Fest des Wissens: Zusammenstellung kurzer Fragen

F.: Heutzutage haben die meisten Gurus lange Haare und einen langen Bart. Ist das eine Kleiderregel?
Sri Sri Ravi Shankar: Ja, das könnte man als Kleiderregel bezeichnen. Das lange Haar ist wie eine Antenne, mit der man Botschaften von Gott empfängt, und der lange Bart ist die Erdung, um diese Botschaften an die Menschen weitergeben zu können.

F.: Guruji, was ist Shanti (Friede)?
Sri Sri Ravi Shankar: Wir müssen dich in ein kleines Zimmer einschließen und die Lautsprecher 24 Stunden lang aufdrehen. Aber nicht mit guter Musik, sondern mit schwerer Kost. Wenn wir sie dann nach 24 Stunden abschalten, wirst du wissen, was Shanti ist. (Lachen!!!)

F.: Lieber Guruji, wie gelingt es uns, Hindernisse zu überwinden, wenn wir Verantwortung tragen?
Sri Sri Ravi Shankar: Dein Friede kann nur auf die Probe gestellt werden, wenn es Hindernisse gibt. Sei dankbar für die Hindernisse.

F.: Passiert es, dass du gestresst bist?
Sri Sri Ravi Shankar: Die Arbeit funktioniert wirklich hervorragend! Erst vergangene Woche war ich in Kerala. Dort hatten sie 19 Termine an einem Tag für mich eingeplant. Bevor ich losfuhr, habe ich einige davon abgesagt und war dann doch auf 22 Terminen. Ich dachte, das würde mich anstrengen, aber es hat mich selbst überrascht, dass es das nicht tat. Jeder von uns verfügt über eine enorme Energie in sich. Eine einzige Zelle kann ganz Bangalore 24 Stunden lang mit Licht versorgen.

F.: Kannst du etwas zur Seele – zu Atma – sagen?
Sri Sri Ravi Shankar: Das Verständnis über die Seele entwickelt sich Schritt für Schritt und beruht auf Erfahrung. Bevor du dich mit Atma, dem Selbst, beschäftigst, musst du die fünf Elemente der Schöpfung kennen. Was sind diese Tattvas? Prithvi, Ap, Tej, Vayu and Akash – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Dann kommt der Geist, der Intellekt (Buddhi), das Gedächtnis, das Ego und schließlich das Selbst (Maha Tattva).

F.: Wie sieht Gott die Welt?
Sri Sri Ravi Shankar: Gott kann nicht zwei sehen. Für Gott existieren du und ich nicht! Er kann in allem und jedem nur sich selbst sehen!

F.: Guruji, die Wahrheit zu sagen, schafft in der Außenwelt Probleme und zu lügen schafft Probleme in der Innenwelt. Wie sollen wir uns verhalten?
Sri Sri Ravi Shankar: Löse das Problem. Probleme sollten als Herausforderung betrachtet werden. Jemand, der mutig ist, liebt Herausforderungen, und ich sage dir, du bist mutig!

F.: Manchmal scheint es, als wäre alles unwahr. Wir rennen wissentlich oder unwissentlich den Dingen hinterher. Manchmal habe ich das Gefühl, einfach mit dem Strom mitgerissen zu werden und das bestürzt mich. Was von all dem ist unveränderlich? Was ist die Wahrheit?
Sri Sri Ravi Shankar: Die Wahrheit kann nicht ausgesprochen werden. Nur in der Stille tiefer Meditation kannst du die Wahrheit erfahren!

F.: Warum erreichst du die Welt nicht schneller? Warum geht das so langsam?
Sri Sri Ravi Shankar: Ihr braucht alle auch einen Job!

F.: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wenn es das nicht gibt – worin liegt der Sinn unseres Daseins?
Sri Sri Ravi Shankar: Es ist gut, etwas Spannung zu bewahren!

F.: Gibt es eine feste Anzahl an Seelen? Wenn ja – wie kommt es, dass so viele Menschen auf diesem Planeten wiedergeboren werden? Warum nimmt die Bevölkerung zu?
Sri Sri Ravi Shankar: Hmmm! Es gibt aber auch viele Tierarten, die ausgestorben sind!

F.: Welchen Rat würdest du einem Skeptiker geben, der nicht glauben will?
Sri Sri Ravi Shankar: Ein sehr guter Anfang. Achte darauf, dass du nicht zynisch oder frustriert wirst. Skepsis ist vollkommen in Ordnung, Zynismus aber nicht. Der raubt dir die Energie. Am Anfang der Reise kann man skeptisch sein und ich würde das sehr schätzen und begrüßen. Wenn du durch die Skepsis gegangen bist, wird dein Glaube umso stärker sein.

F.: Guruji, ich schätze die Sonne, den Mond und die Natur. Warum kann Gott es nicht würdigen, wenn ich etwas Gutes tue?
Sri Sri Ravi Shankar: Er würdigt es nicht, weil er weiß, dass du es besser kannst. Wenn er dich alle Augenblicke würdigt, verspürst du nicht mehr den Wunsch, dich zu verbessern.

Wissenshäppchen:
Die Wahrheit ist unveränderlich. Schau dir dein Leben genau an. Erkenne, dass alles, was sich darin geändert hat, nicht die Wahrheit ist. Mit dieser Einstellung wirst du feststellen, dass um dich herum nur Unwahrheit existiert. Wenn du die Unwahrheit erkennst, wirst du davon frei werden. Wenn du die Unwahrheit nicht erkennst, kannst du dich auch nicht von ihr befreien. Deine Lebenserfahrung wird dir deine eigene Unwahrheit zeigen.
Wenn du mehr Reife erlangst, wirst du erkennen, dass alles unwahr ist – Ereignisse, Situationen, Menschen, Gefühle, Gedanken, Meinungen, Konzepte, dein Körper – alles ist unwahr. Nur dann geschieht Satsang – „In Gesellschaft der Wahrheit sein“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Mutter kann ihr Kind nicht als unwahr ansehen, bis es erwachsen wird. Für ein Baby ist Süße keine Unwahrheit und für einen Teenager ist Sex keine Unwahrheit.
Wissen ist Unwahrheit, wenn es nur aus Wörtern besteht. Aber Wissen an sich ist Wahrheit. Liebe als Gefühl ist nicht Wahrheit, Liebe an sich ist Wahrheit.

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