Wenn du singst, kannst du nicht depressiv sein

5. Dezember 2011

F.: Guruji, manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben zu verschwenden, indem ich die gewöhnlichen Dinge tue, die Menschen so tun, wie einen Abschluss zu machen, eine Arbeit zu finden, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Ich will etwas für die Welt tun. Gleichzeitig möchte ich aber auch die Erwartungen meiner Eltern und meiner Lebenspartnerin erfüllen.
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, du möchtest dich um dein persönliches Leben kümmern und auch etwas für die Welt tun. Nun, wenn du der Ansicht bist, dass sie im Widerspruch zueinander stehen, wirst du keinen einzigen Schritt vorwärts kommen. Zuallererst solltest du wissen, dass die beiden Bereiche nicht im Widerspruch zueinander stehen.
Wenn du schon verheiratet bist und Verantwortung für deine Frau und deine Kinder trägst, solltest du sie wahrnehmen. Zusätzlich kannst du soziale Verantwortung und Verantwortung für das Wissen und für das Dharma deines Lebens übernehmen. Wisse, dass du beide Dinge tun kannst. Wenn du alleinstehend bist und dich 100% engagieren möchtest, ist das sehr gut. Du bist sehr willkommen. Fühle dich frei, überallhin zu reisen, dich um die Welt zu kümmern, und etwas Großes zu vollbringen.

F.: Guruji, manchmal langweilen mich Seva, Satsang und das Wissen. Ist etwas mit mir nicht in Ordnung? Bin ich auf dem Pfad?
Sri Sri Ravi Shankar:
Weißt du, es gibt neun Hindernisse auf dem Pfad des Yoga. Ich habe darüber schon in den Patanjali Yoga Sutras gesprochen. Diese neun Hindernisse sind : Vyadhi, Styana, Samsaya, Pramada, Alasya, Avirati, Bhranti Darsana, Alabdha Bhumikatva und Anavasthitattva. Physische Krankheiten, mentale Trägheit, Zweifel im Geist über den Pfad, nichts erreichen zu können, keinerlei Interesse an irgendetwas zu haben. Das sind vorübergehende Hindernisse, mit denen jeder Yogi konfrontiert wird. Wenn du zielgerichtet und mit Hingabe weitermachst, kannst du all diese Hindernisse überwinden.Es ist keine große Sache, sie kommen und gehen. Viele von euch haben dieses Problem gehabt. Manchmal wolltest du nicht meditieren, und dann wurde deine Meditation plötzlich sehr tief. Manchmal erschienen auch so viele Zweifel in deinem Geist, um plötzlich eines Tages alle zu verschwinden.

F.: Was verbirgt sich hinter der Technik: „Du bist überall und doch nirgendwo, du bist nirgendwo und doch überall.” Kannst du uns darüber unterrichten?
Sri Sri Ravi Shankar: Hohl und leer! Entspanne und lass‘ los.
Es ist das Ego, dieses „Ich bin”, das von allem, das von der Existenz getrennt ist. Das erzeugt dieses Gefühl, kein Teil des Ganzen zu sein, selbst nicht das Ganze zu sein.

F.: Guruji, wie kann ich unabhängig vom Resultat meiner Handlungen sein?
Sri Sri Ravi Shankar:
Wenn du all die vergangenen Handlungen übergibst und bereit bist, die Konsequenzen dieser Handlungen zu tragen. Wenn ich etwas gestohlen habe und sage: „Ja, ich habe gestohlen, du kannst mir jede Strafe geben, die du möchtest.” Hingeben bedeutet hier: „Ich bin bereit, die Strafe anzunehmen.“ „Ich habe gestohlen, aber bestrafe mich nicht!”, ist keine Hingabe.
Nun, wenn du bereit bist, die Strafe anzunehmen, dann wird derjenige, der die Strafe verhängt, sagen: „Nein, ich werde dich nicht bestrafen.“ Er löst die Handlung auf und befreit dich davon.
Eine Handlung hat bereits durch dich stattgefunden, und ein Resultat ist die Folge davon. Als Gegenmittel musst du irgendeine gute Handlung vollbringen. Das wird Prayaschitta genannt. Wenn ich schlimme Worte gesagt habe, die jemanden verletzt haben, dann tue ich Prayaschitta.
Der Guru oder die Person, die davon betroffen war, kann dir das auferlegen. Deine eigene Intuition kann dir helfen zu entscheiden, was du als Prayaschitta tun sollst.
„Ich werde so und so vielen Menschen Glück bringen!”, oder: „Ich werde etwas Gutes tun.”

F.: Guruji, Krishna sagt in der Bhagavad Gita: Ananyashchinta yanto mam ye jana pari upaasate teshaam nitya bhi yuktanaam yogakshemam vahaamyaham. Was bedeutet das?
Sri Sri Ravi Shankar:
Ich werde denjenigen befreien, der an mich und nur an mich denkt, der mich in seinem Geist und in seinem Herzen trägt. Ich werde das beschützen, was er schon hat, und ihm das geben, was er braucht.

F.: Guruji, was ist die Bedeutung des Mangalsutra? Warum sagen Eltern, dass es nach der Heirat niemals weggelegt werden dürfe? Ist es in Ordnung, es nicht zu tragen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Einmal war ich im Flughafen von Paris und wollte gerade weiterfliegen. Eine Dame kam und fragte mich: „Ist das notwendig? “, und zeigte mir ihren Ring.
Ich sah sie nur an und sagte: „Nein, nicht unbedingt, es ist in Ordnung, wenn du keinen Ring tragen willst.“ Ich hatte nur den Ring gemeint.
Sie ging zurück und reichte die Scheidung von ihrem Ehemann ein. Ihr Ehemann schrieb mir eine E-Mail und fragte: „Guruji, hast du meiner Frau gesagt, sie solle sich von mir scheiden lassen?“ Ich sagte, ich hätte nichts dergleichen getan, und bat sie ans Telefon. Sie sagte: „Guruji, ich habe dich am Flughafen gefragt, ob es notwendig sei, meinen Ring zu tragen, und du hast das verneint!“ Dieser Ring war ihr Ehering gewesen.

Wenn du also im Westen den Ehering ablegst, bedeutet das, dass du dich von deinem einstigen Liebling verabschiedet hast.

In der Ehe gibt es eine gewisse Heiligkeit. Das Mangalsutra wird getragen, um diese Heiligkeit zu betonen.
Das Mangalsutra bedeutet Glück auf dem Pfad des Dharma, und wird deshalb nicht abgelegt, es ist immer bei dir. Du möchtest ja nicht, dass das Glück dich verlässt. Die Leute tragen das Mangalsutra, weil sie solche Empfindungen damit verbinden. Gleichzeitig ist auch ein gewisser Aberglaube damit verbunden.
Jemand muss zum Beispiel operiert werden, und der Arzt bittet ihn, seinen Schmuck abzulegen. Der Patient möchte sein Mangalsutra jedoch auf keinen Fall ablegen.
Es ist nicht notwendig, sich einer solchen mentalen und emotionalen Aufruhr auszusetzen. Es ist nur eine Kette, wie jede andere Kette auch. Sollte es also wirklich notwendig sein, das Mangalsutra abzulegen, dann macht das nichts. Du kannst es tun. Im Allgemeinen ist es aber doch mit Heiligkeit verbunden.
Es ist also gut, das Mangalsutra zu tragen.

F.: Guruji, ich werde oft hereingelegt. Was kann ich tun, um weise zu werden?
Sri Sri Ravi Shankar:
Wenn du hereingelegt wirst, hat das nicht nur mit mangelnder Intelligenz, sondern auch mit Gier zu tun. Menschen, die sehr gierig sind, werden oft zum Narren gehalten. Das ist es, was ich beobachtet habe. Wenn du allzu ehrgeizig und gierig bist, machst du es anderen leicht, dich zu täuschen. Bist du jedoch zentriert, ruhig und stabil, wird es schwierig, dich in die Irre zu führen.

F.: Guruji, wir sollten nichts von anderen erwarten. Ist es auch falsch, Erwartungen an uns selbst zu haben?
Sri Sri Ravi Shankar:
Es ist in Ordnung. Wenn die Erwartungen sich jedoch nicht erfüllen, macht das nichts. Du kannst dich entspannen.

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