Alles ändert sich, aber in unserem Inneren gibt es einen Teil, der sich nicht verändert.

Bangalore, 24. September 2011

F.: Guruji, nach der Meditation habe ich meistens Kopfschmerzen. Was soll ich tun?

Sri Sri Ravi Shankar: Du hast nach der Meditation Kopfschmerzen! Hast du jetzt auch Kopfschmerzen? Hast du vielleicht versucht, die Gedanken wegzudrängen? Du solltest nicht schlagartig zurückkommen, du solltest langsam zurückkommen. Schau, wenn du sehr schnell aus einer tiefen Meditation herauskommst, ist das so, als würde dich jemand aus dem Tiefschlaf reißen, und du würdest plötzlich aufwachen. Was geschieht dann? Du bekommst Kopfschmerzen, nicht wahr? Nimm dir also etwas mehr Zeit, um aus der Meditation herauszukommen. Nimm einen etwas tieferen Atemzug, entspanne dich und trinke eine Menge Wasser.

F.: Jemand aus dem Publikum stellt eine Frage, die nicht zu hören ist.

Sri Sri Ravi Shankar: Swaastika symbolisiert den Zyklus. Swaastha bedeutet, im Selbst gegründet zu sein. Swaastika bedeutet: Das, was für die Menschheit gesund ist, das, was alle vier Aspekte beinhaltet, die dich zu dir selbst zurückbringen. Diese vier Aspekte sind Dharma (Rechtschaffenheit), Artha (Wünsche), Kaama (Möglichkeiten), Moksha (Befreiung).
Unglücklicherweise hat Hitler das Swaastika Symbol übernommen. Er hat es auf den Kopf gestellt.
Swaastika bedeutet eigentlich Frieden, aber dadurch, dass er es umgekehrt hat, wurde es zum Gegenteil davon, zum Krieg. So ist es. Die Zeit vergeht schnell, wenn wir glücklich sind, und sie scheint sehr langsam vorbeizugehen, wenn wir unglücklich sind oder auf jemanden warten müssen, nicht wahr?
Geist und Zeit sind also miteinander verbunden.

F.: Guruji, sollte man denjenigen, die einen betrogen haben, weiterhin Vertrauen entgegenbringen? Wie viele Chancen soll man ihnen geben? Was ist der Unterschied zwischen Akzeptanz und Vergebung?

Sri Sri Ravi Shankar: Vergebung ist etwas Emotionales und geschieht aus dem Herzen. Akzeptanz kommt aus dem Geist, aus dem Kopf. Beide sind also entscheidend, du akzeptierst und du vergibst. Wenn du nicht verzeihst, wirst du an der ganzen emotionalen, schweren Last des Abfalls in deinem Inneren leiden. Wenn du nicht akzeptieren kannst, wird sich dein Geist stark beunruhigen.

F.: Guruji, wie geht man mit Eltern um? Ich finde es immer noch schwierig, selbst nachdem ich ein Yes+ Lehrer geworden bin. Ich habe sie zum Seva und zur Rudra Pooja mitgenommen, aber mein Vater hat die Tendenz, allem zu widersprechen. Bitte hilf!

Sri Sri Ravi Shankar: Danke ihm, denn er bewirkt, dass deine Geduld sich verbessert.

F.: Guruji, meine Gedanken und Träume vermischen sich, und sie sind nicht so gut. Was kann ich tun?

Sri Sri Ravi Shankar: Lass´ dich davon nicht stören! Wolken erscheinen, und es gibt dunkle und helle Wolken. Na und! Sie kommen und gehen, und du solltest einfach weitermachen.

F.: Guruji, warum haben sich Beziehungen im neuen Zeitalter so stark verändert, dass die Menschen an Romeo und Julia glauben müssen, um Liebe zu finden? Hat sich die Liebe verändert, oder haben wir uns verändert, sodass wir die Liebe nicht mehr verstehen können?

Sri Sri Ravi Shankar: Hör´ zu, es gibt etwas, was auf diesem Planeten konstant ist, und das ist Veränderung! Veränderungen finden in allen Bereichen statt. Akzeptiere also die Veränderungen. Wisse, dass es tief in deinem Inneren etwas gibt, was sich nicht verändert. Alles ändert sich, aber es gibt einen Teil in unserem Inneren, der sich nicht verändert. Du solltest das einfach wissen und alle Veränderungen annehmen.

F.: Guruji, müssen wir uns in erster Linie um den Geist oder um den Körper kümmern?

Sri Sri Ravi Shankar: Nun, was solltest du zuerst benutzen, die Augen oder die Ohren? Wenn du vor dem Fernseher sitzt, benutzt du dann beide gleichzeitig oder nacheinander? Es ist nicht so, dass wir entscheiden: „Zuerst werde ich schauen, dann werde ich zuhören.“ Ähnlich ist es beim Körper und beim Geist: Wir werden uns um beide kümmern müssen.

F.: Unhörbar.

Sri Sri Ravi Shankar: Dieser Einfluss des Karmas wirkt sich auf Körper und Geist aus. Aber in Wirklichkeit sind das alles nur Äußerlichkeiten – heißt es in der Ashtavakra Gita. Diese Angelegenheit ist uns einen Schritt voraus. Beides ist also richtig.
Schau, hattest du nicht auch schon das Gefühl, niemals älter geworden, sondern immer noch derselbe zu sein? Du kannst jede ältere Person fragen. Sie wird dir bestätigen, dass sie sich nicht so fühlt, als würde sie sterben. Die arme Person stirbt dann doch. Oder man sieht eine andere Person, die gestorben ist, und denkt: „Dieser arme Kerl ist gestorben, ich werde nicht sterben.“ Fühlt es sich nicht so an? Doch, das tut es!
Es gibt etwas in uns, das niemals stirbt. Aus diesem Grund empfinden wir, dass wir für immer weiterbestehen, alle anderen aber kommen und gehen werden.
Da gibt es noch etwas anderes, was wahr ist. Das Alter schleicht sich unserem Karma und unserer Zeit entsprechend in den Körper. Die Haare fallen aus. Früher brauchte ich eine Stunde, um mein Haar zu kämmen, dann eine halbe Stunde, und nun noch nicht einmal eine Minute! Maharajji muss diesbezüglich überhaupt nicht tun! Im Laufe der Zeit gibt es also Veränderungen, und wir sollten das beobachten. Auf der einen Ebene – wenn wir es beobachten – ändert sich alles, unsere Gedanken verändern sich, und wir sind nicht mehr die Person, die wir gestern waren. Ist es nicht so? Unterscheidet sich die Person, die du vor fünf Jahren warst, von der, die nun hier steht, oder nicht? Ist das wahr oder nicht? Ja! Auf der einen Ebene ist es nicht mehr dieselbe Person, die es einmal gegeben hat. Auf einer anderen Ebene steht dieselbe Person hier, die schon vor zehn, zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren hier gewesen ist. Nicht wahr? Also ist beides wahr, sowohl das eine als auch das andere. Alles verändert sich – das ist wahr. Manche Dinge ändern sich nie – das ist ebenfalls wahr. Ashtavakra hob dasjenige hervor, das sich niemals ändert. Die Gita betonte auch die Dinge, die sich verändern, wie zum Beispiel das Karma, und wie wir damit umgehen sollen.

F.: Guruji, kannst du über Yoga Vasistha sprechen?

Sri Sri Ravi Shankar: Hör´ zu, Yoga Vasistha ist etwas ganz Großes. Wenn wir jetzt damit beginnen, wird es sehr spät werden. Yoga Vasistha muss immer wieder gelesen werden, es bringt nichts, es nur einmal zu lesen. Wenn du es alle zwei oder drei Jahre liest, wird immer wieder etwas völlig anderes aufkommen. Gut! Lies es und denke darüber nach. Du wirst neue Erkenntnisse gewinnen. Du wirst es nicht von vornherein verstehen.

F.: Unhörbar.

Sri Sri Ravi Shankar: Weißt du, der Teil 1 Kurs hat eine gute Wirkung, jedermann genießt ihn, und mehr Menschen wollen daran teilnehmen! Deshalb gibt es die Lehrerkurse. Du kannst an einem solchen Kurs teilnehmen. Nur dann kannst du unterrichten.

F.: Guruji, ich habe den Leitsatz „Akzeptiere Menschen und Situationen wie sie sind” gelernt. Ich bin jedoch nicht fähig, sie in jeder Situation, der ich begegne, anzuwenden.

Sri Sri Ravi Shankar: Nein, schau: Wenn du diesen Leitsatz lernst, heißt das nicht, dass du sofort alles anwenden musst. Du wirst feststellen, dass es mit der Zeit automatisch  geschehen wird. Es wird Auswirkungen haben. Weißt du, wenn du dich aufregst, wird dein Geist sagen: „Akzeptiere die Situation“, und du wirst ruhig werden. In deinem Inneren wird es ein Abspielgerät geben, ein Programm, das dir dabei helfen wird, wirklich stabil und glücklich zu werden.

F.: Unhörbar.

Sri Sri Ravi Shankar: Schau, Liebe ist keine Emotion. Sie ist nur dein Seinszustand. Du musst dich also nicht durchschlängeln oder dich wie ein Anpasser verhalten, um in der Liebe zu sein. Du kannst sehr direkt und bestimmt und gleichzeitig liebenswürdig und mitfühlend sein. Stell´ dir vor, du seist eine Person, die in einem Unternehmen arbeitet, und von jemandem wie eine Maschine behandelt wird. Würdest du das mögen? Nein! Schließlich bist du ein menschliches Wesen und möchtest auch gerne als solches behandelt werden, nicht wahr? Wir denken: „Da ich hier in der Firma bin, muss ich jedermann wie eine Maschine behandeln.“ Nein, nein. Wettbewerbsfähigkeit ist gut. Lass´ sie da sein. Verstehst du, was ich sage?

 

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