Kein Fehler kann durch Ärger korrigiert werden

Donnerstag, den 6. Januar 2011

Wisse, dass kein Fehler durch Ärger korrigiert werden kann; nur Bewusstsein kann zu irgendeiner Verbesserung führen…

Bangalore, Indien, 4. Januar

F.: Wenn wir Seva (Dienst am Nächsten) machen, besonders wir Jugendlichen, wie können wir ein Gleichgewicht zwischen Seva, Studium und Familie erreichen?

Sri Sri Ravi Shankar: Wie fährst du Rad? Erlaubst du es dir, auf die eine Seite zu fallen? Wenn du zu stark auf die eine Seite neigst, suchst du einfach das Gleichgewicht. Aber eine starke Überzeugung sollte vorhanden sein: Ich werde Seva machen, ich werde studieren, ich werde mich um meine Familie kümmern und auch die Älteren respektieren. Diese Dinge sind nicht gegensätzlich, sie ergänzen sich. Wenn du Seva machst bekommst du Kraft, es ist verdienstvoll und bringt dir Glück. Spiritualität bringt also Stärke. Durch Meditation wirst du  in der Welt Fortschritte machen.
Die Überzeugung: „Ich werde fähig sein, alles zu tun“ bewirkt Wunder.

Wenn du irgendwelche Zweifel bemerkst, solltest du wissen, dass sie nur vorübergehend sind. Das Wichtigste ist, eine starke Persönlichkeit zu entwickeln. Es bringt nichts, zur Universität zu gehen, deinen Kopf mit Informationen vollzustopfen und nur das Examen zu bestehen, nein! Wie viel Kraft und Demut hast du dir angeeignet? Bist du auf dem Weg, zu einer vollständigen Persönlichkeit zu erblühen? Es ist wichtig, das zu überprüfen. Enthusiasmus mit Bewusstsein! Seva holt Fertigkeiten aus dir heraus, die wiederum eine Veränderung bringen werden, wenn es darum geht, mit den verschiedensten Menschen umzugehen. Du wirst an Sanftheit und Tiefe gewinnen. Der Enthusiasmus wird Bewusstsein bringen. Alles kann auf eine Schnur aufgefädelt werden.

F.: Man sagt, Gott liebe unschuldige Menschen, und das Glück sei auf der Seite der Unschuldigen ist. Was soll ich tun, um unschuldig zu sein?

Sri Sri Ravi Shankar: Um unschuldig zu sein, musst du die Schläue loslassen. Unschuld ist auf natürliche Weise in jedem Menschen vorhanden. Du musst sie nur zum Erblühen bringen. Und wie tust du das? Sei einfach in Meditation: „Ich bin nichts”, Akinchan. „Ich will nichts”, und alle gehören zu mir. „Ich akzeptiere alles, und alle akzeptieren mich.” Wenn du weißt, dass alle dich akzeptieren, bewegst du dich mit Natürlichkeit. Wenn du denkst, die Menschen akzeptieren dich nicht so, wie du bist, dann versuchst du etwas zu tun, um ihre Zustimmung zu erhalten und beginnst, unnatürlich zu werden.

F.: Ich bitte das Göttliche immer wieder um irgendetwas. Manchmal mag ich das nicht.

Sri Sri Ravi Shankar: Wenn du etwas erhältst, nachdem du darum gebeten hast, wird dein Vertrauen stärker. Dadurch bekommst du das was du brauchst auch ohne zu bitten.

F.: Sich selbst anzustrengen ist für die Erleuchtung notwendig. Du sagst aber auch, Mühelosigkeit sei der Schlüssel. Das ist ein Paradox. Was ist also der Weg?

Sri Sri Ravi Shankar: Beides. Um in deinen Zug zu gelangen, musst du dich anstrengen. Du nimmst dein Gepäck und gehst zum richtigen Gleis. Wenn du aber einmal im Zug sitzt, stellst du dein Gepäck zur Seite und entspannst dich.

F.: Manche Träume gehen trotz Anstrengung  nicht in Erfüllung. Was sollte man tun?

Sri Sri Ravi Shankar: Strenge dich weiterhin an. Es gibt ein Sprichwort: „Versuch´ es immer wieder, am Ende wirst du erfolgreich sein.” Vielleicht gelingt es dir beim ersten oder zweiten Mal nicht. Wenn deine Intention jedoch stark ist, wird es geschehen.

F.: Wie entwickelt man einen Sinn für die Hingabe?

Sri Sri Ravi Shankar: Nimm einfach an, dass sie vorhanden ist. Bemühe dich nicht. Die Hingabe ist da – nimm es einfach an und geh weiter.

F.: Seit meiner Kindheit wurde mir gesagt, dass es eine Sünde sei, sich nicht vegetarisch zu ernähren, weil man hilflose Tiere tötet. Ist das so?

Sri Sri Ravi Shankar: Denk nicht, dass diejenigen, die nicht vegetarisches Essen zu sich nehmen Sünder seien. Es ist nur so, dass tamasische Tendenzen verstärkt werden, wenn man sich nicht vegetarisch ernährt. Das ist weder für sie selbst, noch für die Welt, noch für die Gesellschaft gut. Mein Lieber, mach´ keinen Friedhof aus deinem Magen.

F.: Kann Wissen ohne Glauben existieren oder hängen sie zusammen?

Sri Sri Ravi Shankar: Glaube und Wissen stehen in Beziehung zueinander. Wenn Wissen vorhanden ist, ist auch Glaube vorhanden. Und wo Glaube ist, ist auch Wissen. Also hast du den Glauben, und deshalb fragst du. Du hast den Glauben, dass ich antworten werde, und du wirst meine Antwort annehmen. Wissen und Glaube sind also miteinander verbunden.

F.: Steht unser Schicksal fest oder kann es sich auch ändern?

Sri Sri Ravi Shankar: Ein Teil des Schicksals ist festgelegt, bestimmte Dinge können sich jedoch ändern.

F.: Es ist schwierig, Ärger zu kontrollieren. Was soll man tun, um nicht ärgerlich zu werden?

Sri Sri Ravi Shankar: Ärger sollte gezähmt werden. Wisse folgendes: Wenn der Geist voller Freude und zufrieden ist, wenn du meditierst und Raum für Unvollkommenheiten und Fehler zulässt, wirst du gar nicht erst ärgerlich. Wisse, dass kein Fehler durch Ärger korrigiert werden kann. Nur Bewusstsein kann zu irgendeiner Verbesserung führen.

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