Ein Guru ist ein Spiegel

15. Februar 2012

Ich heiße euch alle wieder zu Hause willkommen! Ihr seid alle von weither gekommen, ruht euch also alle gut aus.
Nach vielen Jahren wird Shivaratri (hinduistische Feier) dieses Jahr im Ashram gefeiert. Normalerweise  wird für die Shivaratriveranstaltung ein größerer Veranstaltungsort benötigt, aber wir dachten, dass wir alle irgendwie Platz haben und aufgenommen werden können. Wir brauchen die ganze Zeit größere Orte. Wenn es im Herzen Platz gibt, gibt es überall Platz. Das bedeutet aber, dass ihr alle auch ein wenig Verantwortung übernehmen müsst.

F.: Guruji, in Russland behaupten manche Menschen, die Veden seien auch in diesem Land gefunden worden. Kannst du bitte etwas darüber sagen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja, das ist möglich. Irgendwann sind sie überall aufgetaucht, in Südamerika, in Mexiko, in Peru. Sie waren an all diesen Orten.

Die Zivilisation der Maya in Peru kam übrigens aus Sri Lanka. Die ganze Welt war zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte miteinander verbunden. Deshalb gehören die Veden nicht zu einem bestimmten Land, sondern sind universell.
Experten sagen, dass die russische Sprache eine Menge Wörter aus dem Sanskrit enthält. Dasselbe gilt für die deutsche Sprache.

F.: Wie kann man ein Sankalpa (Intention, Absicht) setzen, und wie kann man dafür sorgen, dass es stark und wirksam wird?
Sri Sri Ravi Shankar:
Indem du hohl und leer bist! Wenn ein Sankalpa in deinem Herzen auftaucht, solltest du es setzen und dein Bewusstsein im Kontext mit Zeit und Raum im weiten Universum ausdehnen. In diesem riesigen Universum, in dieser gewaltigen Zeit, möchte ich, dass dieses unbedeutende Sankalpa sich erfüllt, und ich vertraue auf die Gnade Gottes, dass es geschehen wird. Das ist es, was getan werden muss. Wünsche dir etwas und fühle es. Es wird gehört werden.

Wenn du zum Beispiel jemandem eine Frage stellen möchtest, aber Zweifel daran hast, dass die Frage beantwortet wird, wirst du die Frage schon vorsichtig stellen, nicht wahr? Du wirst zögern, die Frage zu stellen oder irgendwelche Fehler begehen, während du fragst. Richtig zu fragen bedeutet also, zu wissen, dass die Person die Antwort kennt und sie dir auch geben wird.
Wenn du an einer Tankstelle nach einem bestimmten Ort fragst, hast du volles Vertrauen, dass die Person an der Tankstelle es weiß. Sonst bräuchtest du ja gar nicht zu fragen, nicht wahr?
Dieses Vertrauen solltest du haben, im Sinne von: Ich habe diese Bitte, und sie wird mir gewährt werden.

F.: Guruji, kann ich in voller Freiheit leben? Oft wird meine Freiheit zu einem Problem für jemand anderes.
Sri Sri Ravi Shankar:
Ja, du musst achtgeben, dass deine Freiheit niemanden in Schwierigkeiten bringt. Du solltest den Mittelweg wählen. Wenn du deinen Fokus immer auf andere richtest, wirst du dich irgendwann einmal frustriert fühlen. Wenn du nur an dich selbst denkst, wirst du andere frustrieren. Also musst du einen Mittelweg gehen. Es sollte ein Geben und Nehmen stattfinden.

Nimm einmal an, jemand möchte, dass du eine Arbeit für ihn tust, während du aber meditieren möchtest. Bei einem Notfall ist es in Ordnung, die Arbeit zu tun. Wenn es aber nicht so dringend ist und es sich um alltägliche Dinge handelt, dann nimm dir die Zeit für dich und meditiere.

F.: Guruji, wann immer wir dich betrachten, geschieht irgendetwas. Geschieht auch etwas mit dir, wenn du dich selbst im Spiegel betrachtest?
Sri Sri Ravi Shankar:
(Lacht.) Tatsächlich?! Geschieht etwas?! Ich bin selbst ein Spiegel. Wenn du mich betrachtest, siehst du dich selbst. Wenn du ein liebender Mensch bist, wirst du Liebe in mir sehen. Ein Guru ist ein Spiegel.

F.: Guruji, viele Psychologen behaupten, Liebe existiere nur in unserer Vorstellung. Ich habe auch gelesen, dass wahre Liebe nur aufgrund von Wahrheit entstehen kann. Hängen Liebe und Wahrheit zusammen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Liebe ist etwas, was überall gegenwärtig ist. Sie kann manchmal aus der Vorstellung heraus oder auch ohne jeden Grund spontan entstehen. Sie kann manchmal schon auftauchen, wenn man nur jemanden sieht, aber auch während du ruhst. Wenn du am Abend einen Spaziergang machst, oder während die Sonne untergeht, kann sich etwas im Inneren deines Geistes rühren. Es kann auch während der Mediation geschehen.
Liebe ist deine Natur. Sie ist in deinem Inneren und um dich herum ewig vorhanden. Es lässt sich also nicht sagen, was die Liebe zum Erblühen bringen wird.

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