Du kannst Wünsche haben, aber …

Du kannst Wünsche haben, aber die Wünsche sollten nicht dich beherrschen

Bad Antogast, Deutschland
8. August, 2010

Verschiedene Länder haben so viel Schaden angerichtet. Die vielen Bomben, die in Irak gefallen sind, haben die Gesundheit der Menschen stark beeinträchtigt. In der ganzen Welt wurde Asbest verwendet, der Schaden angerichtet hat. Und die Handys heutzutage! Man sagt, dass die Strahlung der  Handys und Funktürme viel höher ist, als Menschen sie tolerieren können. Vögel sind aus den Städten verschwunden. Du kennst die Spatzen. Früher gab es Spatzen. Sogar in Bangalore gab es Spatzen überall in den Häusern. Sie kamen und bauten ihre Nester in der Umgebung. Heute findest du keinen einzigen Spatz mehr. Natürlich kommen sehr viele Vogelarten in den Ashram, weil er sich weiter entfernt von der Stadt und all den hohen Türmen befindet.
Die Strahlung und unsere Lebensgewohnheiten bewirken so viele gesundheitliche Probleme. Wir bewegen uns auch nicht genügend, was die Situation noch verschlimmert. Und das Essen! Pestizide, Chemikalien, Hormone! Hormone werden den Tieren injiziert und gelangen ins Essen!  Da gibt es mehrere Faktoren, mehrere Dinge. Du hast nicht die Kontrolle über alles. Du kannst einige Dinge kontrollieren, gleichzeitig musst du aber auch wissen, dass dein Körper die Kraft hat, dass das Immunsystem die Fähigkeit hat, dagegen anzukämpfen. Die Natur wird dich unterstützen, du kannst es überwinden, es wird geschehen. Und eines Tages müssen wir gehen, es gibt keine andere Möglichkeit, so ist es einfach. Es ist nicht weise, darüber nachzudenken und unglücklich zu werden. Ihr müsst alle eines Tages sterben, ob ihr nun gesund seid oder krank. Es ist nicht so, dass nur kranke Menschen sterben. Gesunde Menschen sterben ebenfalls. Das ist sicher. Wenn also irgendeine Krankheit auftaucht, gehen wir sorgfältig damit um. Wir tun alles, was notwendig ist. Aber das war´s auch schon. Denk nicht jeden Tag daran und rede nicht jeden Tag darüber. Es bewirkt sonst, dass deine Stimmung sich verschlechtert! Du solltest die Menschen auch nicht bemitleiden: „Oh, du Armer! Du hast dieses oder jenes Problem!“ Komm schon! Der Geist kennt keine Krankheit, keinen Tod, kein Problem. Es ist nur der Körper, der immer das eine oder andere hat. Er wird manchmal leicht, manchmal auch schwer krank. All das kann überwunden werden. Und es wird überwunden werden! Der Körper wird sich durchbeißen. Ja?

Frage/Antwort

F.: Ich möchte etwas über Wünsche verstehen, und wie wir damit umgehen sollen. Ich fühle, dass ich nicht in den Wünschen festhängen sollte, aber ich möchte dennoch Dinge erreichen oder stelle fest, dass mich eine Person anzieht. Woher kommt die Motivation im Leben, wenn wir keine Wünsche haben? Danke.
Sri Sri Ravi Shankar: In Ordnung, du kannst Wünsche haben. Wer sagt etwas dagegen? Du kannst Wünsche haben, aber die Wünsche sollten nicht dich beherrschen. Sonst ist es so, als würde das Pferd dich beherrschen und nicht du das Pferd. Wenn es dennoch passiert, dann wird es schwierig.

Da gibt es eine Geschichte von Mullah Nasruddin. Er ritt gerade auf seinem Pferd. Das Pferd bewegte sich im Kreis herum, immer in den gleichen Straßen! Die Leute fragten ihn: „Mullah, wo gehst du hin?” Er sagte: „Ich weiß es nicht, frag das Pferd!” In ähnlichen Situationen befinden wir uns die meiste Zeit in unserem Leben. Unsere Wünsche beherrschen uns und zerstören uns. Du kannst Wünsche haben, solltest aber jederzeit in der Lage sein, sie zu haben oder sie loszulassen, wenn du möchtest! Es sollte dir möglich sein, das Pferd zu besteigen oder abzusteigen, wenn du es möchtest. Anstatt auf dem Pferd festzusitzen oder von ihm abgeworfen zu werden. Richtig? Das würde nur Elend bedeuten.

F.: Nach dem The Art of Living Kurs habe ich mich so glücklich gefühlt. Ich glaubte, zu explodieren. Nach einer Weile habe ich festgestellt, dass es nicht nur Glück, sondern auch Fiebrigkeit war. Ich wurde daraufhin depressiv. Es war wie auf einer emotionalen Achterbahn. Wie kann ich mit Fiebrigkeit umgehen?
Sri Sri Ravi Shankar:
Du bist bereits zum Zeugen geworden. Du hast beobachtet, dass du dich auf einer Achterbahn befindest. Du beobachtest, wie diese Emotionen kommen und gehen. Du hast sicher bemerkt, dass sie schon früher vorhanden waren, dass sie jetzt aber immer weniger auftauchen. Früher warst du dir dessen nicht bewusst, jetzt bist du es wenigstens. Nur Beharrlichkeit auf diesem Pfad, in diesem Wissen, wird dich stärker machen, hmm!

F.: Guruji, es ist sehr schwer, meinen Vater in seiner Negativität zu beobachten. Je mehr wir, mein Bruder, meine Schwester und ich uns mit Spiritualität befassen, desto schwerer und schlimmer wird es für ihn. Er ist der Meinung, wir hätten nicht viel im Leben erreicht. Keiner von uns hat geheiratet. Er sehnt sich nach Enkelkindern, was wir verstehen können. Er leidet sehr, und es ist schwierig für mich, das mit anzusehen. Gott hat mir alles gegeben, was ich brauche und möchte. Wie kann ich meinen Eltern helfen?
Sri Sri Ravi Shankar: Nun! Viel Glück und Segen! Wir sollten alles tun, was wir können und in unserer Macht liegt. Manchmal sind die Eltern auch dann noch elend, wenn wir das alles getan haben. Wir wissen nicht, ob wir sie segnen oder ihnen helfen sollten. Verbringe Qualitätszeit mit ihnen. Lehre sie nichts in dieser Zeit.
„Du solltest das sein, du solltest das tun, du solltest auch spirituell sein, schau, ich bin spirituell…“ Du solltest ihnen keine solchen Predigten halten. Du kennst die älteren Leute. Sie brauchen nur deine Gesellschaft. Wenn du bei ihnen bist, sing einfach, spiele mit ihnen, erzähle Witze, bring ihnen Essen oder geh mit ihnen essen, sprich über etwas, was sie interessiert. Sie sind nicht daran interessiert, Weisheiten von dir zu hören oder irgendeine neue Technik von dir zu lernen. Benimm dich nicht wie ein Lehrer deinen älteren Eltern gegenüber. Zwischendurch kannst du ein paar weise Worte einbringen, und sieh zu, dass sie es verstehen und aufnehmen können. Es genügt schon, wenn du einfach nur bei ihnen bist.

F.: Lieber Guruji, es ist einfach für mich, meinen Mund zu halten, aber es ist schwer für mich, meine Gedanken anzuhalten. Wie kann ich das tun? Bitte hilf mir.
Sri Sri Ravi Shankar:
Du musst nichts tun. Alles wird hier für dich getan. Kiran gibt den Kurs, er wird dich zu verschiedenen Zeiten durch verschiedene Meditationen und Prozesse führen, es wird geschehen! Deshalb ist es notwendig, dass du hier bist. Wenn es dein erster hohl und leer Fortgeschrittenenkurs ist, wirst du es vielleicht am Anfang etwas schwierig finden, aber weißt du, wenn du weitermachst, wirst du es sicherlich sehr nützlich finden.

F.: Wo liegt die Grenze zwischen dem Akzeptieren der Dinge, wie sie sind, und dem Handeln, um sie zu verändern?

Sri Sri Ravi Shankar: Es gibt keine Grenze. Es sind die beiden Seiten der gleichen Münze.

F.: Lieber Guruji, als mein Guru bist du der einzige für mich. Ich liebe dich so tief und folge dir überallhin. Als Person fühle ich oft eine starke Distanz. Manchmal habe ich Angst. Ich verstehe das nicht. Es ist nicht wirklich eine Frage, aber kannst du etwas darüber sagen.
Sri Sri Ravi Shankar:
Weißt du, wir gehen durch all die verschiedenen Arten von Emotionen hindurch. Wir mögen jemanden, dann mögen wir die gleiche Person nicht mehr. Wir vertrauen jemandem, dann beginnen wir, an der gleichen Person zu zweifeln. All diese verschiedenen Emotionen kommen und gehen in deinem Geist. Hab keine Angst. All diese Emotionen machen dich stark,  irgendwo tief in deinem Inneren. Du wirst irgendwie als ein sehr mächtiges menschliches Wesen daraus hervorgehen. Wenn du dir bewusst bist, dass all diese Emotionen, die auftauchen, nur eine temporäre Phase sind, und dass du viel größer als das bist, wirst du stark und zentriert. Bleib nicht in irgendeiner dieser Emotionen hängen und lass kein Konzept in deinem Geist entstehen.

F.: Lieber Guruji, was kann ich tun, wenn ich sehe, dass jemand zu viel arbeitet, und ihr Körper und ihre Emotionen davon krank werden. Sie ist viel älter als ich, und ich liebe und respektiere sie sehr. Ich werde sehr traurig, wenn ich sehe, dass ich nichts tun kann.
Sri Sri Ravi Shankar:
Weißt du, die Menschen können krank werden, ob sie nun arbeiten oder nicht! Es gibt faule Leute auf diesem Planeten, die krank werden. Tatsächlich werden sie kränker! Da ihr Geist träge ist, wird ihr Körper noch viel eher krank! Du darfst diese beiden Dinge nicht miteinander in Verbindung bringen. Manche Leute haben ein starkes Gesundheitsbewusstsein. Sie werden dennoch krank! Krankheit entsteht nicht aus einem einzigen Grund. Viele Faktoren können daran beteiligt sein. Der eine ist das Karma, also Eindrücke aus der Vergangenheit. Zweitens werden die Naturgesetze verletzt, und drittens gibt es die genetische oder familiäre Geschichte. Manchmal schläfst oder isst du nicht zur richtigen Zeit, beanspruchst deinen Körper stärker, arbeitest mehr; natürlich sind das auch Faktoren, die dazu beitragen!
Außerdem spielt auch die Umgebung eine Rolle, die Umgebung auf dem ganzen Planeten. Das Öl, das in Amerika, im Golf von Mexico, in den Ozean gelaufen ist, hat einen solchen Schaden angerichtet!
„Das wenige, was ich von dieser Welt benötige, werde ich mir nehmen. Das genügt mir. Und ich werde meine Aufmerksamkeit darauf richten, was ich der Welt noch geben kann. Das ist das größte Geheimnis des Erfolgs! Nimm diese Haltung ein: Was kann ich noch für den Planeten tun, und wie wenig würde ausreichen, um mich selbst zu erhalten. Ich sage nicht, dass du alles aufgeben und in Armut leben sollst. Nein, nein, nein, lebe in Behaglichkeit, in der Fülle. Was immer du brauchst, behalte es, nimm es dir. Lebe in der Fülle. Der Wunsch nach mehr und mehr im Geist ist jedoch ein Zeichen von Armut.

F.: Liebster Guruji, stimmt es, dass dir die Lehrer lieber sind als andere?

Sri Sri Ravi Shankar: Ganz und gar nicht. Wenn man dir so etwas weismachen wollte, glaube es bitte nicht. Jeder ist mir gleich lieb, ob er nun Lehrer ist oder nicht, ob jemand in „The Art of Living“ ist oder nicht. Es spielt keine Rolle. Jedermann ist mir lieb. Aber wenn du in “The Art of Living” bist, dann hast du mehr von mir; das ist es.

F.: Lieber Guruji, mir fehlen die Worte, um meine Dankbarkeit für deine Sorge, deinen Schutz, deine endlose Liebe, ein Leben voller Abenteuer und Fülle und deine Gegenwart auszudrücken. Ich habe das Gefühl, dass du mich auf deinen Händen durchs Leben trägst. Danke, dass du Liebe bist. Ich bin immer für dich da.
Sri Sri Ravi Shankar: Sehr gut. Ich brauche wirklich jeden von euch. Jeder einzelne von euch ist so kostbar, dass ihr alle die Lampe, das Licht für die kommenden Generationen haltet. Ihr seid wie Säulen der Weisheit für die Welt, die von Stress, so viel Gewalt und Frustration überwältigt wird. Jeder von euch leistet einen kostbaren Beitrag daran, dass es weitergehen, das Dharma und das Wissen erhalten werden kann. Jeder von euch sollte wissen, dass er kostbar ist und für das Leben arbeiten, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen!

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