch dein Selbstvertrauen.
„Du kannst nichts tun, wie willst du irgendeine Änderung in dieser Welt bewirken, das ist unmöglich! Sei einfach praktisch!“
Das ist die eine Art von Führer. Unbewusst wird er die Menschen in diese Richtung lenken.

Gute Führer bringen Enthusiasmus, Zufriedenheit und Energie. Sie ermutigen andere Menschen, vorwärts zu gehen.
„Mach dir nichts draus, wenn du zehn Mal gescheitert bist. Steh auch zum elften Mal wieder auf und lauf! Du bist fähig, zu laufen!“ Ein guter Führer flößt jemandem ein solches Vertrauen ein.

Selbst unter Kriminellen gibt es Güte. Auch im Inneren eines Verbrechers ist ein guter Mensch vorhanden. Wir wissen das von vielen unserer Lehrer, die das Prison Smart Programm unterrichtet haben. Fragt sie, wie es sich anfühlt, wenn sie Gefängnisinsassen treffen und mit ihnen reden. Auch im Inneren von jemandem, der von der ganzen Welt verurteilt worden ist, gibt es einen guten Menschen, nicht wahr?

Ein guter Führer ist einer, der selbst in Menschen, die kriminelle Dinge getan haben, Güte zum Vorschein bringt. Auch in ihnen ist Güte vorhanden. Er führt dich in Richtung Zufriedenheit, Vertrauen und Wissen.

Ein schlechter Führer ist einer, der selbst im besten Menschen oder auch in einem Kind noch etwas Schlechtes findet und versucht, es zu beweisen.

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