Durch Satsang, Sadhana und Seva wird unser Vertrauen sehr stark

Gujarat, Indien, den 5. November 2010

Je mehr Glück wir mit anderen teilen, desto mehr Glück erfahren wir. Bist du damit einverstanden? Sage nicht einfach ja. Denk erst darüber nach, und wenn du damit einverstanden bist, akzeptiere es. Du kannst in der ganzen Welt herumreisen, aber nur in der indischen Tradition wirst du entdecken, dass man – selbst wenn das beste Wissen vermittelt wird –  sagt: „Denk darüber nach, akzeptiere es erst, wenn es du als richtig erkennen kannst.”

Nachdem er achtzehn Kapitel der Bhagvad Gita rezitiert hat, sagt Lord Krishna zu Arjuna: „Denk darüber nach, analysiere es, wenn es in deinem Geist Anklang findet, und du damit einverstanden bist, dann erst akzeptiere es.“ Es geht um die Kraft in unserem Inneren. Es ist die Kraft der Seele, die uns diese Freiheit gibt. Wir müssen sie also in die richtige Richtung lenken und nutzen. Immer wenn wir glücklich und voller Freude sind, sollten wir uns darum bemühen, dieses Glück, diese Freude zu verbreiten, und mindestens zehn andere Menschen daran teilhaben lassen. Werdet ihr das alle tun? Jeder? Meiner Meinung nach hat jeder Mensch die Fähigkeit, etwa tausend Menschen Glück zu bringen. Jeder Einzelne von euch kann Licht in das Leben von tausend oder mehr Menschen bringen.

Wie ich schon sagte, ist Spiritualität der einzige Weg, durch den wir frei von Depressionen sein können. Mag unsere Gesellschaft nun Freiheit durch unfaires Verhalten, Korruption und Ungerechtigkeit erlangen oder nicht, wir müssen die Spiritualität verbreiten. Wir müssen den Menschen in jedem Haus nahelegen zu meditieren, zusammenzukommen und Satsang zu halten. In jedem einzelnen Dorf, wo Menschen zusammengekommen sind und Satsang gehalten haben, ist die ganze Negativität verschwunden. Mahatma Gandhi hat sich einst eine ehrenhafte Gesellschaft gewünscht, was in vielen indischen Dörfern nun zu einer Realität wird. Selbst in vielen Dörfern von Gujarat laufen solche Bestrebungen, Menschen haben dem Alkohol und den Drogen abgesprochen und dienen anderen mit viel Freude und Liebe.

Etwas sehr Wichtiges, woran du dich erinnern solltest: Im täglichen Leben wirst du immer wieder irgendeinen Mangel erfahren. Dein Geist gerät aus der Fassung oder jemand hat Tränen in den Augen … Das alles ist ein Teil des Lebens, und es geschieht immer wieder. Es war noch niemals so, dass alles im Leben perfekt, ideal oder rosig war. Es war noch niemals so. Um mit Problemen umzugehen brauchen wir Kraft und Geduld, und diese entstehen durch Sadhana. Sieh dein Leben nicht, als wäre es getrennt von Sadhana, dein Leben selbst ist dein Sadhana. Verstehe das und geh weiter. Denk nicht, dass Sadhana dadurch getan ist, dass du deine Augen für einige Minuten schließt und irgendetwas tust. Nein! Alles was du tust, gehen, dich bewegen, aufstehen, dich setzen, lächeln oder wütend werden, was immer du im Leben tust, ist Sadhana. Wir müssen es aus dieser Perspektive sehen. Dadurch erfahren wir eine große Erleichterung. Wenn diese kühle Brise der Erleichterung und des Friedens in dir zu fließen beginnt, wirst du sehen, dass die Menschen um dich herum dasselbe zu fühlen beginnen. Viele Menschen fühlen es schon, nicht wahr?

Man sagt, Hingabe wurde in Tamil Nadu geboren, in Karnataka erzogen und erblühte in Gujarat. Hier in Gujarat ist die Hingabe also erblüht und vervollkommnet worden. Wie kann die Hingabe erblühen? Durch Dienst am Nächsten! Wir müssen so viel Seva tun, wie wir nur können. Das bedeutet nicht, dass wir etwas tun müssen, was wir nicht tun können. Nein. Wir müssen so viel tun wie für uns möglich ist. So etwas wie großen oder unbedeutenden Dienst gibt es nicht. Die Früchte eines jeden Dienstes sind gleichwertig. Wir sollten nicht das Gefühl haben, einen bestimmten Dienst leisten zu müssen, weil er wichtig oder bedeutend ist, nein, was wichtig ist, ist das Gefühl, anderen eine Hilfe zu sein und aus diesem Gefühl heraus zu dienen. Es gehört zu deiner Natur zu helfen, und du hilfst, indem du etwas tust. Das ist alles!

Wenn einige von euch das Gefühl haben: „Ich mache sehr viel Seva”, löscht das heute aus eurem Geist. Für wen leistest du Seva? Wir können nicht leben, ohne etwas zu tun. Deshalb tun wir etwas, und wenn andere davon profitieren können, dann ist das eine sehr gute Sache, nicht wahr? Wir müssen also nicht stolz auf unser Seva sein oder auf unsere guten Eigenschaften – wir sollten das dem Feuer des Wissens übergeben. Übergib deine negativen Eigenschaften, übergib auch deine guten Eigenschaften und deine guten Handlungen und lebe dein Leben mit einem Lächeln. Fühle dich leicht und gleichzeitig eingetaucht in die Tiefen des Wissens.

Du musst nicht sehr hart arbeiten, um Liebe und Frieden in deinem Leben zu erfahren. Das ist in einem Zustand der Ruhe leicht zu erreichen, und eine solche Ruhe können wir erfahren, wenn es keine dieser kleinen Beeinträchtigungen gibt, die im Geist nachklingen. Dann erfährst du tiefe Ruhe. Wünsche bleiben in deinem Geist bestehen, wenn du kein Vertrauen hast. Nur wenn du durstig bist, taucht das Bedürfnis nach Wasser auf, was aber geschieht, wenn du da sitzt und den ganzen Tag an Wasser denkst? Verstehst du, was ich meine? Was bedeuten Wünsche? Ein Mangel an Vertrauen, dass ich das erhalten werde, was ich benötige. Durch Satsang, Sadhana und Seva wird unser Vertrauen sehr stark, und die ganze Arbeit wird getan, wie es schon jetzt in eurem Leben der Fall ist.

Wie viele von euch haben schon erlebt, dass das, was ihr euch wünscht, in Erfüllung geht? Wenn also alles, was du dir wünschst, in Erfüllung geht, solltest du dir große Dinge wünschen. Worin liegt der Nutzen, sich kleine Dinge zu wünschen? Das macht keinen Spaß.

Ich sage nicht: „Tue dieses, tue jenes.” Ich sage: „Tue nichts.“ Nun, vor gerade mal fünf Minuten habe ich gesagt, du sollt Freude verbreiten, jetzt sage ich, du musst nichts tun. Entspanne dich einfach … Der Widerspruch zwischen diesen beiden Zuständen ist das Leben. Deshalb wirst du verstehen, dass alles widersprüchlich ist, wenn du die Gita liest. Die Gita entspricht genau unserem Leben. Sie ist nicht nur ein heiliger Text. Die Gita ist für jedermann, sie ist unser Leben, und im Leben gibt es Widersprüche.

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