Fragen und Antworten über die Meditation

20.4.12

F.: Was ist deine Ansicht über Gott?
Sri Sri Ravi Shankar:
Was für eine Ansicht man auch immer haben mag, Gott existiert!
Wir denken, Gott sei jemand, der irgendwo im Himmel sitzt, aber das ist nicht so! Gott ist Liebe, und Liebe ist das, woraus das ganze Universum besteht. Nicht urteilend, und immer für jedermann und zu jeder Zeit verfügbar. Diese Energie kannst du Gott nennen. Sie ist jenseits aller Erklärungsversuche und jenseits jeden Verständnisses.

F.: Wie kann ich die Stimme in meinem Kopf zur Ruhe bringen während ich meditiere?
Sri Sri Ravi Shankar:
Es gibt mehrere Dinge, die du dafür tun kannst. Als Erstes solltest du es akzeptieren und nicht dagegen ankämpfen. Wenn du dagegen ankämpfst und der Meinung bist, das Geräusch dürfe nicht da sein, und du müssest es loswerden, dann wird es erst recht weiterbestehen, je mehr du dich davon befreien willst. Das Prinzip des Bewusstseins oder des Geistes funktioniert so, dass Widerstand etwas nicht beseitigt, sondern es wachsen lässt. Als Erstes musst du es also loslassen und keinen Widerstand dagegen leisten.

Zweitens gibt es – wie ich es erwähnt habe – fünf verschiedene Möglichkeiten, um in die Meditation einzutauchen. Atemübungen werden dir dabei helfen, den Lärm loszuwerden. Auch geeignete Nahrung kann sich auf die Meditation auswirken. Übungen, Körperhaltungen, verfeinerte Emotionen, gutes Verständnis, all diese Dinge werden bei der Meditation helfen.

F.: Lieber Guruji, ich hatte eine wunderbare Meditation. Ich war mir dessen bewusst, hatte aber keine Empfindungen in meinem Körper. Es gab nur das „Ich bin“. Dann begann mein Körper sich ruckweise zu bewegen und ich war zurück. Was ist da geschehen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Das ist gut, du hast einen kleinen Einblick in diesen inneren Zustand bekommen, in dieses Bewusstsein, das du bist. Das ist ganz normal und gut. Versuche nun aber nicht, diese Erfahrung morgen zu wiederholen. Das wird nicht gelingen. Jedes Mal wird sich dir ein neuer Schatz offenbaren. Nimm ihn an und hänge nicht an Erfahrungen fest. Wir sind viel größer als all diese Erfahrungen.

F.: Während der Meditation wird mein Geist zwar ruhig, aber ich konnte ihn noch nicht transzendieren oder über ihn hinauswachsen. Ich versuche es sehr stark.
Sri Sri Ravi Shankar:
Du solltest nicht versuchen, über den Geist hinauszugelangen. Du solltest dir zuliebe nichts tun und die Dinge einfach geschehen lassen. Auf dem Massagetisch übergibst du dich auch der Fürsorge des Masseurs. Er macht die Arbeit, und du tust nichts. Genauso ist es bei der Meditation. Du tust nichts und lässt zu, dass die Natur sich um dich kümmert. Der Geist wird sich um dich kümmern.

F.: Nachdem ich eine Zeit lang meditiert hatte, wurde ich mir über einige meiner Reaktionsmuster bewusst, wie zum Beispiel über meine Verteidigungshaltung oder meinen Ärger. Wie kann ich mich selbst dazu bringen, anders zu reagieren?
Sri Sri Ravi Shankar:
Weise all die Dinge zurück, die du als deine Muster betrachtest und lass sie einfach sein. Wenn du dir Muster zulegst wie „Ich bin immer ärgerlich, oder „Ich bin immer in einer Verteidigungshaltung“, dann klammerst du dich an der Vergangenheit oder an bestimmten Mustern fest. Weise sie also zurück. „Sie sind in meinen Raum gekommen und waren gestern da. Na und?“
Manchmal siehst du dunkle Wolken am Himmel, aber sie gehören dem Raum nicht. Der Raum erlaubt ihnen lediglich vorbeizugehen.
Ähnlich ist es mit den Emotionen: Manchmal tauchen angenehme, manchmal unangenehme Emotionen auf.

F.: Ich habe gehört, dass das ganze Leben zu einer andauernden Meditation werden kann, wenn man jahrelang meditiert hat. Kannst du das erklären?
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja! Diese innere Ruhe bleibt bestehen, was immer du tust. Ob du nun gehst, sprichst, isst, plauderst oder Nachrichten schaust, diese gewisse Gelassenheit dauert an. Sie wird zur Gewohnheit und verlässt dich nicht.
Aber auch hier gilt: Suche nicht nach einer bestimmten Erfahrung. Es kann zu jedem Zeitpunkt geschehen. Wen kümmert es! Das sollte deine Haltung sein. Das Beste, was du sagen kannst ist: „Lass es geschehen!”
Du musst nur wissen, wie du dich tief entspannen kannst. Anstrengungslos, denn das, was du durch Anstrengung erlangen kannst, ist materiell und begrenzt. Wenn du etwas auf der spirituellen Ebene, wenn du etwas Höheres erreichen willst: Anstrengung ist in diesem Bereich nicht die richtige Sprache. Du musst alle Bemühungen loslassen. Dann bekommst du etwas Größeres.
Die materielle Ebene macht nur ein Zehntel der ganzen Existenz aus, neun Zehntel sind spirituelle Bereiche.
Liebe und Mitgefühl können auch nicht durch Anstrengung erreicht werden. Wenn du sagst: „Ich versuche sehr stark, mitfühlend zu sein“, dann ist gerade das das Hindernis. Entpanne dich einfach, und du wirst mitfühlend sein. Es sind gerade deine starken Bemühungen, glücklich zu sein, die dein Glück verhindern. Anstrengung ist die Sprache der materiellen Welt. Wenn du dich nicht anstrengst, kannst du kein Geld verdienen, nicht studieren, keine guten Noten bekommen, keinen akademischen Grad erwerben. Alles in der materiellen Welt braucht Anstrengung. Wenn du ein Haus bauen willst, musst du dich darum bemühen. Es wird nicht geschehen, wenn du dich einfach nur hinsetzt und nachdenkst. Wenn du etwas Spirituelles erreichen möchtest, ist gerade der umgekehrte Mechanismus erforderlich – keine Bemühungen! Ein paar Momente ohne jegliche Anstrengung, was auch immer geschieht.

Vielleicht möchtest du mir sagen, dass es schwierig sei, nichts zu tun, dass es schwierig sei, ruhig zu sein. Aber das sieht nur so aus. Nach ein paar Tagen hier wirst du sehen, wie einfach, wie leicht es ist!

F.: Wie kann man es erreichen, den aktuellen Bewusstseinsbereich zu verlassen und in andere Bereiche spirituellen und mentalen Verständnisses einzutreten? Welches ist die beste Möglichkeit, die physische Welt hinter sich zu lassen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Durch den fünften Aspekt, den ich erwähnt habe, durch das Wissen! Es ist nicht so, dass du etwas zurücklassen und weggehen musst. Erkenne die Schönheit – das, was so wunderschön, so wundervoll und so faszinierend ist – mitten in all dem Lärm, in dem du dich befindest, gerade hier und jetzt!

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