Wissen entfernt die Dunkelheit der Unwissenheit im Leben…

15. Januar 2012

Wirkliche Bildung – so glaube ich – ist eine Bildung, durch die das Individuum gestärkt wird und keinem Leid ausgesetzt ist. Wenn jemand kritisiert, kann man der Kritik mutig zuhören. Wenn man selbst kritisieren oder kommentieren muss, kann man es mit Geduld und Vertrauen ohne zu zögern tun.

Es sollte keine Schüchternheit geben, sondern stattdessen Freude und ein Gefühl von geistiger Erfüllung – das ist Wissen. Wissen entfernt die Dunkelheit der Unwissenheit im Leben und macht dich froh. Ohne Wissen bleiben wir im Leben depressiv. Wenn jemand depressiv ist, musst du wissen, dass es ihm an Wissen mangelt. Was gibt es für einen Grund für Kummer? Was immer du erhalten hast wird vielleicht weggehen, wir werden alles zurücklassen. Nichts wird bestehen bleiben. Alles wird sich verändern. Nichts wird konstant bleiben, weder unser Körper, noch unser Zuhause, noch unser Beruf, noch unser Prestige. Eines Tages werden wir über all diese Dinge hinweggehen. Woraus besteht dann die Angst?

Es ist deshalb extrem notwendig, die Unwissenheit zu beenden. In vielen Dörfern schicken die Leute ihre Kinder nicht zur Schule. Sie können nicht lernen. Gebildete Menschen werden in den Dörfern – in den unterentwickelten Regionen- knapp. Wir müssen Bildung weitergeben.

Ebenso müssen wir uns in jedem Bereich Wissen aneignen. Wir haben keine Kenntnisse darüber, was für Nahrungsmittel wir essen und wie wir sie zubereiten sollten. Wir essen nur Kohlehydrate wie Kartoffeln, Reis oder Roti. Kartoffeln bestehen aus Stärke und Kohlehydraten, Reis und Rotis ebenfalls. Wir bekommen bei unserer Ernährung nur einen Nährstoff. Dadurch, dass wir einige Linsen hinzufügen, wird das Essen nicht ausgewogener. Deshalb kommt es zu Übersäuerung, die Menschen werden krank, oder sie bekommen Diabetes.

In Nordindien essen die Leute nur drei Dinge: Brinjal, Kartoffeln und Tomaten. Sie kochen zu Hause kein weiteres Gemüse. Falls überhaupt einmal etwas anderes gekocht wird, dann während Feierlichkeiten. Kartoffeln, Brinjal und Tomaten mit so viel Öl und Paprika! Diese drei Nahrungsmittel haben keinerlei Nährwert. Sie enthalten keine Mineralstoffe. Okra, Turai, Lauki, Karotten und viele andere Gemüsesorten werden einfach vergessen. Es gibt in Indien so viele Gemüsearten. Parval (Kürbis) wird nicht angepflanzt. Verschiedene Gemüsesorten sollten angepflanzt werden. Die Menschen sollten sich Wissen über Nahrungsmittel   aneignen.

Also muss die Unwissenheit beseitigt werden. Die Ungerechtigkeit muss ein Ende finden, auch überall dort, wo sie im Namen von Kasten oder Religionen stattfindet. Vor Kurzem hat die Regierung eine Gesetzesvorlage gegen Gewalt verabschiedet. Wenn du genau hinsiehst, ist sie ziemlich furchterregend, es handelt sich schon fast um ein drakonisches Gesetz. Auch  beim Lokbal Bill, das eingeführt werden soll, ist es so. Jemand, der eine Beschwerde einreicht, bekommt eine zweijährige Strafe, die Person, gegen die eine Beschwerde eingereicht wurde, sechs Monate!

All diese Dinge sind eine Ungerechtigkeit der Nation gegenüber. Es wird nicht auf die Stimme der Öffentlichkeit gehört. Stattdessen wird das befolgt, was das Oberkommando sagt! Jedermann sagt: „Befolge, was das Oberkommando sagt.” Woher kommt das?

Die Würde und das Prestige unserer Nation müssen gewahrt werden. Es gibt eine jahrhundertealte Tradition. Wir halten diese Tradition nicht in Ehren.
Wenn jemand uns nach unserer Pflicht fragt, antworten wir: „Wir müssen die nationale Fahne hochhalten!” Ist das etwa eine Pflicht, die nationale Fahne hochzuhalten? Dharma oder Pflicht soll zur Folge haben, dass Menschen stabil werden. Wenn jemand seine Pflicht nicht kennt, erzählt er, sein Dharma sei es, die nationale Fahne hochzuhalten. Warum sind Menschen so schüchtern? Ist das Dharma dieses Landes so wertlos?

Steh auf, steh aufrecht und lass nicht zu, dass Ungerechtigkeit die Oberhand gewinnt. Wir müssen gegen die Ungerechtigkeit kämpfen.

Die dritte Sache, die wir bekämpfen sollten, ist der Mangel.
Indien ist der größte Getreideproduzent, der größte Gemüseproduzent und der größte Milchproduzent der Welt. Trotzdem besteht ein andauernder Mangel. Der Preis für Gemüse hat schwindelnde Höhen erreicht, zwei oder drei Monate später ist er plötzlich wieder gefallen. Für die Landwirte war das ein riesiger Verlust. In Punjab wurden Kartoffeln für eine Rupie pro Kilogramm verkauft. Die Planung funktioniert nicht. Wir haben keine landwirtschaftliche Planung. Wie sonst kann es möglich sein, dass innerhalb von nur drei Monaten so hohe Preisschwankungen bestehen?

Unser Verteilersystem ist mangelhaft. Manche Leute versuchen, die Dinge im Hintergrund durcheinanderzubringen, Produkte zu horten  und Verluste zu bewirken. Das ist nicht in Ordnung. Wir müssen uns gegen den Mangel einsetzen und den Wohlstand im Land vergrößern.

Erst gestern unterhielt ich mich mit ein paar Geschäftsleuten und Händlern, und sie  sagten: „Guruji, alles ist zum Erliegen gekommen. Die Geschäftsleute sind frustriert und unglücklich. Die Arbeit wird nicht getan.“

Der Grund dafür liegt darin, dass das zur Handlungsweise unserer Regierung geworden ist! Wir müssen den Mangel beseitigen. In einem Land, in dem Händler Erfolg haben, wird es keine Knappheit geben. Also müssen sich die Händler Gedanken über diese Sache machen.

Ich wurde angefragt, am Ende dieses Monats am World Economic Forum zu sprechen.
Jedes Land in der Welt sieht sich mit eigenen Herausforderungen konfrontiert. Ein einziges Gesetz wurde allen auferlegt, ohne die Situation miteinzubeziehen. Das wird nicht funktionieren. Das, was in Amerika funktioniert, wird in Indien nicht funktionieren. Das, was in Indien funktioniert, wird in Australien nicht funktionieren. Was unser Land betrifft,  ist es notwendig, hier die Knappheit zu beenden. Darüber werden wir nachdenken müssen. Es sollte nicht so sein, dass jemand aus Washington uns Anweisungen gibt, und dass unsere Minister bereitwillig seinen Befehlen Folge leisten. Das wird nicht funktionieren. Nicht wahr?

Außerdem müssen wir die Unreinheit innerhalb und außerhalb unseres Geistes entfernen. Wir füllen unseren Geist mit so viel Abfall! Es ist notwendig, dass wir uns von all dem Ärger und der Anhaftung befreien. Wir müssen darüber hinauswachsen.

Erinnert euch also daran, dass wir daran arbeiten müssen, diesen vier Dingen ein Ende zu setzen: Unwissenheit, Ungerechtigkeit, Knappheit und Unreinheit.

Wenn du dich bewegst, beobachte, welches Nasenloch offen ist, das rechte oder das linke. Bewege den entsprechenden Fuß zuerst nach vorne. Wenn du ins Auto steigst, nachdem du die Nasenlöcher kontrolliert hast, d.h. mit dem entsprechenden Fuß zuerst einsteigst, wirst du niemals einen Unfall haben! Dieses Wissen ist in den Shastras zu finden. Es sind alles Geheimnisse, die man nicht bekannt geben dürfte. Aber ich bin der Meinung, man sollte sie offenbaren und an jedermann weitergeben.

Ist das rechte Nasenloch offen, solltest du Nahrung zu dir nehmen. Ist das linke offen, solltest du Wasser trinken. Wenn du es umgekehrt machst, wirst du krank werden. Wenn jemand isst, während das linke Nasenloch offen ist, und Wasser trinkt, wenn das rechte Nasenloch offen ist, wird er innerhalb von drei Monaten krank werden: Er wird Kopfweh, Rückenschmerzen oder andere solche Gebrechen bekommen. Was also müssen wir tun? Nachdem du dein Abendessen eingenommen hast – wenn du auf deiner rechten Seite schläfst – wird das linke Nasenloch aktiviert.

Du solltest auf jeden Fall täglich Pranayamas machen, und sei es auch nur für eine kurze Zeit. Dasselbe gilt auch für die Bhastrika, die täglich praktiziert werden sollte. Beide sind wichtig.

Wie viele Leute sind bereit, sich für das Wohlergehen der Gesellschaft einzusetzen? (Fast alle erheben ihre Hand). Alle sind dazu bereit, das ist wunderbar! Wie ich schon gestern gesagt habe, wird das Erwachen im Land in Maharashtra beginnen, wenn ihr dem Land sechs Monate widmet. Wie viele Leute sind bereit, sechs Monate für uns zu arbeiten?

Wisst ihr, was wir tun müssen?

Bildet vier Gruppen: Unwissenheit, Knappheit, Ungerechtigkeit und Unreinheit. Geht dann auf Padayatra (Reise zu Fuß) von Dorf zu Dorf und nehmt jedermann in Adarsh Divya Samaj Nirman Yojana (ADSNY) auf. Bittet alle, Mitglieder zu werden. Jedermann möchte gerne Teil einer großen Revolution sein. Es ist ganz einfach. Sagt ihnen: „Lasst es uns alle gemeinsam tun. Lasst uns eine Datenbank für hundert Millionen Bürger überall im Land ausarbeiten.“

Seht, alle Politiker benutzen Kaste und Glaubensbekenntnis, um sich eine Wählergemeinschaft zu sichern. Warum sollten wir das nicht auch tun und Ehrlichkeit als Richtlinie einsetzen? Sollten wir nicht eine Wählerschaft haben, die aus ehrlichen Menschen besteht? Dann werden auch alle ehrlichen Menschen kommen, um abzustimmen, und sie werden ehrliche Menschen in die Behörden wählen.
Heutzutage werden unehrliche, asoziale Elemente und Kriminelle gewählt, weil  eine Wählergemeinschaft hinter ihnen steht. Wenn also eine Wählergemeinschaft aus guten Menschen geschaffen wird, werden auch gute und sattvische Menschen an die Macht kommen. Solche Menschen werden allen Gerechtigkeit bringen, und das Land wird besser werden. Dieser Gedanke ist mir heute durch den Kopf gegangen.

Kürzlich war ich eingeladen, vor ein paar Industriellen in Delhi zu sprechen. Einige Top-Industrielle waren anwesend. Die Menschen fragten sich, ob die Geschäftsleute darauf eingehen würden oder nicht, und was wohl geschehen würde. Die Organisatoren hatten Angst. Ich stand voller Gekünsteltheit auf und sprach zu allen: „Meine Damen und Herren, ich bin hier, um zu zählen, wie viele Esel sich hier befinden.” Der Gastgeber war schockiert und begann zu zittern:  „Was sagt Guruji da?” Ich sagte: „Ja, du bist ein Esel. Wenn du einen Zustand von Unnatürlichkeit und Unwissenheit aufrechterhältst, was kann ich da noch sagen? Und du schämst dich wegen des Wissens. Also bist du ein Esel!”
Ich schimpfte ziemlich mit ihnen, auch wenn das nicht meine Natur ist. Sie mochten es jedoch alle und wurden irgendwie wachgerüttelt. Alle freuten sich. Schau, im Wissen zu sein ist immer nutzbringend, selbst wenn du schimpfst. Durch Unwissenheit kannst du nur Verluste erleiden, selbst dann, wenn du liebst.

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