Ist die Hingabe stark, hört die Natur auf dich!

Wenn deine Hingabe stark verwurzelt ist, hört die Natur auf dich!

Mumbai, 15. Januar 2011

Anand Tandav: Meditieren und gleichzeitig mit dem Tanz der Schöpfung verschmelzen! Shiva-Bewusstsein bedeutet das, was rein und vollkommen ist. Nur wenn beide Ufer im Leben eingebunden sind, sowohl Klang als auch Stille,  sowohl Musik als auch Meditation, kann Vollkommenheit entstehen! Wir werden jetzt für einige Zeit meditieren! Es gibt drei Regeln bei der Meditation: Ich tue nichts, ich will nichts und ich bin nichts. Diese Regeln halten wir während dieser Zeit ein. Was immer du brauchst, denk später darüber nach. Ich bin weder intelligent noch dumm, ich bin weder reich noch arm, ich bin weder ein Sünder noch eine edle Seele. Für die nächsten paar Minuten gilt also: Akinchan, Achah und Aprayatan!

Wie gewöhnlich gehen die 20 bis 25 Minuten der Meditation schnell vorbei und fühlen sich wie eine Minute an.
Yoga ist die Kunst des Nichtstuns. Sich in einem vollkommen ruhigen und gelassenen Geisteszustand zu befinden ist Yoga. Yoga ermöglicht es einem, einen solchen Geisteszustand zu erreichen. Physisches Yoga hilft, tamoguna* zu reduzieren. Wenn du ein wenig übst, vor und nach der Arbeit friedvoll zu sein, entsteht eine grosse Kraft und so viele Verzerrungen werden aus dem Geist gelöscht. Je mehr Verzerrungen bestehen, desto mehr Sorgen erfährt man.
Dhyan, Pranayama, Dienst und Intelligenz!

F.: Wie sinnvoll ist es, sich über die Vergangenheit zu ärgern?
Sri Sri Ravi Shankar: Bringt es irgendetwas, sich über die Vergangenheit zu ärgern? Eine geschäftsorientierte Person würde so etwas niemals tun!
Es gibt eine Geschichte über Mullah Nasruddin. Sein Sohn hielt gerade eine teure elektronische Ausrüstung, und er schlug ihn. Als er nach dem Grund gefragt wurde, sagte er, es sei sinnlos, ihn erst zu schlagen, wenn die Ausrüstung schon zerbrochen sei! Es ist ein Zeichen von Dummheit, wütend über etwas zu sein, was sich in der Vergangenheit ereignet hat. Die Menschen fragen mich, ob ich nie ärgerlich werde. Worauf sollte ich ärgerlich sein? Die Vergangenheit ist schon vorbei!
Du ärgerst dich über etwas, was sich in der Gegenwart ereignet. Aber auf Ärger mit Ärger zu reagieren ist eine maßlose Dummheit! Wenn jemand immer wieder denselben Fehler macht, darfst du Ärger zeigen, aber du solltest dich nicht davon beherrschen lassen. Arogya vardhak gussa: Gesunder Ärger ist derjenige, der nur so lange anhält, wie eine Linie bestehen bleibt, die du auf dem Wasser gezogen hast.
Das bedeutet nicht, keinen Ärger zu zeigen, wenn jemand im Fehler ist, aber es ist kein Zeichen von Intelligenz, sich davon mitreißen zu lassen. Sadhana hilft, den Geist vor vikara (Verzerrung, die einen vom Selbst entfernt) zu schützen.

F.: Manchmal sieht es so aus, als würde die Natur uns Hindernisse in den Weg legen. Ist es so? Und wenn ja, was soll man dagegen tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Die Natur legt viele vikalpa auf deinen Weg, um an deinem Vertrauen zu rütteln. Satsang und die richtige Gesellschaft können dir helfen. Welches ist die richtige Gesellschaft? Eine Gesellschaft, die bewirkt, dass du dich leicht fühlst, und dir deine Probleme als viel belangloser erscheinen lässt, als du dachtest. Es ist kein Satsang, wenn es dazu führt, dass eine übersteigerte Sicht des Problems entsteht.
Vielleicht stellt die Natur dir 1000 Hindernisse in den Weg, aber du kommst lächelnd und mit einer viel stärkeren Persönlichkeit daraus hervor. Es ist nur eine andere Möglichkeit der Natur, dein Vertrauen zu stärken. Eine enorme Kraft steigt in dir auf. Mit deinem Vertrauen in Gott machst du Gott keinen Gefallen! Einer, der die Hingabe gekostet hat, weiß das. Das Sankalpa manifestiert sich durch Hingabe. Wenn deine Hingabe stark verwurzelt ist, hört die Natur auf dich!

F.:Kannst du über die Gnade des Göttlichen und über die Dankbarkeit für das Göttliche in unserem Leben sprechen?
Sri Sri Ravi Shankar: Glück kommt durch Gnade, Freude kommt durch Gnade und selbst Hingabe kommt durch Gnade. Was immer man im Leben erhält kommt durch die Gnade.Jeder Moment, den man dem Göttlichen gegenüber in Dankbarkeit verbracht hat, ist segensreich für einen selbst und für die anderen! Dein Leben verbreitet einen Duft, der dich selbst und andere glücklich macht.

F.: Wie können wir bewirken, dass unsere Sankalpas erfüllt werden?

Sri Sri Ravi Shankar: Mobiltelefone sind so stark, dass du durch sie jeden Menschen in der ganzen Welt erreichen kannst. Müsste da der Geist, der diese Mobiltelefone erschaffen hat, nicht noch viel stärker als sie sein? Wenn diese Strahlung eine solche Wirkung hat, was für Auswirkungen werden menschliche Ausstrahlungen dann wohl haben?
Ein Sankalpa zum Wohle der Gesellschaft wird mit Sicherheit erfüllt werden. Lass deine Sorgen los, und das Göttliche wird sich um dich kümmern. Begib dich in den unschuldigen Zustand der Hingabe.

F.: Wir werden sehr schnell inspiriert, aber die Inspiration hält nicht lange an. Was kann man dazu beitragen, damit die Inspiration anhält?
Sri Sri Ravi Shankar: Strenge dich nicht an. Es nimmt seinen natürlichen Verlauf. Versuche niemals, Freude, Glück und Inspiration festzuhalten. Wenn du es tust, verschwinden sie noch schneller.

Sri Sri lädt alle Berufstätigen dazu ein, bei den laufenden Projekten in Mumbai mitzuhelfen. Die Ärzte sollen drei kostenfreie medizinische Lager in Dharavi durchführen, die Ingenieure irgendein Projekt in die Wege leiten und die Lehrer drei kostenfreie Unterrichtsstunden halten!

F.: Wie geht man mit Menschen um, die glauben, alles zu wissen?
Sri Sri Ravi Shankar: Mit einem grossen Lächeln! Du kannst ihnen sagen, du habest ein Recht auf deine Unwissenheit.

F.: Manchmal erscheinen viele Visionen während der Meditation. Was soll man tun?

Sri Sri Ravi Shankar: Betrachte sie als Gedanken und lass los. Manchmal erscheinen Sinnestäuschungen als Ideenreichtum.

F.: Kannst du über Darwins Evolutionstheorie sprechen?
Sri Sri Ravi Shankar: Hast du Dashavatara vergessen?? Darwins Theorie ist viel später erschienen und sie weist viele Lücken auf. Sie wird jetzt hinterfragt. Er war ein linearer Denker. Bevor die Quantenphysik erschien und das alte vedische Wissen wiederbelebt wurde, haben sich noch viele andere der linearen Denkweise verschrieben. Dem linearen Denken gemäß, hat alles einen Anfang, und alles kommt zu einem Ende. Das sphärische Denken geht davon aus, dass es weder einen Beginn noch ein Ende gibt. Die nicht-duale Advaita-Existenz!
Alles strahlt hier Schwingungen aus, und diese Schwingungen lassen die Dinge um dich herum geschehen.

F.: Manchmal hänge ich an irgendeiner Identität fest und bin dadurch in der limitierten Sphäre der Rolle gefangen. Was soll ich tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Deine erste und wichtigste Identität ist die, dass du ein Teil des Göttlichen bist. Du bist ein wunderbares menschliches Wesen. Erst danach kannst du Hindu, Muslim, Christ, Ingenieur, Lehrer oder irgendetwas anderes sein. Alle anderen Identitäten folgen später.

F.: Wo ist die Grenzlinie, wenn Eltern ihre Kinder anleiten und sich einmischen?
Sri Sri Ravi Shankar: Betrachte es nicht als Einmischung. Die Älteren müssen führen, später werden die Kinder darüber glücklich sein. Die Eltern haben einen Grund dafür, wenn sie etwas sagen. Wir führen zu diesem Thema Workshops durch: „Lerne dein Kind kennen“ und „Lerne deinen Teenager kennen“. Wenn du möchtest, kannst du daran teilnehmen.

F.: Wie sinnvoll ist es, sich mit einer bestimmten Kultur zu identifizieren?
Sri Sri Ravi Shankar: Du bist eine globale Person, aber gleichzeitig solltest du deine kulturellen Wurzeln nicht vergessen.

*Tamoguna: Ist eine der ursprünglichen drei Gunas, welche die Natur regulieren. Ein wenig davon ist notwendig, um entspannen zu können, aber wenn sie sich nicht im Gleichgewicht befindet, bewirkt sie Lethargie, Schwere und einen Rückschritt in der Evolution.

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