Du kannst jede Situation, die dir begegnet, zu einem Schritt für dein Wachstum werden lassen

Satsang mit Sri Sri am 14.8.11

F.: Die Frage aus dem Publikum ist unhörbar.

Sri Sri Ravi Shankar: Weißt du, in welcher Situation du dich auch immer befindest, du kannst diese Situation zu einem Schritt für dein Wachstum werden lassen. Eine angenehme Situation kann dir auf jeden Fall bei deinem Wachstum helfen. Aber auch unangenehme Situationen kannst du brauchen, um einen Schritt weiter in deinem Wachstum zu machen.

F.: Jai Gurudev, diese Welt, die Schöpfung, das Karma, das Leid und alles, was existiert, soll ein Spiel Gottes sein. Denkst du nicht, Gott spiele eine Art sehr gefährliches, nie endendes Aktionsspiel, um seine Zeit zu vertreiben?

Sri Sri Ravi Shankar: Du sprichst wie ein Dorfbewohner, der vor 40, 50 Jahren im Kino saß und Eier und Tomaten auf die Leinwand warf, wenn sein Held gerade daran war, zu verlieren. Ist dir das bekannt? Hast du davon gehört? Man kann sich noch nicht einmal vorstellen, was sie in den Dörfern vor 30 oder 40 Jahren taten, wenn Rajkumar oder MGR gerade daran waren, auf der Leinwand ihren Kampf zu verlieren. Die Menschen warfen Steine und zerrissen die Vorhänge, weil ihr Held an Boden verloren hatte. Wie würde das Ganze aus der Sicht des Regisseurs aussehen? Was würde er sagen? Es gibt die Sichtweise des Spielers, die des Zuschauers und die des Regisseurs. Aus der Sicht des Regisseurs sieht alles ganz anders aus.

F.: Guruji, manchmal fühle ich mich mit dir verbunden, aber manchmal ist die Verbindung auch unterbrochen. Wie und warum geschieht das? Mein Sohn wurde von dir gesegnet und ist nun ganz verrückt nach dir geworden. Und meine Frau sagt: „Du nimmst ihn auf denselben Pfad mit, den du selbst befolgst. Das wird unsere Familie zerstören.” Was wird dabei herauskommen?

Sri Sri Ravi Shankar: Nein, wir nehmen niemanden zu uns oder erzählen ihm, er solle nicht auf seine Eltern hören. Das Wichtigste für uns ist, auf unsere Eltern zu hören. Mach’ dir keine Sorgen deswegen, er wird nicht von zu Hause fortlaufen. Was die Unterbrechung der Verbindung betrifft: Lade deine Batterien auf! Damit ein Handy funktionieren kann, braucht es Strom und eine Simkarte. Auch die Reichweite zum Netzwerk muss stimmen. Wenn das alles gewährleistet ist, der Akku aber leer ist, musst du ihn an den Strom anschließen und ihn wieder aufladen. Das ist alles, was du tun musst.

F.: Guruji, ich möchte lernen, Freundschaften zu schließen und sie aufrecht zu erhalten. Ich finde das wirklich schwierig.

Sri Sri Ravi Shankar: Gut! Du bist am richtigen Ort, es wird von alleine geschehen, mach’ dir keine Sorgen.

F.: Guruji, ich komme aus Marokko und befolge den Sufismus. In den spirituellen Geschichten des Islamismus gibt es viele Beispiele von Öffnung, wie beim indischen Guru. Diese Erfahrung war sehr schön, aber heute ist alles wieder verschlossener. Was kannst du für einen Rat geben, um mehr Offenheit beim Sufismus zu erreichen?

Sri Sri Ravi Shankar: Ja, diese Offenheit ist jetzt notwendig. Es ist die einzige Möglichkeit, weiter zu kommen. Einen offenen Geist zu haben ist entscheidend.

F.: Guruji, wir haben alle auf unserem Pfad des Wissens gelernt, dass wir mit dir verbunden sind, wie die Haare auf deinem Kopf. Ich frage mich nur, ob du uns von dir trennst, wenn wir zwischendurch vielleicht unsere Sudarshan Kriya auslassen oder sonst irgendwie abweichen.

Sri Sri Ravi Shankar: Nein, nein, nichts davon. Es macht nichts, wenn du sie einen oder zwei Tage unterlässt. Mach’ dir keine Sorgen, wenn du sie nicht machst. Wir sind alle immer verbunden, die ganze Welt ist miteinander verbunden.

F.: Jai Gurudev! Ich habe eine typische Frage. Die Mehrheit der Leute macht diese Erfahrung. Wenn ich mit der Meditation beginne – selbst wenn ich schon eine halbe Stunde lang da sitze – , funktioniere ich immer noch und denke an andere Dinge. Auch wenn ich mich auf mein Ein- und Ausatmen konzentriere, schaffe ich es nicht, meinen Geist auch nur 30 sekunden oder eine Minute lang zu kontrollieren. 

Sri Sri Ravi Shankar: Hast du die Sudarshan Kriya schon gemacht? (Antwort: Noch nicht.) Mache sie, die Sudarshan Kriya wird dir gerade bei diesem Problem helfen. Sie bringt dich schnell in die Meditation.

F.: Welche Prinzipien sollte man befolgen, um als Unternehmer Erfolg zu haben?

Sri Sri Ravi Shankar: Erstens: Vertrauen. Ja, ich kann es schaffen! Zweitens: Ethik. Du solltest sie nie ausser Acht lassen. Dein Unternehmen sollte sich niemals von den ethischen Grundsätzen entfernen. Du wirst sonst zwar schnell aufsteigen, aber ebenso schnell wieder fallen. Verstehst du das?

F.: Was ist der Unterschied zwischen einem Guru und einem Satguru?

Sri Sri Ravi Shankar: Nur diese Vorsilbe „Sat”, die dem Wort Guru vorangestellt wird. Es macht keinen Unterschied. Es ist nur ein Name, und beide sind ein und dasselbe.

F.: Guruji, ich bin zum allerersten Mal in den Ashram gekommen und liebe ihn. Ich empfinde es so, als hättest du mich hierher gebracht. In unserem Alltag begegnen uns gute und schlechte Dinge, und manchmal neigen wir dazu, vom Pfad abzuweichen. Ich meditiere täglich und praktiziere Yoga. Wenn ich in der Einsamkeit bin, fällt es mir leicht, zentriert zu bleiben und sattvische Eigenschaften (Reinheit) aufrecht zu erhalten. Meine Frage, die ich stellvertretend für uns alle stelle, lautet: Wie können in Anbetracht der positiven und negativen Einflüsse, denen wir in der Welt ausgesetzt sind, diese Reinheit aufrechterhalten?

Sri Sri Ravi Shankar: Das Bewusstsein dafür wird es mit sich bringen. Meditiere weiterhin, mach’ Sudarshan Kriya, nimm an Satsangs teil und suche die Gesellschaft von guten Menschen. Es wird geschehen.

F.: In der Bhagavad Gita steht geschrieben, dass es bei der Ausübung des Dharma vier Schritte gibt: Wahrheit (Satya), Disziplin (Tapah), Reinheit und Mitgefühl. Als Aufseher im landwirtschaftlichen Departement fühle ich mich oft unfähig, Mitgefühl gegenüber meinen Untergebenen zu praktizieren, da ich von oben dem Druck ausgesetzt bin, die Leistung und die Produktivität zu steigern.

Sri Sri Ravi Shankar: Mitgefühl kann man gegenüber jemandem empfinden, der sich elend fühlt, nicht aber jemandem gegenüber, der arrogant ist oder schlechte Dinge tut. Eine solche Person muss mit Strenge behandelt werden, ohne dass man dadurch mit der eigenen Integrität in Konflikt kommt. Was die vier Eigenschaften betrifft (Freundlichkeit, Mitgefühl, Mudita (Zufriedenheit), Gleichgültigkeit): Alles was man tun kann ist, Gleichgültigkeit den Vorgesetzten gegenüber zu praktizieren.

F.: Es gibt so viele Satgurus, warum ist dann die Erfahrung mit dir so einzigartig?

Sri Sri Ravi Shankar: Ich habe keine Ahnung!

F.: Guruji, ich habe den YES+ Kurs gemacht. Nach zwei Jahren besuche ich jetzt den Ashram wieder, bin seit ein paar Tagen hier und fühle, dass ich niemals mehr weggehen möchte. Wie kann ich ein Gleichgewicht herstellen zwischen meinen Verantwortungen zu Hause und meinem Wunsch, hier zu bleiben?

Sri Sri Ravi Shankar:  Tue beides. Du musst dich sowohl um deine familiären Verantwortlichkeiten als auch um dein Engagement hier kümmern.

F.: Jai Gurudev, heutzutage gibt es viele Heiraten unter den verschiedenen Kasten oder Religionen. Es ist zu einer Lebensweise geworden. Bewegen wir uns in Richtung einer universellen Religion? Was ist deine Meinung dazu?

Sri Sri Ravi Shankar: Du hast deine eigene Frage schon beantwortet. Eigentlich ist es ja nur eine Bemerkung. Ja, das geschieht, Heiraten unter den Kasten und unter den Religionen finden statt. Solange Harmonie und Respekt unter den Religionen und den Menschen vorhanden sind, sollte niemand gezwungen werden, zu konvertieren. Es ist kein Problem. Das Problem entsteht jedoch dann, wenn jemand zur Konvertierung gezwungen wird.

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