Du nimmst die Eigenschaften desjenigen an, an den du denkst

19. August 2011

Sri Sri Ravi Shankar: Wenn jemand etwas Falsches tut, sollte er bestraft werden. Unsere Yuvaachaaryas (Jugendliche in leitenden Positionen) bemühen sich jedoch darum, so zu führen, dass die Leute nichts Falsches tun. Es ist notwendig, Medikamente gegen Krankheiten zu haben. Aber ich sage euch, es ist besser, wenn Krankheiten gar nicht erst entstehen. Ihr arbeitet alle, um das zu erreichen, alle Yuvaachaaryas. In vielen Dörfern habt ihr bewiesen, dass wir fähig sind, Korruption, Ungerechtigkeit, Lastern und unkorrektem Verhalten  erfolgreich den Nährboden zu entziehen und einem Dorf zur Selbstbestimmung zu verhelfen. Die wirkliche Arbeit habt ihr geleistet.
Der Rest entspricht eher einem zweitägigen Jahrmarkt, bei dem Menschen kommen, einen Vortrag halten und wieder gehen. Ihr aber seid diejenigen, die vor Ort arbeiten, den Duft dieses Landes verbreiten, Lotosblumen zum Erblühen bringen, Perlen und Diamanten gewinnen und die guten Eigenschaften in den Menschen zum Vorschein bringen. Das ist die Arbeit, die unsere Yuvaachaaryas leisten müssen. Dreitausend Yuvaachaaryas haben sich hier versammelt. Deshalb habe ich mich entschlossen, heute hierher zu kommen und auch den ganzen morgigen Tag dafür zur Verfügung zu stellen. (Die Menschenmenge spendet begeisterten Beifall).

Seht, Seva zu machen bringt so viel Freude. Ist es nicht so, dass alles so geschieht, wie ihr es euch wünscht? Bei wie vielen ist es so? (Viele Menschen in der Menge heben die Hand.) Das ist die Kraft der Spiritualität. Ihr habt es gerade von Maharajji gehört, dass für euren Komfort und eure Bequemlichkeit gesorgt wird, aber am allerwichtigsten sind innerer Friede und innere Freude. Wenn sie nicht vorhanden sind, bringt aller Komfort und alle Bequemlichkeit nichts, sie hören auf, zu existieren. Nun, was tun die Politiker in unserem Land? Die ganze Abgeordnetenversammlung ist depressiv. Es wurde eine Menge Geld verdient, jede Art von Komfort und Annehmlichkeiten wurde erreicht. Die Politiker haben jedoch ihr Gesicht verloren. Sie haben das Land ausgeplündert und das Geld im Ausland  gehortet.

Jemand fragte mich, wie das Geld aus dem Land gebracht werden könnte. Ich antwortete: „Ich weiß nicht, wie man so etwas tut. Ich weiß nur, wie man Geld vom Ausland ins Land bringt.” Es gibt eine Menge Arbeit, die wir für dieses Land tun müssen. Ich bin sehr glücklich über alles, was ihr in den Dörfern leistet! Ich wünsche mir, dass jeder von euch Tausend weitere Menschen auf diesen Pfad bringt. Dann wird keine Notwendigkeit mehr bestehen, das Lokpal bill (unabhängiges Antikorruptionsgesetz, Anm.d.Ü.) in die Tat umzusetzen. Der Vorsitzende des Lokaayukta (Antikorruptionsbehörde, Anm.d.Ü.) wird keine Arbeit mehr haben. Es sollte unser Ziel sein, dafür zu sorgen, dass er arbeitslos wird.  Wenn nicht eine Welle von menschlichen Werten sich ausbreitet, kann die Korruption in diesem Lande nicht beendet werden. Wie viele Gesetze auch verabschiedet werden, es wird nicht helfen. Es gibt in diesem Land schon so viele Gesetze, die nicht in Kraft gesetzt worden sind. Es gibt mehr als 130000 Beschlüsse des obersten Gerichtshofes, welche die Regierung nicht umgesetzt hat.

Ihr habt in Kathiawadi und in so vielen anderen Dörfern gearbeitet, mit dem Ziel, eine ideale Gesellschaft zu erschaffen. Ihr habt dazu beigetragen, all die Konflikte dort zu lösen, und die Menschen leben nun in Freundlichkeit zusammen. Die Korruption ist verschwunden und durch Satsang und Meditation ist Verantwortungsgefühl entstanden. Deshalb sind sie so wichtig! Meditation und Satsang befriedigen den Hunger der Seele. Solange die Seele nicht in Frieden ist, werden Korruption und unkorrektes Verhalten in der Gesellschaft weiterbestehen. Warum sind Menschen korrupt, warum rauben sie andere aus? Habt ihr euch das jemals gefragt? Weil Zusammengehörigkeit und Vertrautheit abhandengekommen sind, und Korruption dort wächst, wo das der Fall ist. Aus diesem Grunde ist es notwendig, ein Gefühl von Vertrautheit zu pflegen. Tut ihr das? (Die Menge antwortet mit Begeisterung.) Wie viele von euch haben damit Erfolg gehabt? (Nahezu alle heben die Hand.)

Manche Menschen fragen: „Was macht es für einen Sinn, die Augen zu schließen?“ Ich antworte: „Schließe erst einmal deine Augen und beobachte, was geschieht!“ Der Tod wird dir die Augen schließen. Auch wenn du die Augen offen lässt, wirst du nichts sehen. Schließe also deine Augen und erfahre deine ewige Existenz während du hier bist.
Menschen haben die Neigung, mit geschlossenen Augen herumzugehen, und sie zu öffnen, wenn sie bei der Meditation sitzen. Ich sage euch, geht mit offenen Augen umher und sitzt mit geschlossenen Augen bei der Meditation. Selbst eine blinde Person wird zu sehen beginnen, wenn sie meditiert, und eine taube Person wird zu hören beginnen. Ohne Meditation bleibt alles ungehört und ungesehen, trotz unserer Fähigkeit, zu sehen und zu hören. Man lebt dann weiter in der eigenen kleinen Welt. Unsere Sichtweise sollte weit sein; wir sollten das Leben ehren und teilen, einfach leben, freundlich sprechen und fleißig arbeiten. Die Arbeit sollte zuverlässig und das Herz erblüht sein. Wir sollten keine Bindung an jemanden und keine Feindschaft jemandem gegenüber haben.

Als Lord Krishna Arjuna auf dem Schlachtfeld befiehlt, alle zu töten, bittet er ihn auch, keine Bindung an irgendjemanden in seinem Herzen zuzulassen: „Entferne alle Eindrücke und Vorstellungen aus deinem Geist. Akzeptiere nur das Bewusstsein des Selbst, der Seele. Das ist Selbsterkenntnis. Lasse deinen Geist, deinen Intellekt, dein Gedächtnis und dein Ego in mir ruhen und kämpfe.“

Samarth Ram Dasji sagte dasselbe zu  Shivaji: „Nimm einfach an, dass du für mich arbeitest, nicht für dich selbst.”

Auch Arjuna bekam diese Anweisung: „Entferne alles Leid und alle Sorgen aus deinem Geist. Erlaube nur mir, darin zu sein.” Warum wirst du darum gebeten, allen Ärger und jede Bindung aus deinem Geist zu entfernen? Damit der Geist unbeschwert bleibt. Denn du nimmst die Eigenschaften desjenigen an, an den du denkst. Wenn du an deinen Feind denkst, übernimmst du all seine Eigenschaften. Wenn du über sonst irgendjemanden nachdenkst, nimmst du seine guten und seine schlechten Eigenschaften an. Wie kannst du also deinen Geist leeren? Durch Meditation.  Beschäftige dich mit dem Wissen über das Selbst und du wirst beginnen, dich leicht und glücklich zu fühlen. Wenn du an eine fröhliche Person denkst, wird dein Geist ebenfalls fröhlich werden. Entspanne dich einfach und beobachte, wie viele Wunder sich in deinem Leben entfalten.

Ananyascintayantomaam ye janah paryupasate.

Teshaam nityabhiyuktanam yogakshemam vahamyaham.

Bei denjenigen, die in meiner Nähe sitzen und nur über mich meditieren, übernehme ich die volle Verantwortung dafür, all ihre Bedürfnisse zu befriedigen und das zu schützen und zu bewahren, was sie besitzen.

Einmal begann ein Redner seinem Publikum einen Vortrag darüber zu halten, was man tun konnte, um glücklich zu werden. Er verlor das Zeitgefühl und machte alle unglücklich!

Wir dürfen uns nicht angewöhnen, Predigten zu halten. Wir müssen nur fröhlich sein und die Stille beobachten, d.h. möglichst wenig sprechen. Sprich so, dass das, was du sagst, den Geist eines anderen Menschen wie ein Pfeil trifft, der eine positive Veränderung bringt. Dann lohnt sich dein Sprechen. Deine Worte haben ihr Ziel erreicht, wenn sie eine freudige Stille in einem anderen Menschen bewirken.

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