Wir müssen aufwachen und erkennen, dass dieser Planet unser Heim ist

Samstag, den 14. August, 2010

F.: Liebster Guruji, ich bin nicht stark genug, um mich für ein ganzes Jahr lang zu verpflichten. Was kann ich tun?
Sri Sri Ravi Shankar: Nicht stark genug? Nimm ein Tag nach dem anderen. Du bist stark genug, um dich für einen Tag zu verpflichten, das reicht. Und jeden Tag kannst du damit fortfahren. Denke nicht an ein langes Jahr: „Oh, mein Gott! Ich muss das ein Jahr lang tun. Ich tue es heute, das ist gut. Ich tue es morgen, das ist gut.”

F.: Lieber Guruji, ich habe darum gebetet, dass du diese Woche herkommst. Ich danke dir so sehr, ich empfinde tiefe Dankbarkeit. Ich möchte, dass du über Gebete sprichst.
Sri Sri Ravi Shankar:
Gebete finden statt, wenn du dich ausgesprochen hilflos oder sehr dankbar fühlst. Die dritte Bedingung, unter der Gebete geschehen, ist dann, wenn du im Wissen bist. Du erkennst, dass die Qualität des Bewusstseins sich über ihre Begrenzungen hinaus und zu einer anderen Ebene, zu einer anderen Dimension, die sehr erfüllend, intuitiv und voller Weisheit und Liebe ist, ausgedehnt hat.

F.: Bitte sprich über Beziehungen, und warum sie oft so schwierig sind.
Sri Sri Ravi Shankar:
Nun, du solltest wieder damit beginnen, „Die Liebe feiern” zu lesen. Warum denkst du, Beziehungen seien schwierig?

F.: Da ich immer versucht habe, meine Gefühle und Emotionen zu verbergen, weiß ich nicht, wie ich sie ausdrücken kann. Der ganze Stress geht in mein Inneres. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Es fällt mir sehr schwer, meinen Geist leer zu machen, auch dann, wenn du die Meditation führst.

Sri Sri Ravi Shankar: Hmm! Wenn zu viele Gedanken vorhanden sind, gibt es bestimmte Gründe dafür. Eine der Gründe für zu viele Gedanken ist, dass dein Darm nicht rein, dein Magen durcheinander ist, oder dass du verstopft bist. Wenn deine Darmbewegungen nicht in Ordnung sind, hast du zu viele Gedanken. Wenn die Durchblutung im Körper nicht richtig funktioniert, kommen auch zu viele Gedanken hoch. Ja? Yoga und Pranayamas werden helfen. Richtiges Essen und Diät werden helfen. Geh zu einem ayurvedischen Arzt, er wird dir sagen, ob zu viel Pitta in deinem Körper vorhanden ist. Er wird dir Essen vorschlagen, das dir helfen kann.

F.: Wie kann ich mit Menschen arbeiten, die negative Eigenschaften haben wie Aggressionen, Eifersucht, Labilität? Wie kann ich damit umgehen?

Sri Sri Ravi Shankar: Mit Geschick. Sieh zu, dass nur mit Mitgefühl auf sie reagierst, finde heraus, wie du mit ihnen arbeiten kannst. Ja? Auf der einen Seite kann das deine Fähigkeiten verbessern. Zweitens kann es deine Geduld verbessern. Du kannst an Geduld gewinnen. Drittens wird es dich zur Erkenntnis führen, dass die Person nicht dauernd eifersüchtig oder wütend ist. Sie verändert sich auch! Du wirst sehen und staunen, wie sehr Menschen sich verändern.

F.: Worin besteht die Verbindung zwischen der Tatsache, wie ein Kind zu sein, und dem Übernehmen von Verantwortung?

Sri Sri Ravi Shankar: Du übernimmst Verantwortung, das ist das Eine. Wenn du wie ein Kind bist, behindert das deine Verantwortung nicht. Tatsächlich hilft es dir sogar dabei, Verantwortung zu übernehmen.
Worin unterscheidet es sich, ob du wie ein Kind oder ob du kindisch bist? Wenn du kindisch bist, übernimmst du keine Verantwortung! Wenn du wie ein Kind bist, übernimmst du Verantwortung, du bist natürlich, mit jedermann verbunden, nimmst Feedbacks von jedermann entgegen und regst dich nicht auf über Kritik oder Kommentare, die jemand über dich abgibt. Weißt du, wir explodieren, wenn jemand eine negative Bemerkung über uns macht, oder wenn jemand uns kritisiert. Wir sollten uns also Kritik stellen und sie offen entgegennehmen. Wenn sie konstruktiv ist, merke sie dir. Und wenn du das nicht kannst, ignoriere sie ohne deine Gelassenheit zu verlieren.

F.: Wie wichtig ist es, dass wir uns für diesen Planeten einsetzen? Was können wir tun? Wir können wir ihn erhalten?

Sri Sri Ravi Shankar: Wir müssen aufwachen und erkennen, dass dieser Planet unser Heim ist. Wenn du höher gehst, siehst du keine Grenzen. Grenzen existieren nur in unserem Verstand, sie sind eine Illusion. In Wirklichkeit gibt es keine Grenzen. Der Himmel kennt keine Grenzen, die Wolken kennen keine Grenzen, der Wind kennt keine Grenzen. Die Elemente dieser Erde haben keine Grenzen. Der Planet ist ein Heim für alle. Wir sind alle eine Familie. Wir müssen also von einer umfassenderen Perspektive aus denken. Welches ist die richtige Perspektive? Dass der ganze Planet uns gehört. Wir können unseren atomaren Abfall nicht irgendwo an einem anderen Ort abladen. Jeder Ort auf der Erde wird wieder auf uns zurückkommen! Wir können nicht isoliert einen Ort sauber und rein halten. Das ist nicht möglich. Wir müssen uns um den ganzen Planeten kümmern. Wir müssen auf dem ganzen Planeten ökologische Landwirtschaft anstreben. Wenn es ums Essen, um den Anbau von Lebnsmitteln geht, kannst du nicht sagen: „Gut, ich werde an diesem Ort ökologische Lebensmittel anpflanzen, andere Orten können mit Chemikalien verunreinigt bleiben!” Der Wind wird es weitertragen! Wir haben so viele Arten von Viren auf diesem Planeten erschaffen, weil wir der Natur ins Handwerk gepfuscht haben. Wir haben viele Spezies auf diesem Planeten ausgerottet, weil wir uns nicht gut um ihn kümmern und die Produktion von Lebensmitteln ist so gesunken.

Das wird eine schwere Bürde für die kommende Generation sein! Ich denke, jedes Individuum, jedes menschliche Wesen auf diesem Planeten wird die Verantwortung dafür übernehmen müssen, den Planeten nicht zu verschmutzen, für eine dauerhafte, nachhaltige Entwicklung durch das Anpflanzen von mehr Bäumen, durch den Schutz der Seen und des Wassers. Das ist sehr wichtig!
Die Knappheit des Wassers ist eine weitere größere Frage auf der Welt. Millionen von Menschen sind am Verhungern! Wir müssen also ein globales Bild vor Augen haben und für den ganzen Planeten sorgen. Natürlich müssen wir uns um unser persönliches Heim, unsere nächsten Nachbarn, den Ort, wo wir leben, kümmern. Das ist außerordentlich wichtig! Aber gleichzeitig müssen wir die Vorstellung, dass der gesamte Planet und die ganze Menschheit eine Familie ist, im Auge behalten.

F.: Lieber Guruji, ist es möglich, zu lieben und stark zu bleiben? Ist es möglich, zu lieben und vernünftig zu bleiben? Ist es möglich, verliebt zu sein und leidenschaftslos zu bleiben? Ist es möglich, verliebt zu sein, aber frei von Eifersucht und Besitzdenken?

Sri Sri Ravi Shnakar: Mit Sicherheit. Es ist möglich in einem solchen Zustand der Liebe zu bleiben ohne irgendeine der damit in Zusammenhang gebrachten negativen Gefühle – wenn Weisheit vorhanden ist. Liebe mit Weisheit ist Glückseligkeit. Liebe ohne Weisheit ist all das, was du erwähnt hast: Die ganze Eifersucht, die Gier und alles andere.

F.: Lieber Guruji, kannst du mir bitte eine Antwort geben? Ist der Mann, den ich seit einem Jahr liebe, der richtige für mich?

Sri Sri Ravi Shankar: Nun, du empfindest tiefe Liebe für jemanden, also muss diese Person für jetzt richtig sein. Aber ob sie in der Zukunft auch richtig sein wird, kann niemand sagen. Es hängt von dir ab, wie du damit umgehst! Du liebst eine Person, aber liebt sie dich auch oder nicht? Zuerst musst du das herausfinden! Wenn dieser Mann dich ebenfalls liebt, dann müsst ihr beide dazu beitragen, diese Liebe mit einer Dosis Weisheit zu erhalten und darüber nachdenken, wie ihr weitermacht, wie ihr euch verhaltet. Diese Faktoren spielen alle eine Rolle. Richtig? Es ist sehr einfach, sich zu verlieben, aber viele wissen nicht, wie man die Liebe aufrecht erhalten kann. Jemand verliebt sich in dich, und du weißt nicht, wie du diese Liebe empfangen und nähren sollst. Wir verlieren auch die Liebe, die andere für uns empfinden. Du solltest über diese Fähigkeiten lesen, über die ich in den Wissensbriefen, in „Die Liebe feiern“ gesprochen habe.

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