Liebe, die frei von allen Erwartungen ist, ist göttliche Liebe.

12.8.11

F.: Ich möchte, dass du immer bei mir bist. Was soll ich dafür tun?

Sri Sri Ravi Shankar: Wisse einfach, dass ich bei dir bin. Mach’ Sadhana, Seva, Satsang – vergiss oder unterlasse das nicht. Mach‘ deine Pflicht, meditiere, mach‘ deine Pflicht.

F.: Was ist der Unterschied zwischen Dharana und Sankalpa?

Sri Sri Ravi ShankarDharana bedeutet, den Geist an einem bestimmten Gedanken festzuhalten, wie wir es zu Beginn der Meditation tun. Auch in Yoga Nidra wird das angewandt. Wir bringen unseren Geist zu verschiedenen Teilen des Körpers. Auf die gleiche Weise richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Atem, über den Kopf oder sonst irgendwohin. Das wird Dharana genannt.

F.: Jai Gurudev! Wenn wir herkommen, sagt man uns, wir würden Guruji sehen. Wirst du uns nur dich selbst zeigen?
Sri Sri Ravi Shankar: Guruji zu sehen bedeutet, dass du Guruji sehen kannst, wenn du dich hinsetzt und die Augen schließt. Guruji befindet sich in deinem Inneren. Guru Tattva bedeutet, dass das Herz erblüht. Guru ist dasjenige Herz, das im erblühten Zustand bleibt. Deshalb ist Guru Tattva dieser Zustand (Tattva), der sowohl Liebe als auch Frieden aufweist. Wie kannst du das erreichen? Nicht indem du nach außen schaust, sondern indem du dich nach innen wendest. Das ist das, was du mit geschlossenen Augen von morgens bis abends gerade tust (im Meditationskurs). „Betrachte deinen Atem, deine Nase, deine Zunge“ wird auf verschiedene Arten gesagt. Vielleicht denkst du: „Oh, dafür bin ich gekommen, sie wollen, dass ich mit geschlossenen Augen da sitze.“ In alten Zeiten, wenn die Menschen den toten Körper zur Kremation bringen wollten, erzählten sie den Kindern, ein Swami mit geschlossenen Augen ginge gerade vorbei. Du denkst vielleicht: „Diese Leute lassen uns hier mit geschlossenen Augen sitzen und wollen Swamis mit geschlossenen Augen aus uns machen. Sie haben keinerlei Arbeit damit und lassen uns und mit geschlossenen Augen hier sitzen. Und der Geist wird unruhig und denkt: „Lass mich die Augen öffnen und diese oder jene Leute betrachten.“ Wenn alle anderen glücklich und zufrieden sitzen, taucht folgender Gedanke in deinen Geist auf: „Sie haben alle Frieden gefunden, nur ich nicht.“ Du denkst vielleicht, dein Geist (Manas) sei ständig in Bewegung. Viele solche Gedanken – die du magst oder nicht magst – werden auftauchen und auch von alleine wieder weggehen. Sitze einfach friedlich da und folge den Anweisungen der geführten Meditation. Wenn du damit fortfährst, wird dein Geist nach einer Weile voller Frieden werden. So sagt man es dir. Geschieht das auch? Zwischen heute und gestern muss ein Unterschied bestehen. Wenn du den Morgen und den Abend miteinander vergleichst, wirst du feststellen, dass dein Geist am Abend friedvoller ist.

F.: Was muss ich tun, um wieder eine gute Geburt zu bekommen?
Sri Sri Ravi Shankar: Wenn du jetzt Befriedigung empfindest, reicht das vollkommen. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir Wünsche. Wenn du sie voller Befriedigung und Erfüllung verlässt, wirst du ein gutes Leben haben. Wenn du gute Gedanken in deinem Geist hast, wirst du ein gutes Leben bekommen. Du musst dir überhaupt keine Sorgen machen.

F.: Was ist göttliche Liebe?
Sri Sri Ravi Shankar: Diese Art von Liebe ist frei von Erwartungen. Normalerweise geben wir Liebe und machen dann ein Geschäft daraus. Wie? „Als du klein warst, habe ich dich großgezogen. Was hast du für mich getan?“ Das ist ein Geschäft. Verstehst du das? Liebe, die frei von allen Erwartungen ist, ist göttliche Liebe.

F.: Wie kann ich immer im Zustand des Beobachters (Sakshi Bhaav) sein?
Sri Sri Ravi Shankar: Lass‘ das Wort „immer“ los. Wenn es möglich ist, bleibst du in Sakshi Bhaav, das reicht. Es ist das Wort „immer“, das Komplikationen schafft.

F.: Krishna zeigte Arjuna auf dem Schauplatz des Krieges (Mahabharata) sein Vishwa Roopa. Wann zeigst du uns dein Vishwa Roopa?
Sri Sri Ravi Shankar: Der Krieg wurde ist noch nicht ausgerufen worden. Krishna hat sein Vishwa Roopa nur Arjuna gezeigt. Du musst also zuerst Arjuna werden. Wie wird man so wie Arjuna? Was ist Arjuna? Andächtig um Wissen und Fortschritt zu bitten ist Arjuna.

F.: Veränderung ist etwas Beständiges im Leben. Ändert sich das Wissen in der Bhagavad Gita, wenn sich die Zeiten ändern?
Sri Sri Ravi Shankar: Die Bhagavad Gita enthält sämtliche Themen. Du musst das verstehen. Sie enthält Wissen für alle Zeiten.

F.: Guruji, was ist die Bedeutung der Devi Puja?
Sri Sri Ravi Shankar: Sie war gut, nicht wahr? Die Devi Puja ist so schön. Schau, das Getreidekorn ist hart, aber was geschieht, wenn du es mit ein wenig Salz und Butter in die Popcornmaschine tust? Das Korn geht auf und wird zu Popcorn, es wird weich und sehr gut. Entsprechend ist in jedermann, in jedem Individuum, Energie (Shakti) vorhanden. Was geschieht während der Puja? Die Energie – Shakti – erblüht, wird angehoben und öffnet sich. Es gibt keinen Ort, der frei von Shakti ist. Aber an manchen Orten schläft sie. Hier weckt die Devi Puja sie auf. Die Devi Energie (Shakti) ist in uns allen gegenwärtig. Die Devi ist nicht irgendwo anders, in irgendeiner anderen Welt, die Devi Shakti befindet sich in unserem Inneren. Diese Energie – Shakti – stärker werden zu lassen, nennt sich Puja. Wenn wir tief in Meditation sitzen, wird sich das Leuchten im Körper erhellen  und sich nach außen verbreiten. Das ist Devi Puja.

F.: Warum mussten die Pandavas zur Hölle gehen, obwohl sie Krishna hatten?
Sri Sri Ravi Shankar: Wir werden ein anderes Mal über Mahabharatha sprechen. Aktuell ist jetzt der Kampf gegen die Korruption. Wir alle – jeder von uns – sollten am Kampf gegen die Korruption teilnehmen. Alle müssen sich darum bemühen, die Korruption zu eliminieren und die Dinge in Ordnung zu bringen. Ihr habt es gut gemacht in Tamil Nadu. Ihr habt gute Arbeit gegen die Korruption geleistet. Aber damit ist die Arbeit nicht getan. Es gibt noch mehr zu tun.

F.: Guruji, es gibt eine größere Energie die uns in allen unseren Handlungen führt. Wie stark sind wir für unsere Arbeit verantwortlich?
Sri Sri Ravi Shankar: In dieser Welt gibt es Dinge, die wir tun können und andere Dinge, die wir nicht tun können. Wie groß bist du zum Beispiel? Vielleicht 1,70m oder 1,80 m groß. Du wirst – wenn du älter als 22 ober 23 Jahre alt bist – kaum mehr wachsen. Du musst es so akzeptieren, wie es ist. Anders verhält es sich mit deinem Gewicht. Wenn du 50kg wiegst, kannst du auf 60kg zunehmen. Wenn du 100kg wiegst, kannst du bis auf 70kg abnehmen. Ist es nicht so? Wir können das also ändern. Ähnlich ist es bei einer Kuh. Wenn sie irgendwo angebunden ist, hängt ihre Bewegungsfreiheit von der Länge des Seils ab. Die Kuh kann jedoch nicht weiter gehen, als es das Seil zulässt. So gibt es auch im Leben eine gewisse Freiheit, es gibt Dinge, die wir tun können, während andere Dinge nicht in unseren Händen liegen.

F.: In meinem Leben habe ich außer dir niemanden geliebt. Wessen Fan bist du?
Sri Sri Ravi Shankar: Ich bin dein Fan. Wenn es sehr heiß ist, bin ich dein Fan (bedeutet auch Fächer). Ein Fächer, der eine kühle Brise zu dir wehen lässt – das ist es, was ich denke. Wenn du müde wirst, bin ich ein Fächer, der dir Behaglichkeit schenkt.

F.: Wie können wir aus dem Leid herauskommen, wenn jemand stirbt, der uns lieb ist?
Sri Sri Ravi Shankar: Durch das Wissen. Das Wissen, das besagt: „Er oder sie ist heute gegangen, und in ein paar Jahren werden auch wir gehen müssen.“Alle, die hierher, auf diesen Planeten gekommen sind, sind nur hergekommen, um wieder zu gehen. Alle, die gegangen sind, sind nur gegangen, um wiederzukommen. Wir können sicher sein, dass das so ist. Sage deshalb zu denen, die weggehen: „Geh‘ nur, ich werde später kommen und dich sehen. Ich werde meine Arbeit hier beenden und werde dich nach ein paar Jahren treffen.“ Zeige ihnen den Weg, indem du das sagst. Sitz‘  nicht da und denke: „Oh nein! Er oder sie ist gegangen.“ In unserer Nation, in unseren Shastras (Schriften), wird es sehr schön dargelegt: „Bleibe nur während zehn Tagen in diesem Zustand des Leids. Am elften Tag solltest du es vergessen. Lasse es los und lebe glücklich.“ Am dreizehnten Tag gibt es Rekyam, was Feier bedeutet. Am dreizehnten Tag wird gefeiert, neue Kleider werden getragen und spezielle Süßigkeiten und Snacks (Bhakshanam) werden gegessen. Dann werden Sesamsamen als Tarpanam für die dahingeschiedene Seele angeboten. Weißt du warum? Wenn du irgendwelche Wünsche hast, musst du sie loslassen. Es ist wie bei den Sesamsamen. Warum solltest du wegen unbedeutenden Wünschen leiden? Geh‘ mit Zufriedenheit (Tripti). Tarpanam bedeutet: Mögest du Tripti erhalten. Lass‘ die Seele (Atma) Tripti bekommen, wenn sie den Körper verlässt. Tarpanam wird für die Mutter, den Vater und deren Eltern getan… Die Namen der Vorfahren werden angerufen und es wird gesagt: „Finde Zufriedenheit (Tripti). Lass‘ die unbedeutenden Wünsche los, die sich in deinem Geist befinden. Sie werden von selbst Früchte tragen. Es ist wie beim Sesamsamen. Mache dir keine Sorgen.“ In jenen Tagen waren Senf- und Sesamsamen Beispiele für sehr unbedeutende Dinge. Wenn man etwas als Sesamsamen bezeichnete, wies das auf eine abschätzige Weise auf etwas Unbedeutendes hin. In unserem Land hatten wir diesen wunderbaren Brauch (Sampradaya), unseren Vorfahren und Verstorbenen etwas zu übermitteln. Ähnlich ist auch die Praxis, Pindam zu geben. Pindam bezieht sich auf den Körper. Der Geist, der den Körper verlassen hat, wird den Wunsch haben, einen anderen Körper zu bekommen. Zu dieser Zeit bieten der Sohn, der Enkel, irgendein Verwandter oder die Tochter (ist auch erlaubt) Pindam an: „Mach dir keine Sorgen, du wirst einen anderen Körper bekommen. Geh‘ weiter. Schau nicht zurück. Werde glückselig. Es gibt noch viele andere Welten, die man sehen kann, geh‘ also weiter. Du wirst einen anderen Körper bekommen.“ Dieser Trost gibt Pinda. „Sei glückselig. Warum an den Körper denken? Du kannst in unsere Familie hinein geboren werden.“ Das soll vor allem den Geist befriedigen. Es reicht, wenn du meditierst. Dann ist es nicht notwendig, andere Dinge zu tun. Während der Meditation ist der Geist ruhig und friedvoll und hat das Gefühl: „Ich bin nicht dieser Körper. Ich bin jenseits dieses Körpers.“ Lasse die Meditation also nicht aus.

F.: Was ist für einen Menschen wichtig – Geld, Geschicklichkeit, Glück oder Vertrauen?
Sri Sri Ravi Shankar: Alle diese Dinge sind wichtig. Was soll ich antworten, wenn du fragst: „Was ist notwendig für einen Menschen: Zähne, Nase, Ohren oder Augen?“ Um eine Süßigkeit (Adirsam) zu essen, brauchst du Zähne. Wenn du sie riechen willst, brauchst du die Nase. Wenn du sie sehen willst, brauchst du die Augen. Auch die Ohren sind notwendig. All das ist im Leben notwendig. Viveka (Unterscheidungsvermögen) ist nötig, um festzustellen, was zu welcher Zeit angebracht ist.

F.: Du hast dafür gesorgt, dass Terroristen sich gebessert haben. Warum dann nicht diejenigen bessern, die im Namen der Spiritualität unerwünschte Dinge tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Manche Leute werden sich im Leben nicht bessern, weil sie so sind. Kannst du eine Schlange oder einen Skorpion in eine Kuh verwandeln? Wir müssen verstehen, dass wir eine Schlange, einen Skorpion oder eine Kuh vor uns haben. Bei manchen Leuten kannst du nicht einmal daran denken, sie zu verbessern. Du kannst Terroristen korrigieren. Aber es ist schwierig, jene zu bessern, die absichtlich Böses tun. Es ist nicht unmöglich, aber schwierig. Ihre Abstammungsgruppe existiert schon während einer langen Zeit. Ravana zog auch die Tracht eines Heiligen an und entführte Sita. Auch heutzutage gibt es solche falschen Heiligen wie Ravana. Was tun? Eine Zeit lang wird es so weitergehen, dann werden sie plötzlich fallen. Es ist nicht gut für sie. Diejenigen, die Wünschen hinterherjagen, werden eine Lektion erhalten. Was uns betrifft:  Wir sollten von überall Gutes nehmen. Eine Redensart in Sanskrit – Durjanam Prathamam Vande Sujanam Tadanantaram – besagt, dass wir auch eine schlechte Person ehren sollten. Schlechte Menschen schaden sich selbst und lehren dich eine Lektion. Sei ihnen also dankbar. Sie lehren dich auf ihre Kosten eine Lektion, während sie selbst in eine Grube fallen und sich zerstören. Drücke ihnen also deine Dankbarkeit dafür aus.

F.: Was ist hohl und leer? Wenn du die Meditationen auf Tamilisch mit deiner Stimme aufnehmen würdest, wäre das sehr schön.
Sri Sri Ravi Shankar: Das können wir tun. Um zu wissen, was es ist, musst du die Augen schließen und zuhören, dann wirst du es automatisch erkennen. Es kann nicht erfasst werden, wenn man es in Worten ausdrückt.

F.: Es wird Prüfungen im Leben geben. Was aber soll man tun, wenn die Probleme zum Leben werden?
Sri Sri Ravi Shankar: Du bist hierhergekommen. Du bist an den richtigen Ort gekommen. Wie vielen von euch wurden ihre Wünsche erfüllt, nachdem sie die Übungen hier durchlebt haben? Hebt eure Hände. Seht, ihr seid an den richtigen Ort gekommen. Sitze hier mit Vertrauen, meditiere und gehe wieder weg. Wusstest du, dass es eine Regel im Ashram gibt? Das ist sie: Du kannst deine Sorgen hierher bringen, du kannst sie aber nicht wieder mitnehmen.

F.: Wie kann ich die wundervolle Umgebung des Ashrams in mein Leben und in mein Zuhause mitnehmen?
Sri Sri Ravi Shankar: Du solltest die Verantwortung dafür übernehmen, eine wunderbare Umgebung in deinem Heim zu erschaffen. Es reicht nicht aus, einfach nur auf dein Zuhause aufzupassen. Fahre damit fort, dieses Wissen und diese Übungen allen Menschen, mit denen du in Berührung kommst, weiterzugeben. Sorge dafür, dass jedermann im Haus die Gelegenheit zur Meditation bekommt.

F.: Avatare haben Kriege geführt. Wann und gegen wen führst du deinen Krieg?
Sri Sri Ravi Shankar: Unser Krieg findet schon statt. Die Unwissenheit zu beseitigen ist ein großer Krieg. Er ist schon im Gange. Nehmt alle daran teil. Ihr seid alle Soldaten. Unser Krieg – Unwissenheit zu beseitigen und Korruption zu eliminieren – geht weiter.

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