Glaube an die Wahrheit, an die Liebe und an das Mitgefühl; es sind alles göttliche Eigenschaften

Bangalore, 21. Juni 2011

F.: Guruji, heutzutage interessieren sich Jugendliche mehr für Drogen, Alkohol und Pornografie. Was rätst du den Eltern? Wie sollen sie mit den Teenagern umgehen und wie können sie eine bessere Beziehung zu ihnen haben?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, das ist eine delikate Angelegenheit, denn Teenager wollen nicht von ihren Eltern beherrscht werden. In der Regel geschieht das, also müssen die Eltern sich besänftigen und mithelfen, dass ein besseres Verständnis untereinander möglich wird. Wir müssen dafür sorgen, dass die Teenager sehr beschäftigt sind, sie sollen sich unterhalten und Sport machen. Gebt ihnen so viel Arbeit, dass sie für nichts mehr Zeit haben. Dann kommen sie müde nach Hause und schlafen ein. Zwischen acht und achtzehn ist es das richtige Alter, um Sportarten zu lernen. Sie sollten zum Turnen und  zum Schwimmen gehen. Wenn sie eine Stunde lang geschwommen sind und noch ein paar Übungen gemacht haben, kommen sie körperlich erschöpft nach Hause und möchten nur noch schlafen. Am nächsten Morgen wachen sie erfrischt wieder auf. Sie sollten sich auch mit Musik beschäftigen, viele Puzzles machen und viele Informationen, viel Unterhaltung und Bildung erhalten. So kannst du die Teenager davon abhalten, im Internet zu surfen und sich die ganze Pornografie anzusehen.

F.: Guruji, wie sah dein Leben aus, als du in meinem Alter warst? Ich bin vierzehn Jahre alt.
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, interessant. Ich war in jungen Jahren immer mit älteren Menschen zusammen.

F.: Guruji, meine Eltern wollen nicht, dass ich Vegetarier bin. Wie kann ich sie davon überzeugen?
Sri Sri Ravi Shankar: Du musst einfach sagen : „Ich werde Vegetarier sein”, und sie werden es akzeptieren.

F.: Guruji, ich glaube nicht an Gott. Ist das schlecht?
Sri Sri Ravi Shankar: Nein, das macht nichts. Glaube wenigstens an dich selbst. Du solltest wissen, wer du bist. Glaube an die Wahrheit, an die Ehrlichkeit, an die Liebe, an das Mitgefühl. Das sind die göttlichen Eigenschaften.

F.: Guruji, meine Eltern lieben mich so sehr, dass ihre Liebe für mich manchmal erstickend ist. Was soll ich tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Das Problem besteht auf beiden Seiten. Manchmal denkst du, sie lieben dich nicht, was nicht stimmt. Manchmal wird ihre Liebe dir zu viel und ist einengend. Was tun? Weißt du, wann du dich eingeengt fühlst? Wenn du etwas Falsches tun willst. Wenn dein Gewissen dir sagt, dass etwas falsch ist, und du es nicht tun solltest, dann fühlst du dich von deinen Eltern eingeengt. Es ist gut, wenn diese Art der Aufmerksamkeit dich einengt. Es ist gut, die Schuld zu spüren, wenn du etwas Falsches tun willst. Es ist eine Sicherheitswarnung für dich.

F.: Guruji, Musik ist mein Leben, aber die meisten Menschen um mich herum nehmen Drogen und haben schlechte Gewohnheiten. Wie kann ich weiterspielen, wenn ich durch all diese Dinge beeinträchtigt werde?
Sri Sri Ravi Shankar: Bleibe standhaft, es ist gut.

F.: Warum heißt es immer, man sollte sich keine Action- und Horrorfilme anschauen? Haben sie Auswirkungen auf meinen Geist?
Sri Sri Ravi Shankar: Was meinst du? Hast du schon Alpträume gehabt, nachdem du Horrorfilme gesehen hast? In diesem Fall solltest du es besser unterlassen. Vielleicht kannst einmal pro Jahr du einen solchen Film sehen, denn die Auswirkungen halten lange an. Es ist deshalb besser, es zu vermeiden.

F.: Guruji, meine Eltern schlagen mich manchmal grundlos. Wie kann ich sie dann respektieren und akzeptieren?
Sri Sri Ravi Shankar: Es ist nicht möglich, dass sie es ohne Grund tun. Bitte sie, den Art of Living Kurs zu machen, wenn sie einmal guter Laune sind. Überrede sie dazu, und wir werden ihnen beibringen, dich nicht zu schlagen.

F.: Guruji, als ich den Kurs gemacht habe, haben alle anderen Kids erzählt, dass sie erstaunliche Erlebnisse gehabt hätten. Ich selbst habe aber nichts erlebt. Ich bin sehr neugierig darüber und möchte diese Dinge auch erfahren. Was soll ich tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Die Tatsache, dass du teilgenommen hast, bedeutet schon, dass du profitiert hast. Du würdest diese Frage sonst noch nicht einmal stellen. Die eine Person sagt, sie habe Licht gesehen, die andere, sie hätte sich so oder so gefühlt. Vergleiche deine Erfahrungen nicht mit denjenigen anderer. Du beginnst sonst nur an deinen eigenen Erfahrungen und an dir selbst zu zweifeln. Du solltest das niemals tun, in Ordnung?

F.: Guruji, wir bitten dich andauernd um irgendetwas. Was können wir für dich tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Verbreite diese Botschaft unter immer mehr Menschen.

F.: Einige Menschen werden grundlos depressiv. Was können wir tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Erzähle den Menschen etwas über gutes Essen, über die Gesundheit, das ist sehr notwendig.

F.: Was ist mit Menschen, die sich den Art of Living Kurs nicht leisten können?
Sri Sri Ravi Shankar: Nein, wir unterrichten sie trotzdem. Sprich mit einem Kursleiter. Auch diejenigen, die es sich nicht leisten können, werden die Möglichkeit haben, den Kurs zu machen. Es gibt schon Tausende davon.

F.: So viele Menschen betrachten dich als ihren Guru. Wie kannst du der Guru von so vielen Menschen sein?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, vermutlich mache ich meinen Job ziemlich gut.

F.: Kannst du ihnen all die Aufmerksamkeit geben, nach der sie sich sehnen?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, ich denke, ich tue soviel, wie ich kann. Unser Bewusstsein ist so unendlich weit. Unser Bewusstsein hat viele Fähigkeiten und ermöglicht uns, die Dinge zu tun. Die Natur wird dir nur so viel Arbeit auferlegen, wie du bewältigen kannst, sie wird dir kein Inch mehr aufladen.

F.: Ich möchte wissen, warum die Menschen in Kriegszeiten bereit sind, ihr Leben für ihr Land zu geben, die meisten Menschen aber in Friedenszeiten nichts für das Land tun würden.
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, vor allem die Jugendlichen, wenn sie genug vom System haben. Wenn sie sehen, dass die Dinge nicht richtig laufen, sollten sie sich dazu verpflichten, etwas für das Land zu tun, nicht wahr? Es braucht nur eine richtige Führung, die sie auf gewaltlose Art und Weise durch die unruhigen Zeit hindurchleitet, das ist sehr wichtig. Liebe und Gewaltlosigkeit haben eine große Kraft. Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewusst. Was gerade in Nordafrika geschieht ist so unglückselig. Diese Diktatoren halten die Stellung und lassen es nicht zu, dass die Menschen ihre Stimme erheben. Weißt du, man kann jetzt nicht mehr wie im fünfzehnten Jahrhundert leben. Es war damals die Zeit der Diktaturen, heute ist es die Zeit der Demokratie und der Freiheit. Das ist es, wonach die Menschen suchen, und diese Leute sollten die Demokratie auf anmutige Weise fördern. Das ist wichtig.

F.: Was kann man tun, wenn jemand Manglik dosh (eine bestimmte Stellung im Horoskop) hat? 
Sri Sri Ravi Shankar: Es gibt immer eine Abhilfe dafür. „Om Namah Shivaya” ist ein sehr gutes Mantra, um all die Doshas zu überwinden.

F.: Guruji, ist es in Ordnung, in unserem täglichen Leben aggressiv zu sein, wenn wir uns auf dem spirituellen Pfad befinden? Manchmal musst du am Arbeitsplatz aggressiv sein, damit die Arbeit gemacht wird.
Sri Sri Ravi Shankar: Du musst nicht aggressiv, sondern bestimmt sein. Sei standhaft und bestimmt.

F.: Guruji, ganz Nordafrika und der Nahe Osten befinden sich derzeit in Aufruhr. Die Menschen kämpfen gegen die Herrscher, wie es auch in Indien geschieht, wo die Menschen sich gegen korrupte Herrscher auflehnen. Ist es die Absicht des Göttlichen, dass es so geschehen soll, und wie wird es in der Zukunft weitergehen? Kannst du uns bitte darüber aufklären?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, es sieht ganz danach aus, dass die Natur mehr Rechtschaffenheit in die Gesellschaft bringen möchte. Die Zeit ist gerade richtig, um die Stimme gegen korrupte Menschen zu erheben.

F.: Guruji, was sind die Patanjali Yoga Sutras?
Sri Sri Ravi Shankar: Patanjali war ein Rishi, der vor Tausenden von Jahren lebte. Er arbeitete mit Ayurveda, um den Körper von Unreinheiten zu befreien, und schrieb auch darüber. Später schrieb er über Grammatik und über Phonetik, darüber, wie Klänge entstehen, und wie Form und Klang zusammenhängen, über die Bedeutung des Klanges und die Natur des Objektes und über ihren Zusammenhang. All das hat er getan. Niemand kann Sanskrit studieren, ohne Patanjali zu studieren. Er schrieb also auch über Grammatik und war derjenige, der die Yoga Sutras schrieb.

F.: Zu gewissen Zeiten tun Menschen schlimme Dinge, die dich verletzen, und du hast das Gefühl, ihnen nicht vergeben zu können. Die Zeit vergeht, aber das Gefühl besteht weiterhin. Dabei möchtest du ihnen eigentlich vergeben und eine gute Beziehung zu ihnen haben.
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, ich denke, Meditation wird dir helfen. Ein größeres Verständnis wir dir helfen. Wenn dir jemand etwas Unrechtes angetan hat, kannst du es von der Perspektive aus sehen, dass er nur ein Postbote war, und das tun musste, was er tat. Das ist die eine Perspektive. Die zweite Perspektive ermöglicht es dir, die Person als unwissend zu betrachten und davon auszugehen, dass sie nicht wusste, was sie tat. Und wenn du es von der dritten Perspektive aus betrachtest, siehst du, dass die Person selbst ein Opfer war und den Fehler aus diesem Grund beging. Auf diese Art erweiterst du deine Sichtweise. Plötzlich bemerkst du, dass alles sich wendet.

F.: Du hast einmal in einem deiner Vorträge gesagt, dass drei Dinge den Planeten zerstören: Falsches Verständnis, Mangel an Kommunikation und Missbrauch. Wie können wir das ändern?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, verbessere deine Kommunikation und dein Verständnis und verhindere den Missbrauch.

F.: Ist das nicht eine einseitige Angelegenheit?
Sri Sri Ravi Shankar: Tu´es von deiner Seite aus und kümmere dich nicht um den Rest.

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