Das Wissen wird im Bewusstsein strukturiert

Bangalore, 4. Mai 2011

F.: Die Leute haben eine Menge Erwartungen an mich. Was tun?
Sri Sri: Das ist ihr Problem! Du gibst deine 100 Prozent, tust, was du kannst, und wenn dann jemand mehr erwartet, ist es das Problem dieser Person.

(Sri Sri fragte die Leute im Publikum, ob sie Fortschritte mit der Bhagwad Gita machten. Nachdem das Publikum die Shlokas des 7. Kapitels aufgesagt hatte, fuhr Sri Sri damit fort, die Bedeutungen zu erläutern.)

Wenn ein Yogi schläft, ist jedermann wach. Und wenn jedermann schläft, ist der Yogi wach. Lord Krishna sagt dies in der Gita. Hast du das schon gehört? Was bedeutet es? Ganz einfach, wenn jeder sich aufregt und sorgt, schläft der Yogi behaglich. Der Yogi weiß, dass alles sich zum Besten wenden wird, und dass alle Ereignisse dem allgemeinen Wohl dienen werden. Ein Yogi hat dieses Vertrauen.
Dass der Yogi wach ist, wenn alle anderen schlafen bedeutet, dass er sich der Wahrheit über das Leben bewusst ist, während alle anderen die Wahrheit über das Leben verschlafen. Niemand fragt sich: „Wie wird mein Ende sein? Wohin werde ich gehen? Was bedeutet das Leben? Wer bin ich?“ Wenn keine dieser Fragen im Geist der Menschen auftaucht, bedeutet das, dass sie schlafen.
Die Leute schauen sich Filme an, spielen Computerspiele und verlieren sich darin. Das geschieht sogar bei Leuten, die schon sehr alt sind. Der Mensch sieht nicht, dass sein Tod sich unaufhaltsam nähert… Er denkt nicht: „Wie konnte ich meinen Geist nur mit so vielen Begierden und Abneigungen füllen? Ich habe nichts dafür getan, um meinen Geist zu reinigen.“ Wenn du den Geist nicht von Eindrücken reinigst, wirst du auch nach dem Tod den gleichen Geist und die gleichen Eindrücke mit dir herumtragen müssen.
Wenn du stirbst, sollte dein Geist glücklich und voller Freude sein! Einer der schläft, nimmt den ganzen Abfall mit in seinen Geist hinein. Ein Yogi ist aufmerksam und wach. Er nimmt den Abfall von anderen nicht mit in seinen Geist. „Warum hat dieser Mann das zu mir gesagt?“ „Warum hat jene Frau jenes zu mir gesagt?“
Dein Geist wird vollkommen zerstört, wenn du über die Unvollkommenheiten der anderen nachdenkst. Überlasse die Unvollkommenheiten der anderen den anderen. Lass sie selbst damit klarkommen. Es reicht völlig, wenn du dich um deinen eigenen Geist und um deine eigenen Fehler kümmerst. Hast du Geduld, die Fehler der anderen zu akzeptieren? Du solltest die Fehler der anderen nur dann korrigieren, wenn du mitfühlend bist. Dann kannst du die anderen auf mitfühlende Art auf ihre Fehler hinweisen, ohne deinen Kopf, deinen Geist dadurch zu beeinträchtigen. Ansonsten solltest du es der Natur überlassen, sie wird einen Weg finden.
Wann wirst du böse, wann regst du dich auf? Wenn du die Handlung eines anderen als unvollkommen betrachtest. Kannst du die Handlung eines anderen auf diese Weise verbessern? Seine Handlung ist unvollkommen, aber nun ist dein Geist es auch geworden, weil du darüber nachdenkst. Rette wenigstens deinen Geist. Warum lässt du es zu, dass dein Geist in die falsche Richtung geht, nur weil andere auf einem falschen Weg sind? Deshalb sagt Krishna, der Yogi sei wach, während die anderen schliefen. Wenn du schläfst, erlaubst du dem Abfall der anderen, in deinen Geist einzutreten. Yogis lassen so etwas jedoch nicht zu. Sie sorgen dafür, dass ihr Geist frisch bleibt.

F.: Veränderungen geschehen ständig. Wird das Wissen der Gita sich für dieses Jahrhundert ändern? Wird es neues Wissen geben?
Sri Sri: Ja, wenn dein Geist erblüht, werden neue Aspekte des Wissens in die erblühen. Das Wissen wird im Bewusstsein strukturiert.

(Fährt fort mit den Erläuterungen des 7. Verses.)

Wohin bewegt sich dein Geist? Er bewegt sich in Richtung Schönheit, Licht, Kraft… Lord Krishna sagt: „Wohin dein Geist auch geht, sieh mich darin. Etwas ist schön, weil es von Leben durchdrungen ist. Es ist das gleiche Bewusstsein. Der Geist geht also zurück zur Quelle. Lord Krishna sagt: „Ich bin das Licht der Sonne. Ich bin die Füssigkeit des Wassers. Ich bin der Geruch der Erde. Ich bin das Feuer im Feuer.“
Wir bestehen aus der gleichen Substanz wie die Sonne. Wenn es keine Sonne gäbe, gäbe es auch die Erde nicht. Wenn es keine Erde gäbe, gäbe es auch dich nicht.
Wenn du heutzutage mit einem Quantenphysiker sprichst, wird er dasselbe sagen: Alles besteht aus einer Wellenfunktion.
Lord Krishna sagte dasselbe: Ich bin das Leben in jedermann.
Richte deinen Geist nach innen und betrachte die Lebenskraft, die du bist.
„Alles im Leben bin ich.“
Das Leben ist Gott. Gott ist nicht etwas außerhalb des Lebens. Das Leben ist göttlich.
Das Leben in diesem Körper ist göttlich. Wonach verlangt der Geist? Nach diesem, nach jenem Vergnügen. Das ist es nicht. Es ist dein Leben: Mein Leben allein ist Gott. Leben ist überall dasselbe, Atma (Selbst, Seele).
Das siebte Kapitel ist sehr schön.
In der Bhagwad Gita entfalten sich die Kapitel Schritt für Schritt.
Im Kapitel über Vishad yoga fühlt sich Arjuna sehr nervös, er zittert.
Im Kapitel über Sakhya yoga, sagt Lord Krishna zu Arjuna: „Wach auf! Nichts ist mit deinem Selbst (Atma) geschehen. Glück und Traurigkeit sind gekommen und wieder gegangen.“
Im Kapitel über Karma yoga sagt Lord Krishna: „Handle! Ohne Handlung kannst du nichts vollbringen. Selbst wenn du stehen oder sitzen willst, ist eine Handlung erforderlich. Tu‘ also etwas!“
Nach dem Karma yoga folgt Gyan yoga: „Verstehe, was du tust.“
Dann kommt Dhyan, wo Lord Krishna sagt: „Meditiere, bevor du handelst. Meditiere, nachdemdu die Arbeit beendet hast.“

Auf diese Art entfalten sich die Kapitel Schritt für Schritt.

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